Malaria-Prophylaxe

Frage:
Unsere Reise nähert sich mit grossen Schritten und wir freuen uns riesig. Nun haben wir uns intensiv mit der Malaria-Problematik auseinander gesetzt. Ursprünglich hatten wir vor, keine Malaria-Prophylaxe einzunehmen und uns mit angemessener Kleidung und Anti-Brumm vor Stichen zu schützen. Für den Fall der Fälle ein Stand By Medikament mitführen. Der Besuch bei der Hausärztin hat uns aber sehr verunsichert. Sie empfiehlt uns, unbedingt eine Prophylaxe einzunehmen.

Nun meine Frage an Sie: was ist Ihre Erfahrung und wie schützen Sie sich gegen Malaria? Natürlichen können und dürfen Sie keinen medizinischen Rat abgeben, mich würde einfach interessieren, wie Sie damit umgehen.
Besten Dank für Ihre Hilfe und ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Kathrin Z.

Antwort:
Liebe Kathrin Z.
Es ist so, dass ich kein Arzt bin sondern Ethnologe und keine medizinischen Ratschläge geben darf. Es ist aber ebenso so, dass ich mich nunmehr 30 und mehr Jahre in Afrika und in Madagaskar herumgetan habe und es noch tue und dies manchmal an wilden Orten. Natürlich ist es so, dass ich selber schon mehrere Male Malaria hatte – aber ich lebe immer noch.
Meine persönliche Meinung ist: Malaria ist nicht zu unterschätzen und bleibt in Afrika weiterhin eine der fünf gefährlichen Krankheiten. Oft sterben unter- und fehlernährte Leute an Malaria. Wären sie gesund, wäre das meist nicht so. Zu sagen ist auch, dass nicht alle Regionen und nicht zu jeder Jahreszeit der Malaria ausgesetzt sind.
Ich habe festgestellt, dass Leute, die eine Malaria-Prophylaxe nehmen, während der Reise oft Beschwerden zeigen (Bauchweh, psychische Unstabilität). Ich habe bemerkt, dass Leute ihre mitgeführte Malariabehandlung vorschnell einnehmen, nämlich dann, wenn sie Kopfweh aus anderen Gründen haben, aber befürchten, nun einen Malariaanfall zu haben. Ich weiss, dass es in Madagaskar auch Ärzte und Malariamittel gibt und in Sachen Malaria wissen sowohl Ärzte wie auch die Bevölkerung, wie damit umzugehen ist.

Ich selber mache das so: Ich schütze mich mit Antibrumm (forte, rot) und mit den Moskitospiralen, die man in Madagaskar in jedem Quartierladen kaufen kann. Zudem kann man sich auch mechanisch (lange Ärmel, Moskitonetz etc) vor Stichen schützen. Wenn ich in Madagaskar unterwegs bin, dann mache ich vorher weder Prophylaxe noch habe ich eine Stand-by-Notration oder ein Moskitonetz mit dabei.

Die Chance, in einem Taxi-Brousse zu verunfallen und zu sterben, ist in Madagaskar weit höher einzuschätzen als die Gefahr, an Malaria zu sterben. Daher ist es sehr wichtig darüber nachzudenken, mit welchem Fahrzeug man unterwegs sein wird.

Bei weiteren Fragen rufen Sie mich einfach an. Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass obige Ausführungen meine rein persönlichen Erfahrungen reflektieren und keine Reiseempfehlung sind. Dazu verweise ich auf ärztliche Ratschläge.

Herzliche Grüsse aus dem Madagaskarhaus in Basel
Franz Stadelmann