Archiv der Kategorie: Gesundheit

Informationen rund um die Gesundheit auf Ihrer Madagaskar-Reise: Impfungen, Malaria, Moskitos,…

Krank in Madagaskar? Infos zu Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken

Bei der Vorbereitung einer Madagaskar-Reise und auch vor Ort gibt es zahlreiche Dinge, die man beachten kann, um nicht krank zu werden.

Doch was tun, wenn man doch einmal krank in Madagaskar ist und ärztliche Hilfe benötigt?

Die ärztliche Versorgung in Madagaskar entspricht nicht dem euroäischen Standard und ist vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch schlecht ausgestattet. Dennoch gibt es in den grösseren Städten des Landes gut ausgestattete Apotheken, private Kliniken mit englischsprachigem Personal und verschiedene Arztpraxen, die Reisenden jederzeit weiterhelfen können.

Madagsakar-Reisende sollten in jedem Fall einen ausreichenden, in Madagaskar gültigen Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung abschliessen.

Wir vom Madagaskarhaus haben mit unserem Büro in Antanananarivo und deutschsprechenden Mitarbeitern direkt vor Ort aktuelle Informationen zu Ärzten und möglichlen Behandlungsorten in Madagaskar. Im Notfall oder bei Fragen helfen wir unseren Reisenden jederzeit – auch nachts und am Wochenende – gerne weiter.

Wir haben nun auch eine umfassende Liste mit Adressen von englischsprachigen Ärzten, Kliniken und Apotheken in den verschiedenen Städten Madagaskars recherchiert, die wir unseren Reisenden gerne zur Verfügung stellen. Kontaktieren Sie uns bei Interesse!

Malaria-Prophylaxe

Frage:
Unsere Reise nähert sich mit grossen Schritten und wir freuen uns riesig. Nun haben wir uns intensiv mit der Malaria-Problematik auseinander gesetzt. Ursprünglich hatten wir vor, keine Malaria-Prophylaxe einzunehmen und uns mit angemessener Kleidung und Anti-Brumm vor Stichen zu schützen. Für den Fall der Fälle ein Stand By Medikament mitführen. Der Besuch bei der Hausärztin hat uns aber sehr verunsichert. Sie empfiehlt uns, unbedingt eine Prophylaxe einzunehmen.

Nun meine Frage an Sie: was ist Ihre Erfahrung und wie schützen Sie sich gegen Malaria? Natürlichen können und dürfen Sie keinen medizinischen Rat abgeben, mich würde einfach interessieren, wie Sie damit umgehen.
Besten Dank für Ihre Hilfe und ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Kathrin Z.

Antwort:
Liebe Kathrin Z.
Es ist so, dass ich kein Arzt bin sondern Ethnologe und keine medizinischen Ratschläge geben darf. Es ist aber ebenso so, dass ich mich nunmehr 30 und mehr Jahre in Afrika und in Madagaskar herumgetan habe und es noch tue und dies manchmal an wilden Orten. Natürlich ist es so, dass ich selber schon mehrere Male Malaria hatte – aber ich lebe immer noch.
Meine persönliche Meinung ist: Malaria ist nicht zu unterschätzen und bleibt in Afrika weiterhin eine der fünf gefährlichen Krankheiten. Oft sterben unter- und fehlernährte Leute an Malaria. Wären sie gesund, wäre das meist nicht so. Zu sagen ist auch, dass nicht alle Regionen und nicht zu jeder Jahreszeit der Malaria ausgesetzt sind.
Ich habe festgestellt, dass Leute, die eine Malaria-Prophylaxe nehmen, während der Reise oft Beschwerden zeigen (Bauchweh, psychische Unstabilität). Ich habe bemerkt, dass Leute ihre mitgeführte Malariabehandlung vorschnell einnehmen, nämlich dann, wenn sie Kopfweh aus anderen Gründen haben, aber befürchten, nun einen Malariaanfall zu haben. Ich weiss, dass es in Madagaskar auch Ärzte und Malariamittel gibt und in Sachen Malaria wissen sowohl Ärzte wie auch die Bevölkerung, wie damit umzugehen ist.

Ich selber mache das so: Ich schütze mich mit Antibrumm (forte, rot) und mit den Moskitospiralen, die man in Madagaskar in jedem Quartierladen kaufen kann. Zudem kann man sich auch mechanisch (lange Ärmel, Moskitonetz etc) vor Stichen schützen. Wenn ich in Madagaskar unterwegs bin, dann mache ich vorher weder Prophylaxe noch habe ich eine Stand-by-Notration oder ein Moskitonetz mit dabei.

Die Chance, in einem Taxi-Brousse zu verunfallen und zu sterben, ist in Madagaskar weit höher einzuschätzen als die Gefahr, an Malaria zu sterben. Daher ist es sehr wichtig darüber nachzudenken, mit welchem Fahrzeug man unterwegs sein wird.

Bei weiteren Fragen rufen Sie mich einfach an. Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass obige Ausführungen meine rein persönlichen Erfahrungen reflektieren und keine Reiseempfehlung sind. Dazu verweise ich auf ärztliche Ratschläge.

Herzliche Grüsse aus dem Madagaskarhaus in Basel
Franz Stadelmann

Moskitonetz in Madagaskar

Frage:
Können sie uns eine Empfehlung geben, was für Moskitonetze ich kaufen soll. Es gibt  zwar eine grosse Auswahl im Internet, aber die einen kosten mehr als 100Fr. und es kommt ja darauf an, wie man sie befestigen kann, oder ob sie wie ein Zelt mit Stangen aufgestellt werden müssen? Da ich noch nie in einem Land war, wo man so etwas braucht, frage ich besser nach, damit ich nichts Falsches kaufe. Danke Gudrun

Antwort:
Liebe Gudrun
Ich würde gar kein Moskitonetz in der Schweiz oder in Deutschland kaufen. Man kriegt sie weit billiger und dies quasi überall in Madagaskar und hat dazu noch das Erlebnis des Kaufs auf dem Markt. Exponierte Hotels haben in ihren Zimmern bereits Moskitonetze installiert. (Bei einem Hotel ohne Moskitonetz bleibt ja immer die Frage, wie man sein eigenes Netz aufhängen soll. Natürlich gehören auf eine Madagaskarreise immer auch ein paar Meter Schnur/dünnes Nylonseil (für die Wäsche), aber diese Meter helfen meist nicht, ein Moskitonetz zu befestigen.)

Ich selber reise immer ohne Netz, aber mit Antibrumm (rot, forte) und kaufe in Madagaskar jeweils die Mosquitospiralen (grüne, abbrennbare Coils), die überall zu haben sind.
Es ist natürlich so, dass es Malaria in Madagaskar gibt. Ebenso verweise ich auf Tropenärzte für fachgerechte Informationen. Genauso und ebenso bin ich selber seit 1988 mit Madagaskar am tun und habe natürlich meine paar Malarias gehabt. Aber ich lebe immer noch. Ich habe Ende der 80er Jahre für die Schweizer Entwicklungshilfe (DEZA) im Gesundheitswesen gearbeitet und habe die ‘Pharmacies Communautaires’ aufgebaut‘: also draussen im Busch und primär an der (regenreichen) Ostküste und mithin in der ‘Malariaregion’. Nunja und kurzum: wir von der PRIORI haben Kontakte zu Ärzten im Fall des Falles und die Madagassen wissen sehr genau, was im Fall des Falles zu tun ist.

Die grösste Killergefahr in Madagaskar ist nicht die ‘Malaria’, sondern das ‘Auto’. Es gibt horrible Unfälle mit den ‘Taxi-Brousse’ und mit komischen Autovermietern. Daher ist die Auswahl der Reiseagentur, resp des Autovermieters, der Sie sich anvertrauen, sehr, sehr wichtig. Auch hier ist zu sagen und ich sage es nach meiner Erfahrung in Madagaskar seit 1988: es gibt viele Moskitos…

Herzliche Grüsse aus dem Madagaskarhaus

Franz Stadelmann

Moskitos in Madagaskar

Keine Angst vor Moskitos in Madagaskar!

Moskitos sind nervige Zeitgenossen, die neben juckenden Stichen in vielen tropischen Regionen der Welt leider auch Krankheiten wie Malaria verursachen können.

Auch in Madagaskar gibt es Moskitos und ein hoch eingestuftes Risiko für die Malaria Tropica. Dies sollte bei einer Reise in dieses wunderschöne Land berücksichtigt werden, sie jedoch auf keinen Fall davon abhalten. Durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und einige einfach umzusetzende Vorkehrungen auf Ihrer Reise können Sie die Gefahr dieser durch Moskitostiche übertragenen Krankheit gering halten.

Malaria Tropica in Madagaskar
Es gibt drei Arten von Malaria mit je unterschiedlichen Erregern und Krankheitsverläufen: Malaria Tropica, Malaria tertiana und Malaria quartana. Die in Madagaskar vorkommende Malaria Tropica ist eine Infektionskrankheit, die durch den Stich der weiblichen Anopheles-Stechmücke übertragen wird. Und dabei nur von jenen, die den Erreger in sich tragen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Das Risiko für Malaria Tropica ist dort grösser, wo die Anophelesmücken vermehrt vorkommen: in Madagaskar an der tropisch feuchten Ost- und Nordküste eher als im Hochland oder im trockenen Südwesten, und in der Regenzeit häufiger als in der Trockenzeit. Generell ist die Malaria Tropica jedoch auf der ganzen Insel das ganze Jahr über vorhanden. Die Mücken stechen besonders ab spätnachmittags und Frühabend und bei Windstille.

Wirksamer Schutz vor Mückenstichen
Die wirksamste Art sich gegen Malaria zu schützen ist es natürlich, nicht von Moskitos gestochen zu werden. Dafür helfen Eigenverantwortung ebenso wie verschiedene hilfreiche und effiziente Mittel, die es überall in Madagaskar zu kaufen gibt:
• Gerade morgens und abends sollten Sie versuchen, langärmlige helle Kleidung zu tragen und Mückenschutzmittel gegen die lästigen Tierchen (wir haben gute Erfahrungen mit AntiBrumm forte gemacht) auf die Haut auftragen.
• Es gibt auch extra Mittel, mit denen Kleidung imprägniert werden kann sowie Armbänder, oder elektronische Stecker, die mückenvertreibende Duftstoffe absondern. Diese Utensilien sollten Sie vor der Reise besorgen.
• In so gut wie jedem kleinen Einzelhandel (Epicerie) in Madagaskar findet man so genannte Coils – Räucherspiralen – gegen Stechmücken sehr günstig zu kaufen (ein Pack mit 10 Coils kostet etwa 50 Eurocent). Es gibt verschiedene Produkte, für Räume und Outdoor, meist asiatische Fabrikate, von denen die allermeisten sehr effektiv und unbedenklich für die Gesundheit sind. Die Abrennzeit liegt bei etwa acht Stunden.
Moskitonetze sind in Madagaskar in vielen Hotels der mittleren und oberen Preisklassen in den Zimmern vorhanden und meist in akzeptablem Zustand. Ein Stück Klebeband ist hilfreich, um vorhandene Löcher abzukleben. In Kombination mit Coils oder Mückenschutzspray werden Sie die Nacht gut überstehen.
• Falls kein Moskitonetz vorhanden ist hilft es, Ventilator oder Klimaanlage über Nacht anzulassen. Denn Anophelesmücken haben gekreuzte Flügel und können bei Wind nicht landen und stechen.

Medikamente und Versorgung in Madagaskar
Einen hundertprozentigen Schutz vor Malaria gibt es nicht. Bezüglich der Malariaprophylaxe durch Medikamente mit den üblichen Mitteln Malarone, Lariam und Co. haben wir von der PRIORI natürlich unsere ganz persönlichen Urteile und Erfahrungen. Sie verstehen, dass wir an dieser Stelle keinerlei ärztliche Hinweise geben dürfen. Wir verweisen Sie auf eine Anfrage bei Ihrem Hausarzt oder beim Tropeninstitut. Hilfreiche Links sind unserer Meinung nach u.a.www.gesundes-reisen.de oder http://www.safetravel.ch . Reisende aus der Schweiz finden auf unserer Webseite eine Liste von Tropen-Ärzten und Impfstellen.

Sollte wirklich einmal der Verdacht auf Malaria bestehen, so finden Sie in Madagaskar verteilt über das Land Apotheken, Krankenhäuser und Ärzte, die mit der Krankheit bestens vertraut sind und sehr gut einschätzen können, was zu tun ist.

Wir wünschen Ihnen einen guten Urlaub auf der grossen Insel, und kommen Sie gesund zurück!