Archiv der Kategorie: Klima und Reisezeit

Infos zum Klima Madagaskars und Hinweise zur besten Reisezeit für verschiedene Reiserouten in Madagaskar. Trockenzeit und Regenzeit, Temperaturen, Niederschläge und Hitze.

Madagaskar: Schlafsack im Juli?

Frage:
Ich habe eine kurze Frage betreffend unserer Reise durch Madagaskar: Da wir ja immer in Hotels/Herbergen übernachten, brauchen wir keine Schlafsäcke mitzunehmen? Ist das richtig so oder empfehlen Sie uns doch welche mitzubringen? Gerne erwarte ich Ihre geschätzte Antwort. Vielen Dank im Voraus!
Herzliche Grüsse aus der Schweiz ins ferne Madagaskar,
Adrian Z.

Antwort:

Lieber Adrian Z.
Zu Schlafsäcken in Madagaskar ist folgendes zu sagen:
Sie übernachten auf Ihrer Tour immer in Hotels, die das Bettmaterial vor Ort haben. Sie brauchen also keine Schlafsäcke mitzunehmen. Allerdings ist Juli / August ja auch die kalte Jahreszeit, so dass es am Abend doch frisch wird bis – wie man das nun neudeutsch sagt – gefühlt kalt. Das heisst, abends um acht Uhr mag es 15 Grad kalt werden. Um 22h00 hingegen wieder gefühlte 25 Grad, denn das THB-Bier und der ausgezeichnete Rum arrangé helfen eine grosse Menge, vom kalten in einen gefühlten Zustand zu gelangen.
Herzliche Grüsse aus dem spätsonnigen Madagaskarhaus und wir bleiben in Kontakt
Franz Stadelmann

Zyklon in Madagaskar

Frage:
Ich lese von den Zerstörungen in Madagaskar des Zyklons Chedza im Januar 2015. Gibt es in Madagaskar auch im September Zyklone?

Antwort:
Madagaskar im Indischen Ozean unterliegt den Winden und den Witterungen des Monsuns, der von Mitte November bis Mitte März die Regenzeit bringt. Mit der Regenzeit fallen immer auch wieder Zyklone über die Insel her. Ein Zyklon – in anderen Weltengegenden Taifun oder Hurrikan genannt – ist ein Wirbelwind, der Regen bringt. Diese Wirbelwinde bauen sich zu richtigen Schleudermaschinen auf, die sich dann über hunderte von Kilometern über Wasser und Land bewegen. Ihre Winde drehen sich im Kreis um das Auge, das mehrere dutzend Kilometer Durchmesser haben kann. Die Winde können dreihundert Kilometer schnell sein und die Regenmassen ganze Landstriche unter Wasser begraben.

In Madagaskar gelten laut Statistik die Monate Januar bis März als zyklongefährdet. Selten entwickelt sich ein Zyklon vor Jahresende und ab April sind Zyklone ebenso selten. Von Mai bis Oktober gibt es keine Zyklongefahr.

In Madagaskar trifft die Mehrheit der Zyklone aus dem Osten auf Land in der Region zwischen Tamatave und Masoala. Meist drehen die Zyklone bei Landkontakt wieder ab und erlöschen im Indischen Ozean ohne Zerstörungen zu hinterlassen. Alle paar Jahre aber richtet ein gewalttätiger Zyklon erheblichen Schaden an. Heutzutage werden die Zyklone per Satelliten beobachtet und wenn der Verlauf noch immer sehr schwierig ist vorauszusagen, so gehen doch Warnungen bereits Tage vor dem Eintreffen des Zyklons an die Bevölkerung. Trotzdem sterben bei jedem grösseren Zyklon immer auch Menschen. Meist nicht durch die Winde selber, sondern sie werden durch herabfallende Objekte (Dachziegel, Bäume) erschlagen oder sie ertrinken in den Wassermassen. Oft auch gibt es Tote durch die Folgeerscheinungen der Wassermassen: einbrechende Dämme, einstürzende Brücken. Die Gefahr von Seuchen nach Zyklonen ist gross und oft mangelt es an Nahrungsmitteln.

Ein typischer Vorbeimarsch eines Zyklons ist beeindruckend. Erst ist der Himmel tagelang bewölkt, grau und regnerisch. Dann beginnen die Windböen und ganz fürchterliche Regenmassen fliegen fast waagrecht durch die Luft. Die Sichtweite beträgt nur wenige Meter. Es ist unheimlich. Nach ein paar Stunden wird es ruhig, die Sonne scheint und der Regen hat urplötzlich nachgelassen. Dies ist das Auge des Zyklons. Die Marschgeschwindigkeit des Zyklons ist oft langsam. Manchmal nur 20 km pro Stunde. Aber nach einer Stunde oder wenig mehr beginnt das Rauschen der Winde und der waagrechte Wasserfall ganz plötzlich erneut. Es erscheint mehr und stärker zu sein. Hier fühlt man sich dem Weltuntergang sehr nahe. Das geht dann noch ein paar Stunden so bis man allmählich fühlt, dass Wind und Regen sich entfernen. Aufatmen. Schäden besichtigen. Neu beginnen.

Regenzeit in Madagaskar

Alle Jahre wieder – mehr oder weniger pünktlich im November/Dezember –  beginnt auf dem Hochland Madagaskars die Regenzeit und dauert bis März/April.

Sind die Regen unter Umständen im November manchmal noch eher selten, so kann man in den Monaten Januar und Februar sich ihrer sicher sein. Die tropische Regenzeit ist eindrücklich, die Wolkenbrüche kommen plötzlich, sind sehr heftig und hören auch plötzlich wieder auf.

Meistens braut sich am Nachmittag ein Gewitter zusammen, es donnert, blitzt und Wassermassen fallen vom Himmel. Ist das Gewitter vorbei, scheint  anschliessend oft wieder die Sonne vom blauen Himmel. Es kann aber auch vorkommen, dass es die ganze Nacht über regnet, dann allerdings weniger heftig und am Morgen ist es wieder schön. Die Regen sind oftmals sehr lokal, nur wenige Kilometer weiter ist alles trocken. Sofern man einen Panoramablick hat, sind diese Regenzonen aus der Ferne sehr gut als grau-schwarze Vorhänge am Himmel zu sehen. Das heisst nun allerdings nicht, dass es täglich gewittert und regnet. Es kann vorkommen, dass bis zu einer Woche und mehr gar kein Regen fällt.

In manchen Quartieren fällt während der Gewitter regelmässig der  Strom aus. Es kann Minuten oder Stunden dauern, bis er wieder zurück ist. Da Fenster und Dächer nicht immer ganz dicht sind, kommen Lappen, Planen und Eimer zum Einsatz, um dem eindringenden Wasser zu wehren. Dies gilt nicht nur für die Grasdächer, auch Wellblech und Ziegeln bilden keine Ausnahme. Vielfach liegen grosse Steine oder mit Sand gefüllte Säcke auf den Wellblechdächern, damit der Wind die Ränder nicht anheben kann. Nicht überall in Tana läuft das Wasser gut ab, so dass die Wassermassen wie kleine Bäche am Strassenrand entlang fliessen. Löcher und sonstige Unebenheiten sind mit Wasser gefüllt, zur Freude der Kinder, Enten und Gänse. In den Aussenquartieren, wo Strassen und Wege nicht asphaltiert sind, waten die Menschen durch den Matsch. Viele ziehen es vor, barfuss zu laufen.
Doch trotz heftiger Regengüsse geht das Alltagsleben weiter. Die Händler, die ihre Waren am Strassenrand verkaufen, decken diese mit Plastikplanen ab, Sonnenschirme schützen zusätzlich. Regenschirme, Regenjacken und sogar Duschhauben sind nun in Gebrauch, um die Menschen vor dem Gröbsten zu bewahren. Wenn der Regen gar zu stark ist, stellen sich die Fussgänger irgendwo unter und warten, bis es aufhört oder wieder weniger regnet. Wenn möglich, machen die Menschen um die  Pfützen und Lachen einen Bogen. Oft lässt sich allerdings nicht verhindern, dass man von einem vorbeifahrenden Auto nass gespritzt wird, weil dieses den mit Wasser gefüllten Löchern nicht ausweichen kann. Taxis haben jetzt Hochkonjunktur, denn die Stadtbusse sind nun noch voller als sonst, weil mancher, der in der Regel zu Fuss geht, bei diesem Wetter doch lieber ein Stück im Trockenen fährt.
Ganz anders kann sich die Regenzeit in den Monaten Januar und Februar präsentieren. Dies ist die Zeit der Zyklone von denen die grosse Insel fast regelmässig heimgesucht wird. Manchmal kann es sogar noch im März und April  zu diesen tropischen Wirbelstürmen kommen. In der Hauptsache ist die Ostküste von den verheerenden Auswirkungen betroffen. In Tana muss dann während einer Woche mit Dauerregen und konstant grauem Himmel gerechnet werden. Die Flüsse steigen rapid an und die Reisfelder sind mehr überschwemmt als sie sollten. Die Ähren sind im Wasser und der Reis muss deshalb oft kurz vor der endgültigen Reife geschnitten werden, um zu einem Ertrag zu kommen. Wartet man zu lange, verfaulen die Körner. Es kann allerdings auch vorkommen, dass die Samen zu keimen beginnen, je nach Höhe des Wassers, in dem die Pflanze steht.
In den seltenen Fällen, in denen es einem Zyklon gelingt, auch auf das Hochland zu treffen, stürzen Wassermassen sintflutartig vom Himmel herab, die mit Winden bis zu 200 Stundenkilometern begleitet werden. Die Schäden sind enorm. Sie reichen von Überschwemmungen, zerstörten Häusern, verwüsteten Feldern und Strassen bis zu  entwurzelten Bäumen, umgeknickten eisernen Werbetafeln und umgefallenen Betonpfosten, an denen die Stromkabel befestigt sind. Es kommt zu Stromausfällen von mehreren Tagen und wegen des starken Windes dringt der Regen sogar durch die Fenster- und Türritzen ein. So kommt es selbst in den Wohnungen im Ersten Stock zu Wasserschäden. Manche der traditionellen Häuser stehen bis zur Hälfte unter Wasser, die obdachlos gewordenen Menschen hausen in notdürftigen Unterkünften oder in Zelten, die vom Roten Kreuz oder anderen Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Auch Schweine, Hühner und Zebus müssen in provisorisch gezimmerten Verschlägen warten, bis das Wasser wieder zurückgeht. Aber auch unter diesen beschwerlichen Umständen geht das Leben weiter, die Madagassen sind Meister im Improvisieren und im Erdulden von Situationen, die nicht geändert werden können.
Im Februar 2012 wurde Madagaskar gleich zweimal von einem Zyklon „besucht“, wobei der erste davon – Giovanna – genau am Valentinstag auch über Tana rauschte. Davor wurde die Hauptstadt zuletzt 1994 von dem Zyklon Geralda aufgesucht. Hier ein paar Zahlen, um die Unterschiede zwischen einem üblichen Regenmonat und einem Zyklon-Monat deutlich zu machen:
Im Januar lagen die Temperaturen zwischen 17 und 35°C mit 470 mm Regen. Im Februar stieg der Niederschlag auf 692 mm mit Temperaturen zwischen 22 bis 35 °C. November und Dezember hingegen hatten jeweils 108 mm Niederschlag und Temperaturen zwischen 19 und 33°C.

 Weitere Infos zu Madagaskar auch unter www.priori.ch und www.priori-reisen.de

Temperaturen in Madagaskar im Januar

Frage:
Sehr geehrter Herr Stadelmann, sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe noch eine Frage zu meiner Reise nach Madagaskar:
Meerestemperatur in Ifaty / Anako anfangs Januar? Es geht um die Frage, ob wir zum Schnorcheln die Shorties mitnehmen sollen.
Mit bestem Dank zum Voraus und freundlichen Grüssen. Peter K.

Antwort:
Lieber Peter K.
Herzlichen Dank für Ihre Mail und gern beantworte ich Ihre Frage.

Temperaturen in Tulear
Im Januar wird es in der Region um Tulear, also auch in Anakao und in Ifaty, eine Tagestemperatur von weit über 30 Grad haben. Nachts fällt die Temperatur auf knapp unter 20 Grad.

Der Januar ist zwar der niederschlagsreichste Monat, aber in Tulear regnet es im Januar im Schnitt nur gerade 80 mm.

Die Regenzeit von Mitte November bis März ist auch die Zeit der Zyklone, die statistisch eher in der zweiten Hälfte der Regenzeit auftreten als in der ersten. Die allermeisten Zyklone fallen von Osten her in der mittleren und nördlichen Ostküste ein.

Tulear wird nur sehr selten – sagen wir alle 10 Jahre –  von einem Zyklon heimgesucht. Meist hat sich die Kraft des Zyklons dann bereits abgeschwächt. Zyklone bringen nicht nur Windkraft, sondern auch ausnehmend viel Regenfälle. Darunter hat Tulear immer wieder zu leiden. Auch wenn Tulear nicht von einem Zyklon betroffen sein mag, die Zyklontage bedeuten ein paar wolkenverdeckte Tage ohne Sonne.

Tulear liegt am relativ seichten und mithin warmen Kanal von Mozambique. Die Wassertemperatur im Januar liegt bei 25 Grad, kann auf 28 steigen und wird kaum unter 24 fallen. Anakao ist mit der vorgelagerten Insel Nosy Ve ein ideales Tauch- und Schnorchelgebiet. Es gibt dort und auch vor Ifaty Riffe, die ein grosses tauchiges Erlebnis ermöglichen. Begegnungen mit Haien sind nicht zu erwarten, hingegen ist auf die Stacheln der  – selten auftretenden – Seeigel aufzupassen.

Als Nichttaucher habe ich persönlich keine Erfahrung im Gebrauch von Shorties. Einen Tauchanzug oder auch Taucherhosen brauchen Sie aus Temperaturgründen nicht. Als normaler Schnorchler nutze ich Badehosen und bei längeren Aufenthalten ein T-Shirt, um Sonnenbrand zu vermeiden. In Anakao und in Ifaty können Schnorchel- und Tauchausrüstungen gemietet werden. Bezüglich der Tauchmaske empfiehlt es sich, die eigene mitzunehmen, um eine optimale Passform zu haben.

Prägnant gesagt: Im Januar werden Sie in Tulear sehr heiss haben und es wird nicht regnen.
Natürlich ist zu sagen, dass sich das Wetter  in den letzten Jahren auch in Madagaskar nicht mehr so verhält wie offenbar vor Jahrzehnten. Sie finden statistische Angaben zur Wassertemperatur von Anakao aufhttp://www.seatemperature.org/africa/madagascar/anakao-january.htm  und generelle Infos zum Klima unter http://www.toliara.climatemps.com/

Herzliche Grüsse aus dem Madagaskar und bei weiteren Fragen melden Sie sich einfach oder rufen mich an.

Franz Stadelmann
Madagaskarhaus PRIORI Reisen GmbH

Ausrüstung für Reise nach Madagaskar im Oktober

Frage:
Wir sind daran für unsere Madagaskar-Reise eine Ausrüstungsliste zusammenzustellen. Dazu haben wir Fragen zu folgenden Punkten:

– brauchen wir einen Seiden- oder Leinenschlafsack für Madagaskar?
– bequeme Nachtbekleidung (Thermounterziehwäsche??oder Seidenpyjama)
– 2 Passfotos für die Reserve?
– Bade-Bekleidung?
– Sind Moskitonetze oder Mückensprays in den meisten Hotels vorhanden?
– Ist eine Malaria Prophylaxe mitzunehmen empfehlenswert?

Antwort:
Danke für die Anfrage und die Ausrüstung hängt natürlich immer von der Jahreszeit und vom Reisevorhaben ab. ein Trekking verlangt eine andere Ausrüstung als ein Badeurlaub. für Ihr Reiseprogramm lauten die Antworten so:
– Seiden- oder Leinenschlafsack ist empfohlen für Ihren Aufenthalt bei der Familie im Dorf. In den sonstigen Hotels braucht es das nicht.
– Die Reise findet im Okt/Nov statt und dann ist es warm bis heiss. Thermounterwäsche ist nicht nötig.
– Es sind zum aktuellen Zeitpunkt sind bei Einreise keine Passfotos nötig (Die Einreisevorschriften mögen sich aber bis dahin ändern)
– Badekleidung ja: im Indischen Ozean / Kanal von Mozambique wird das Wasser sehr angenehm sein.
– Dort wo es sie braucht, hat es in den meisten Hotels Mosquitonetze. Es ist aber empfohlen, eine Flasche Antibrumm forte (rot) mitzunehmen.
– Zu Malaria bitte den Arzt konsultieren. (Im Okt/Nov, also vor der Regenzeit, ist aber auf Ihrer Reiseroute keine eigentliche Malariazeit.)

Bitte konsultieren sie auch unsere ausführliche Ausrüstungsliste für Madagaskar, die wir Ihnen gerne zuschicken. Franz Stadelmann (Nov. 2014)