Archiv der Kategorie: Strassen und Verkehr

Strassen und Verkehr in Madagaskar. Infos zur Infrastruktur, Mietwagen, Bus und Taxi-Brousse, Strassenverbindungen und Distanzen, Zeitplanung…

Landkarte von Madagaskar

Strassen und Landkarte von Madagaskar

Wer nach Madagaskar reist, braucht eine Landkarte. Die nach wie vor Beste Strassenkarte ist Madagasikara, die vom Nationalen Geografischen Instituts (FTM) in Antananarivo gedruckt wird. Sie zeigt Madagaskar im Massstab 1: 2’000’000 und bildet damit die grosse Insel auf 50 auf 100 cm in handlicher Form ab. Sie wird in Madagaskar hergestellt. FTM produziert auch Detailkarten Madagaskars in zwölf Sätzen im Massstab 1:500’000 ebenso wie noch detailliertere Ansichten, die jedoch nicht für die ganze Insel vorliegen.

FTM Landkarte und Strassenkarte Madagaskar

 

Die FTM-Landkarte im Massstab 1:2’000’000 kann beim Madagaskarhaus PRIORI in Basel bezogen werden. Kosten: 12 CHF / 12 Euro inkl. Porto und Verpackung. (Vorauskasse)

Es gibt auch von anderen Herstellern Landkarten von Madagaskar. Dazu gehören:

  • Madagaskar von Freytag & Berndt im Massstab 1:1’000’000. Die detailreiche Landkarte bildet Madagaskar auf zwei Seiten ab und ist daher etwas unhandlich.
  • Afrique Centre et Sud von Michelin beinhaltet auch Madagaskar im Massstab 1:4’000’000. Sehr ordentliche Karte im bewahrten Michelin-Stil. Sie eignet sich aber nur als schnelle Übersicht Madagaskars auf einer A4-grossen Fläche.
  • Madagaskar von Dumont wird als Beilage zum Reisehandbuch im Massstab 1:1’500’000 geliefert. Die kleingedruckte zweiseitige Karte ist zwar detailreich, aber infolge der kleinen Buchstaben unübersichtlich. Zudem verführen die eingezeichneten Provinzgrenzen dazu, sie als Strassen zu interpretieren
  • Madagascar von IGN im Massstab 1:1’250’000. Das Geografische Institut in Frankreich stellt solide Karten her und jene von Madagaskar (in Französisch und Englisch) ist ein guter Reisebegleiter.
  • Madagascar, Massstab 1:1’000’000 des kanadischen Fachverlags International Travel Maps & Books (ITMB) hat Zusatzinformationen (Ortsverzeichnis, Höhenquerschnitt)) und einen kleinen Stadtplan von Antananarivo eingebaut.
  • Madagascar von Reise Know-How Verlag ist im Massstab 1:1‘200‘000 besticht durch sein reiss- und wasserfestes Kunststoffpapier. Ein Ortsindex gehört auf der zweiseitigen Karte dazu. Interessant ist, dass die Karte elektronisch auf GPS-Geräte heruntergeladen werden kann.

Das Strassensystem Madagaskars hat sich seit der Kolonialzeit in seiner Linienführung kaum verändert.

Der Zustand der Strassen und Pisten unterliegt grossen Schwankungen, die auf Landkarten nur schwer abzubilden sind. Trotzdem ist eine Landkarte natürlich in der Reisevorbereitung sehr hilfreich und auch während der Reise. Doch wieviel Zeit für die Strecke tatsächlich gebraucht wird und welche Art Fahrzeug dazu notwendig ist, lässt sich aus einer Karte nicht herauslesen.

Interessant ist zu verfolgen, welche Fehler sich in den verschiedenen Landkarten finden. Die eine ganz typische Fehlinformation ist auf so gut wie allen Landkarten kolportiert und es scheint, dass sich letztlich alle von der Urmutter der Madagaskarkarten –  jener von FTM – inspirieren lassen.

Hilfreich sind die neuen Möglichkeiten im Internet und wegweisend dazu sind natürlich die Satellitenfotos auf google earth. Die früher ausgezeichnete russische – downloadbare – Karte Madagaskars scheint inzwischen im Netz unauffindbar, aber unter der folgenden URL http://www.svali.ru/all_pictures/149/1/index.htm sind Teilgebiete der FTM-Karte zu betrachten. Ebenso zu finden auf http://ats.abris-a.com/madagascar/map/maps.htm

Sind Sie an weiteren Informationen zu Strassenkarten und Verkehr in Madagaskar interessiert, dann lesen Sie auch gerne unsere Beiträge im Reisemagazin Madagaskar.

Strassenkarten für Madagaskar

Madagaskar ist 1,5 mal so gross wie Deutschland, doch es gibt keine aktuellen Strassenkarten. Der beste Strassenatlas für Madagaskar ist und bleibt die ‘Sarintanin-Dalana’, die ‘Carte Routière’ von FTM. Das ‘Foiben-Taosarintanin’i Madagasikara’ (FTM) ist das nationale Karteninstitut in Antananarivo.

Madagaskar Strassenkarten Carte de Madagascar FTM im DetailDie Übersichtskarte im Massstab 1:2’000’000 bildet Madagaskar in handlicher Grösse ab und genügt meist für die Zwecke einer Reise. Die faltbare Papierkarte zeigt die Berge, Strassen und Flussläufe in gut lesbarer Form. Auch die Distanzen sind vermerkt und ein paar Nationalparks. Allerdings ist die Abstraktion für Trekkingtouren zu gross. Ebenso eignet sie sich nicht für die Navigation auf See, denn die Untiefen sind nicht abgebildet.

Diese FTM-Karte geht auf eine Strassenkarte der 70er Jahre zurück, die ihrerseits noch in kolonialen Zeiten ausgearbeitet wurde. Die aktuelle 14. Edition von 2005 wurde gegenüber ihren Vorgängerinnen leicht überholt. So ist die RN7 als durchgehend asphaltierte Verbindung zwischen Antananarivo und Tulear eingezeichnet. Irreführend ist sie in der Auflistung der ‘Flugplätze’, die in der Legende auch Flugfelder genannt werden. Die Mehrheit davon sind ehemalige Graspisten, auf denen einst waghalsige Missionsflieger landeten. Viele davon sind heute längst nicht mehr in Betrieb. Interessanterweise ist der Grenzverlauf der 22 Regionen nicht eingezeichnet, hingegen wurde der Grenzverlauf der vorher existierenden 6 Provinzen wegretouchiert.

Egal welche der Druckversionen, die bei anderen Verlagen erschienen sind: die FTM-Karte ist die Mutter aller Karten. Oft, so scheint es, wurden auch die Fehler einfach mit kopiert. Dagegen ist das beste Beispiel einer eigenständigen Landkarte Madagaskars die russische Karte in kyrillischer Schrift, die während der sozialistischen Zeiten in Madagaskar von der damaligen UdSSR angefertigt wurde. Sie ist in elektronischer Form im Internet immer noch präsent und in höchstem Masse präzise, wenn auch nicht mehr ganz aktuell.

Madagaskar liegt noch in 12 Detail-Strassenkarten vor, die im Massstab 1:500’000 eine hohe Detailgenauigkeit haben. Bei FTM sind auch Karten im Massstab 1:100’000 erhältlich, allerdings sind nicht alle Regionen abgedeckt. Das nationale Karteninstitut publiziert auch ein paar thematische Karten, so etwa eine sehr brauchbare wandgrosse geologische Karte, die für Mineraliensammler sehr aufschlussreich sein sollte. Es gibt auch Spezialkarten, die für Schulen geeignet sind, so eine Auflage mit dem Thema der landwirtschaftlichen Produktion oder mit den klimatischen Gegebenheiten.

Nach wie vor ein tragendes Werk bleibt der ‘Atlas de Madagascar’, der in mehreren Etappen ab Ende der 1960er Jahre in Grossbuchform erschien. Das Werk, herausgegeben von der Geografenvereinigung Madagaskars, beleuchtet das damalige Madagaskar auf rund 60 Themenkarten im Massstab 1:4 Mio. Das Kartenwerk ist heutzutage auch in Buchantiquariaten kaum je erhältlich und bleibt das Referenzwerk für Madagaskar.

Seit wenigen Jahren bieten etliche nicht-madagassische Unternehmen auch Kartenmaterial in elektronischen Versionen an, sogar auch als App fürs Handy. Diese nicht vom FTM entwickelten Karten geben ein erstaunlich präzises Bild von Madagaskars Verkehrswegen wider und eignen sich sogar für Wanderungen. Allerdings sollte man sich hüten, ihnen blind zu vertrauen. Auch sie bergen irreführende Informationen, die bei Trekkings in abgelegene Gegenden Madagaskars lebensgefährlich sein können. Natürlich ist Madagaskar auch auf ‘Google Earth’ in oft erstaunlich detaillierter Auflösung erfasst. Auch hier mögen Routenrecherchen für geplante Abseitswanderungen nur bedingt möglich sein.

FTM Strassenkarten Madagaskar Carte de MadagascarDie gebräuchlichste Karte Madagaskars, die ‘Carte Routière’ im Massstab 1:2’000’000 ist erhältlich bei FTM in Antananarivo und kann auch im Madagaskarhaus in Basel bezogen werden.

Madagaskar: der Condor ist gelandet

El Condor vor der Ostküste Madagaskars

Condor Madagaskar: (PRIORI, 1. Mai 2015) In Madagaskar schweift ein Kondor über die Gewässer zwischen der kleinen Tropeninsel Ste. Marie und der Hauptinsel. Wie gelangt ‘El Condor’ nach Madagaskar?

El Condor Fährverbindung Soanierana Ivongo nach Sainte Marie

El Condor ist blau und weiss und sehr seetüchtig. Es ist ein 30 Meter langes Schiff, das fortan zwischen Soanierana-Ivongo und Ste. Marie hin- und her pendeln wird. Dabei kann das mit einem 1000 PS starken Motor ausgestattete Personenfähre rund 100 Fahrgäste befördern. Der schnittige Kahn hat sogar ein Sonnendeck. Der Kondor ist ab Mai 2015 in Betrieb.
Damit ist es nun das stabilste Schiff auf dieser Seeroute, die oft von hohem Wellengang geplagt wird. Daher fahren die Fähren lieber am Vormittag, wenn die See noch ruhiger ist. Es verkehren mehrere Boote auf dieser Linie, auf der es zwischen Juni und September sogar Buckelwale zu sehen gibt.

Strassen in Madagaskar

Madagaskar ist ein sehr grosses Land. Es gibt Strassen von Norden bis Süden und von Osten bis Westen, aber sie sind nicht zu vergleichen mit den Strassen in Europa.

Franz Stadelmann gibt in diesem kurzen Film ein paar Informationen über die Strassenverhältnisse in Madagaskar.

Schiffsverbindung Ostküste Madagaskar

Die Schiffsverbindungen entlang der Ostküste von Tamatave nach Maroantsetra bleiben prekär.

Schiff Ostküste Madagaskar Gasikara BeDie derzeitigen Schiffsverbindungen zwischen Tamatave nach Soanierana-Ivongo (mit dem Transferbus), dann weiter mit dem Passagierschiff nach Manompana – Mananara Nord – Maroantsetra bleiben unstabil. Das bisherige Passagierschiff ‘MELISSA’, sowie die 2014 in Betrieb gesetzte ‘GASIKARA BE’ vermögen nicht, einen planbaren Passagierverkehr zu bieten. Dies trotz langer Vorbereitung (siehe Bericht unten).

Die ‘MELISSA’ sollte normalerweise zweimal pro Woche ab Soanierana-Ivongo nach Maroantsetra fahren und an den Folgetagen zurück. Die Tour ist mit wesentlich billiger als das Flugzeug. Erlaubt sind 25 kg Gepäck im Frachtraum und 5 kg Handgepäck. Doch trotz genügend Reiseanfragen schaffen es die beiden Unternehmen derzeit nicht, ihren Service in kalkulierbare Dimensionen zu bringen.

Natürlich spielt die Meteorologie eine Rolle und die zuweilen schwere See kann zu Fahrplanverschiebungen führen. Trotzdem ist (mit Stand Beginn April 2015) unklar, wann ein einigermassen zuverlässiger Verkehr aufgenommen werden kann. Die Unternehmen halten sich dazu auch auf wiederholte Nachfrage hin sehr bedeckt.

Für zeitgebundene Reisende bleibt das Flugzeug die einzige Alternative. (Franz Stadelmann, März 2015)

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(Mai 2014) Die “GASIKARA BE” fährt ab 01 Juni 2014 von Sainte Marie nach Maroantsetra!
Das Boot misst 15 m und ist 3.9 Meter breit. Es kann bis zu 58 Personen transportieren. Angetrieben wird es von zwei Motoren zu je 260 PS. Das Schiff kann 16 Tonnen transportieren und ist mit Rettungsmaterialien, Funk und Feuerlöschern ausgerüstet.

Diese neue Verbindung ermöglicht es, von Soanierana Ivongo nach Maroantsetra zu gelangen. Dies ist eine reelle Erleichterung des Verkehrsnetzes, denn die RN5 entlang der Ostküste ist in einem miserablen Zustand, deren Befahrung nur mit Allradfahrzeugen à la Camel Trophy möglich ist. Einzige Alternative dazu sind die teuren Flüge der Air Madagascar.
Ein anderes Passagierschiff, die ‘MELISSA’, versucht seit Jahren, einen Passagierdienst entlang dieser Küste zu betreiben. Der Dienst bleibt aber äusserst unregelmässig und unzuverlässig. Oft verkehrt die ‘MELISSA’ monatelang nicht.