Komoren – Das Land

Komoren – Das Land besteht aus der Union der Komoren

Diese setzt sich zusammen aus drei Inseln:Karthala-Das Land: Landkarte der vier Komoreninsel inklusive Fährverbindungen

  • die Hauptinsel Njazidja (Grande Comore),
  • die Jasmininsel Anjouan (Nzwani) sowie
  • die Naturinsel Mwali (Mohéli).

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, aber aufgrund des tropischen Klimas fruchtbar und grün.

 

Grande Comore

Komoren - Das Land: Insel Grande ComoreDiese Insel ist mit 1013 Quadratkilometern knapp so gross wie der Kanton Uri und nicht mal halb so gross wie das Saarland. Die über 60 km von Nord nach Süd sich erstreckende Insel wird in ihrem Inneren von zwei Landschaften dominiert: im Süden ist es der Karthala und im Norden ist es die Steingeröllebenen von La Grille. Entlang der Meeresküste finden sich aber immer wieder ausgedehnte Sandstrände.

Der poröse, vulkanische Untergrund lässt jegliches Wasser einsickern. Es gibt keinen einzigen permanenten Fluss auf Grande Comore.

Sehenswerte Orte auf Grande Comore:

Moroni
Die Hauptstadt der Komoren, Moroni, liegt im Süden der Insel Grande Comore und es leben hier etwa 50.000 Menschen. Diese alte Handelsstadt wurde im 10. Jahrhundert von arabischen Seefahrern gegründet und hat sich bis heute viel Flair aus alten Zeiten erhalten. Mit ihrem alten arabischen Hafen, beeindruckenden Moscheen, engen Gassen und einem bunten Markt gibt es in dieser ruhigen, malerischen Stadt einiges zu entdecken. Sie ist auch das religiöse Zentrum des islamischen Inselstaates. Von den Minaretten der Vendredi Moschee hat man einen grandiosen Ausblick. Ein modernes Regierungsgebäude und grosse Plätze mit exotischen Pflanzen prägen die Innenstadt, dazu im Kontrast stehen die engen Gassen und der Trubel auf dem grossen Marktplatz des Volo-Volo-Marktes. Dort findet man neben tropischen Früchten, exotischen Lebensmitteln und Gewürzen viele Schmuckhändler, Schmiede sowie Handarbeiten aus Holz, die bei erfolgreichem Handel zu günstigen Preisen erworben werden können. Zusätzlich verfügt Moroni über das empfehlenswerte Hotel und Restaurant Jardin de la Paix. Es befindet sich im Quartier Ambassadeur. Die eines Garten ähnelde Terrasse lädt zum Verweilen ein und auch das Essen bietet einen guten Grund dieses Restaurant zu besuchen. Bevorzugen Sie eher indische Küche, dann ist das Restaurant Rishma eine gute Adresse für Sie. Ebenfalls im Quartier Ambassdeur gelegen, befindet sich das Restaurant genau gegenüber des Hotels Les Arcades. Benannt ist das Restaurant nach der Tochter des Besitzers.

Lac Sialé
Im Norden von Grande Comore liegt der Lac Sialé, ein wunderschöner Kratersee, welcher durch ein bewachsenes Riff vom Meer getrennt wird.

Foumbuoni
An der Ostküste dieser komorischen Hauptinsel liegt die alte und sehenswerte arabische Stadt Foumbuoni mit einem alten Königspalast und einer Festung aus dem 18. Jahrhundert. Sie war die frühere Hauptstadt des Sultanats Badjini. Hier kann man durch die „Goba la Salama“ laufen, ein altes, beeindruckendes Stadttor, durch das die jungen Krieger die Stadt verliessen, um in Kriege zu ziehen. Ein Gang durch diese Porte sollte Glück und eine gesunde Rückkehr bringen.

Ikoni
Die Stadt Ikoni, ganz in der Nähe von Moroni gelegen, zählt zu den ältesten Siedlungen der komorischen Inseln. Bekannt ist sie bei Reisenden vor allem aufgrund ihrer Geschichte: im 19. Jahrhundert, als madagassische Piraten die Komoreninseln heimsuchten, stürzten sich hier Frauen die Klippen herunter, um den Piraten entgehen. Neben den geschichtsträchtigen Klippen von Ikoni ist auch das historische Stadtzentrum einen Besuch wert.

Itsandra
In der Nähe von Moroni befindet sich das sehenswerte Fischerdorf Itsandra, das bereits im 10. Jahrhundert gegründet wurde. Zahlreiche historische Denkmäler, der alte Dorfplatz, eine alte Festung und Königsgräber sind hier sichtbar. In diesem Ort befindet sich ebenfalls das nationale Zentrum für Handwerk der Komoren (CNAC), dessen Mission die Förderung des komorischen Handwerks ist. Unweit des Ortes finden sich die wohl schönsten Strände der Komoren.

Mitsamiouli
Tauchsportbegeisterte zieht es immer wieder in die Gegend von Mitsamiouli an der Nordwestküste von Grande Comore. Dieser kleine Urlaubs- und Fischerort mit weissen Sandstränden und einer vielseitigen Unterwasserwelt ist auch bei europäischen Honeymoonern sehr beliebt.

Mitsoudje
Dieser kleine Küstenort im Südwesten Grande Comores ist ein großes Zentrum der Holzschnitzerei. Die Handwerker machen Türen, Schränke, aber auch kleine Objekte sowie Souvenirs. In der Nähe finden sich Ylang-Ylang-Plantagen. Die intensiv duftenden Blüten werden weltweit zur Parfümherstellung exportiert.

Mont Karthala

Komoren - Das Land: Karthala Vulkan Aussicht

Der Vulkan Mont Karthala auf der Insel Grande Comore ist mit einer Höhe von 2361 Metern der höchste Berg der Komoren. Er gilt als aktivster Vulkan der Union der Komoren. 2005 und 2006 gab es kleine Ausbrüche, bei denen es jedoch keine Explosion und nur einen geringen Lavaausbruch gab. Seitdem sind grosse Teile des Vulkans mit Asche bedeckt und der vormals giftgrüne Kratersee, der sich beim Ausbruch im Jahr 1991 gebildet hatte, ist verschwunden. Nach dem Ausbruch im Jahr 2005 wurden vorsichtshalber 40.000 Komori umgesiedelt.

Der Vulkan ist ein landschaftliches Highlight jeder Komorenreise. Wie ein Königsthron füllt er die südliche Hälfte der Insel Grande Comore aus und bietet eine eindrucksvolle Kulisse für die Hauptstadt Moroni.

Reisende können den Mont Karthala besteigen und einen Blick in den tiefen Krater mit fast vier Kilometern Durchmesser werfen, der als grösster Vulkankrater der Welt gilt. Die Aussicht von diesem höchsten Punkt der Komoren-Union ist ebenso beeindruckend. Aber auch der Anstieg selbst ist atemberaubend: zu Fuss durchquert man verschiedene Vegetationszonen und erkaltete Lavafelder, stets mit einem herrlichen Blick in die Ferne auf den tiefblauen indischen Ozean. Gelbwolkige Schwefeldämpfe verlassen an mehreren Stellen den Berg. Diese Wanderung ist kein Spaziergang, der kräftezehrende Aufstieg dauert mehrere Stunden ohne jeglichen Schatten und mit einem gewaltigen Höhenunterschied. Geübte Berggänger schaffen diese einmalige Tour aber problemlos. Klettererfahrung ist nicht nötig. Mehrere romantisch anmutende Berghütten können als Übernacht-Stopp genutzt werden. Ebenso ist es möglich, an bestimmten Stellen sein Zelt aufzuschlagen.

Komoren - Das Land: Trekking Kartala Vulkankrater CalderaDie Tour zur Karthala-Caldera ist kein Spaziergang. Der Aufstieg von 6 bis 10 Stunden ist eine Wanderung und keine Felsenkletterei. Beim Caldera-Ring angekommen, beeindruckt der Blick in die unendliche Tiefe des Schlundes. Man kann in mehrstündigen Marsch auch in den Schlund absteigen und über schwarzstaubigen Lavafeldern bis zu einem erneuten Krater marschieren. Rotglühende Lava wird man allerdings nicht sehen.

Anjouan

Komoren - Das Land: Anjouan Markt Gewürze Anjouan ist die zweitgrösste Insel der Komoren, misst jedoch nur 424 km². Hier finden sich die meisten Parfümpflanzen-Plantagen der komorischen Union – Ylang-Ylang, Jasmin, Basilikum, Nelken, Vanille sowie viele weitere der duftenden Küchen- und Parfümzutaten werden hier angebaut und handwerklich verarbeitet. Dieser Tatsache verdankt die Insel auch ihren Spitznamen „Gewürzinsel“.Von heftigen Erosionen geprägt, ist Anjouan heute die bergigste der drei Komoreninseln: schroffe Reliefs, steile Hanglagen sowie enge Täler prägen die Insel. Der höchste Berg, Mont Ntrigui, ist 1595 Meter hoch und wird vom Gipfelsee Dzialandzé dominiert. Reisende können hier herrliche Krater mit Wasserbecken, Archipel-Täler und eine vielseitige Flora und Fauna mit Wasserpflanzen sowie Lianenwäldern, Fledermäusen und Lemuren erleben.

Sehenswerte Orte auf Anjouan:

Pomoni
Die Pomoni Region im Süden der Insel, auf der Südseite des Ntrigui-Berges ist ein beliebtes Urlaubsziel. Bei Moya und Foumbany finden sich die schönsten Sandstrände Anjouans. Auch die Überreste der ersten Zuckerfabrik und von Gebäuden aus der Kolonialzeit sind hier noch sichtbar. Die Region gilt als der grünsten Bereich der Insel und wird durch mehrere Bachläufe durchzogen, die vom Dzialandzé-See stammen. Reisende können auch die Pomoni-Lagune besuchen, an der viele Boote zu Wasser gelassen werden.

Mutsamudu
Mutsamudu ist die Hauptstadt Anjouans sowie die zweitgrösste Stadt der Komoren. Die Stadt liegt im Norden der Insel und wurde bereits im Jahre 1492 gegründet. Mit ihren kleinen, engen, malerischen Gassen, einer islamisch-arabischen Handelskultur, terrassenförmig gebauten alten Häusern und einer portugiesischen Zitadelle aus dem 18. Jahrhundert ist die Altstadt Mutsamudus in jedem Fall sehenswert und lohnt einen Besuch. Auch einen Tiefseehafen findet man hier.

Noumakélé
Im Südwesten Anjouans liegt die Region Noumakélé mit zwei beeindruckenden Naturräumen: Die Ngomadjou Klippe und der Strand von Chiroroni, ein riesiger weisser Sandstrand, der zu den schönsten Stränden und Badeorten zählt sowie als der beste Tauchspot der Komoren gilt.Die Gegend war bekannt für ihre Sisal-Produktion. Noch heute können die Reste der Sisal-Fabrik besichtigt werden: riesige, beeindruckende Maschinen, die verwendet wurden, um die Sisalfasern zu zerkleinern und ein alter Turm, in dem die Dampfmaschine untergebracht war, um das Kraftwerk mit Strom zu versorgen.

Domoni
Auch der beschauliche Ort Domoni ist sehenswert. Die ehemalige Königsstadt aus dem 9. Jahrhundert zeigt gepflegte Straßen mit hübschen Gärten und adretten Häusern und ist bis heute für komorische Verhältnisse eher wohlhabend. Der Grund für den Wohlstand in Domoni: Es ist der Heimatort des ehemaligen Präsidenten Abderahmane.

Mohéli

Komoren - Das Land: Boot nach Mohéli mit Menschen am StrandDie kleine Insel Mohéli ist die am wenigsten entwickelte der drei Komoren-Inseln. Mit 290 Quadratkilometern erscheint sie wie die unschuldige kleine Schwester gegenüber den anderen beiden. Dafür finden Reisende hier die faszinierendste Natur der Inselgruppe mit tiefgrünen, dichten Urwäldern mit seltenen Fledermäusen, abenteuerliche Strassen, abgelegene Buchten mit weissen Sandstränden, Schildkröten-strände, kleine Dörfer mit aus Lehm gefertigten Häusern und zahlreiche Gewürzplantagen.

Sehenswerte Orte auf Mohéli:

Mohéli National Marine Park
Die Unterwasserwelt dieser Insel ist atemberaubend und Taucher können vor Mohéli die prächtigsten Korallen des Indischen Ozeans sehen. Es wurde daher bereits 1988 ein Küsten- und Wasserschutzgebiet, der „Mohéli National Marine Park“, gegründet.

îlots de Nioumachoua
Vor dem Dorf Noumachoua auf Mohéli liegen die îlots de Nioumachoua: neun kleine unbewohnte Inseln, die man mit dem Boot erreichen kann. Die Inseln erstrecken sich über eine Fläche von 900 Hektar und bilden ein schönes Ensemble mit hohem ökologischem Nutzen und einer grossen Biodiversität. Hier findet man ganz unterschiedliche Habitate, die von farbenfrohen, intakten Korallenriffen, über Stränden mit Vulkansand bis hin zu Mangrovenwäldern, Höhlen sowie Wasserfällen reichen. Die breiten Sandstrände, die die Inseln umgeben werden während der Laichzeit sehr gerne von Meeresschildkröten frequentiert. Daher haben sie ein sehr wichtiges wissenschaftliches Potenzial und sind gleichzeitig ein Erholungsgebiet.

Fomboni
Mohélis Hauptort Fomboni im Norden der Insel ist nicht mehr als ein Dörfchen, das bereits im 9. besiedelt wurde. Der beschauliche Küstenort wird durch ein großes Korallenriff vom Atlantischen Ozean geschützt. Reisende finden hier einen kleinen Hafen, einen lebendigen Markt sowie die zentrale Strasse Fombonis, die keinen Namen hat.

Nioumachoua
Nioumachoua ist der zweitgrößte Ort der Insel und nur neun Kilometer von Fomboni entfernt. Hier können Reisenden zahlreiche Aktivitäten buchen: Walbeobachtungen vor der Küste (von Juli bis Oktober), Fledermaus-Beobachtungen in der Stadt oder Fischerbootausflüge.

Geschichte der Komoren

Die Komoren haben eine äusserst bewegte Geschichte hinter sich. Die Einflüsse sind bis heute sichtbar. Hier nur ein kurzer Abriss der wechselhaften Vergangenheit der Inseln:

Um das Jahr 800 nach Christus gehörten die Komoreninseln zum Herrschaftsgebiet des Oman.

Im Jahr 1503 entdeckten erstmals portugiesische Seefahrer die Inseln und verzeichneten sie auf ihren Seekarten. Ebenfalls im 16. Jahrhundert liessen sich persische und arabische Handelsmänner auf den Inseln nieder und gründeten auf den vier Hauptinseln Grande Comore, Mohéli, Anjouan sowie auf Mayotte eigene Sultanate.

Die Komoren wurden im frühen 18. Jahrhundert sehr häufig von, überwiegend madagassischen, Piraten überfallen. Zeitweise übernahmen diese sogar die Herrschaft auf den Inseln Mohéli und Mayotte. Die Piratenangriffe gingen weiter, bis die Sultane der komorischen Inseln Frankreich um Militärunterstützung baten. Als Folge wurde die südlichste Insel der Komoren, Mayotte, im Jahr 1841 zum französischen Protektorat erklärt. Ab 1886 standen dann alle Inseln der Komoren unter französischem Einfluss. Die Inseln bildeten jedoch aufgrund der unterschiedlichen Sultanate damals noch keine Einheit. Erst 1912 wurden die Komoren von Frankreich zu einer kolonialen Einheit zusammengeschlossen, nachdem die Sultane von den Inseln vollständig abzogen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auf den Komoren auch die Sklaverei abgeschafft. Die französische Kolonie Komoren wurde 1914 dem Generalgouverneur von Madagaskar unterstellt.

Seit 1946 waren die Komoren weitestgehend autonom von Frankreich, im Jahr 1956 war Frankreich bereit, die Komoren zeitnah in die volle Unabhängigkeit zu entlassen und das französische Protektorat zu beenden. In einer Volksabstimmung sprach sich jedoch eine Mehrheit der komorischen Bevölkerung gegen dieses Bestreben aus. Erst einige Jahre später stimmte das Volk zu, so dass die Komoren am 6. Juli 1975 ein eigenständiger Inselstaat wurde. Lediglich die Bevölkerung von Mayotte votierte gegen die Unabhängigkeit sowie für einen Verbleib bei Frankreich. So kam es, dass Mayotte seit der Unabhängigkeit der Komoren politisch nicht mehr offiziell zu dieser Inselgruppe gehört, sondern ein französisches Überseedepartement ist.

Im Jahr 1978 führte der autonome Inselstaat Komoren eine neue Verfassung ein. In dieser wurde der Islam als Staatsreligion verankert und die Komoren zu einer islamischen Republik erklärt. Ahmed Abdallah Abderemane wurde der erste Staatspräsident, Salim Ben Ali der erste Regierungschef.

Seit 2001 werden die drei komorischen Hauptinseln Grande Comore, Anjouan, und Mohéli amtlich als «Union der Komoren» bezeichnet. Jede Insel hatte bis dahin noch immer ihre eigene Nationalflagge, aus der im Zuge dessen eine gemeinsame Flagge entwickelt wurde. Die Elemente der Flagge von Mayotte wurden in die neue Nationalflagge mit aufgenommen, was den Anspruch der Komoren auf diese vierte Insel bis heute jedoch sehr deutlich macht.

Bis heute sieht man auf den Komoren die verschiedenen Einflüsse aus den geschichtlichen Epochen. Da stehen frühmittelalterliche Stadtfestungen mit dicken burgartigen Ringmauern, die zum Schutz vor den Piraten errichtet wurden. Prachtvolle Sultanspaläste und enge Gassen lassen die Stadtzentren noch immer orientalisch anmuten. Daneben historische Moscheen, französische Kolonialbauten und ein Bevölkerungsmix aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Die Komoren sind ein gelungener vielseitiger Eintopf.

Legionäre

Die Weltöffentlichkeit verbindet die Komoren noch immer mit der Herrschaft der Legionäre, die unter Bob Denard von 1975 bis 1991 auf den Komoren das Sagen hatten. Doch diese Episode ist seit über zwei Jahrzehnten vorbei. Die Union der Komoren wird so demokratisch regiert, wie es möglich ist.

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Komoren, die Komori, ist eine bunte Mischung aus Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorfahren: Araber, Madagassen, Bantu (Nachkommen afrikanischer Sklaven), Inder sowie Indo-Melanesier kamen zu verschiedenen Zeiten der Geschichte auf die Inseln im Indischen Ozean und haben sich niedergelassen. Die Komori machen heute 97 Prozent der dort lebenden Bevölkerung aus. Daneben leben auf den Komoren auch einige hundert Europäer, von denen die meisten Franzosen sind. Insgesamt leben knapp 790.000 Menschen in der Union der Komoren.

Die meisten Komori leben auf der zweitgrössten Insel Anjouan. Aufgrund der Topografie der Inseln mit gebirgigen, zerklüfteten Zentren leben viele Menschen in kleinen Fischerdörfern entlang der Küsten. Da die einzelnen komorischen Inseln untereinander schwer zu erreichen sind, leben die Menschen oft ziemlich isoliert voneinander.

Die Komoren sind eine islamische Republik, der Islam ist Staatsreligion. Entsprechend sind die Komori zu grosser Mehrheit Muslime. 95 Prozent von ihnen bekennen sich zum sunnitischen Islam. In der indischen Minderheit findet man vorwiegend Ismailiten, auch einige kleinere christliche Gemeinden gibt es.

Kultur

Auch im Alltag der Komori spielt die Religion eine bedeutende Rolle. Es gibt zahlreiche religiöse Bräuche und Sitten, die auch von Reisenden toleriert werden sollten. Besonders während des Ramadan ist der Tagesablauf verändert.

Reisende tun gut daran, zu akzeptieren, dass Zeit auf den Komoren keine große Rolle spielt. Hier läuft alles sehr ruhig, entspannt sowie ohne Formalitäten ab, was auch regelmässig mit erheblichen Verspätungen einhergeht.

Traditionelle Hochzeiten auf den Komoren sind spektakuläre Feste, die auch für Reisende spannende Einblicke in die Kultur des Landes bieten. Die so genannten „Grands Mariages“ dauern mehrere Tage, an denen verschiedene Zeremonien stattfinden. Üblicherweise werden diese grossen Feste nur von Zugehörigen der höheren Gesellschaftsschicht ausgerichtet. Aber auch diese sparen oft jahrelang und verschulden sich dafür.

Da die meisten Komori dem Islam zugehören sind auch die meisten Feiertage auf den Komoren muslimisch. Die beiden wichtigsten islamischen Feste, das Opferfest Eid al-Adha am Jahresbeginn sowie das Opferfest Eid al-Fitr zum Ende des Fastenmonats Ramadan, richten sich nach dem Mondkalender und sind in ihren Daten entsprechend jährlich wechselnd. Beide Feste werden, je nach Region, zwischen zwei und zehn Tage lang gefeiert. Auch der Geburtstag des Propheten, das Islamische Neujahr, Ashura sowie Weihnachten sind gesetzliche Feiertage in der Union der Komoren.

Regionale komorische Feiertage sind zudem der Tag der Unabhängigkeit am 6. Juli. Auch die Todestage ehemaliger Präsidenten gelten als Feiertage: der 18. März (Gedenken an Said Mohamed Cheik), der 29. Mai (Gedenken an Ali Soilih) sowie der 24. November (Gedenken an Abdallah). Zudem werden der Tag der Arbeit am 1. Mai und der Jahrestag der Gründung der Union der Komoren am 25. Mai gefeiert.

Natur

Die tropischen Komoreninseln bieten abwechslungsreiche Natur auf engem Raum. Ganz unterschiedliche Biotope, von Savannenlandschaft bis hin zu dichtem Regenwald bieten zahlreichen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Dabei sind nur noch 15 Prozent der komorischen Landesfläche mit natürlichem Wald bedeckt. Viele Wälder fielen der Brandrodung zum Opfer, um landwirtschaftliche Anbauflächen zu erhalten. Der tropische Regenwald ist heute fast nur noch in den Höhenlagen der Inseln zu finden.

Flora
Weiträumige Mangrovenwälder prägen die Küsten der Komoreninseln. Die Mangroven bestehen aus salzwasserfreundlichen Bäumen und Sträuchern, die sich an die Lebensbedingung der Meeresküste angepasst haben. Mit ihren teils riesigen Luftwurzeln bieten sie neben Landtieren auch zahlreichen Fischen sowie Krebsen einen Lebensraum.

Palmen, Orchideen, Baobabs, Badmiesbäume, Bougainvillea und Hibiscus – das sind nur wenige der auf den Komoren beheimateten Pflanzenarten. Bananen- sowie Kokosnuss-Plantagen findet man hier ebenso wie zahlreiche weitere tropische Nutzgewächse.

Dazu sind zahlreiche Gewürze wie Vanille, Zimt, Nelken und Pfeffer allgegenwärtig und werden auf Plantagen für den Eigenbedarf als auch für den Export angebaut. Auch Duftpflanzen wie Ylang Ylang spielen eine bedeutende Rolle für die Komoreninseln: 70 Prozent der Naturstoffe für die französische Parfümindustrie werden hier produziert.

Fauna
In den Regenwäldern der Komoren leben zwei Lemurenarten: der Mongozmaki ist ausschliesslich hier beheimatet und vor allem nachts aktiv. Er wird von den Einheimischen daher auch „Kobold der Nacht“ genannt. Daneben kann man mit etwas Glück auch den Mohrenmaki entdecken, den es auch auf Madagaskar gibt.

Vor der Küste der Komoren leben faszinierende Riesenwasserschildkröten. Vor der Westküste der Komoreninsel Mohéli ziehen von Juli bis Oktober Wale vorbei. Die Unterwasserwelt dieser Insel ist so beeindruckend, dass hier der „Mohéli National Marine Park“ gegründet wurde: wer sich auf einen Tauchgang begibt oder schnorcheln geht, kann hier farbenprächtige und unversehrte Korallen bewundern.

Auch für seine zahlreichen Schmetterlinge in allen Formen und Farben sind die Komoren bekannt.

Ein schon längst ausgestorben geglaubtes Wesen, der Quastenflosser Coelacanthe, wurde in 200 Metern Tiefe vor den Komoren entdeckt. Der Fund dieses Mischwesens aus See- und Landtier war eine wissenschaftliche Sensation. Ein ausgestopftes Exemplar, das über einen Meter groß ist, kann im Museum von Moroni auf der Insel Grande Comore bestaunt werden.

Wirtschaft

Die Komoren zählen zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Bevölkerung wächst schnell, die wirtschaftliche Entwicklung hingegen geht nur sehr langsam voran. Die meisten Menschen auf den Komoren leben von der Hand in den Mund und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit.

In der Landwirtschaft werden in kleinen Betrieben Bananen, Mais, Reis, Kartoffeln sowie Maniok angebaut. Etwa 75 Prozent der Komorer leben von der Landwirtschaft und vom Fischfang für den Eigenbedarf.

Der industrielle Wirtschaftszweig ist auf den Komoren so gut wie nicht vorhanden. Die einzigen vorhandenen Industriebetriebe auf den Inseln sind kleine Unternehmen, die beispielsweise Nahrungsmittel weiter verarbeiten oder Seifen und Öle produzieren. Für das Bruttoinlandsprodukt spielen sie jedoch so gut wie keine Rolle.

Der Gewürzanbau spielt eine bedeutende Rolle. Vanille, Gewürznelken, Kakao sowie Pfeffer werden auf Plantagen für den Export angebaut. Auch die Ylang-Blüten, deren Öl als Duftstoff in der Parfümindustrie verwendet wird, ist ein wichtiges Exportgut der Komoren.

Hauptexportpartner der Union der Komoren ist nach wie vor Frankreich. Bis heute ist die Inselrepublik aber auch immer noch stark auf ausländische Budgethilfe angewiesen – auch hier hauptsächlich aus Frankreich.

Der Inselstaat verfügt kaum über Bodenschätze. Zahlreiche Produkte, wie Maschinen, Erdölprodukten und chemische Waren sowie verschiedene Nahrungsmittel können nicht selbst auf den Komoren hergestellt werden und werden daher importiert. Neben Frankreich sind auch die Arabischen Emirate und Südafrika wichtige Importpartner für die Union der Komoren.

Seit einigen Jahren haben sich die Komoren für Touristen geöffnet. Die Entwicklung touristischer Produkte wird durch Frankreich und Südafrika gefördert. Bislang spielt der Tourismus jedoch eine sehr untergeordnete Rolle und auch die touristische Infrastruktur ist kaum vorhanden. Die meisten Touristen auf den Komoren kommen aus Frankreich. Es gibt mittlerweile einige Reiseveranstalter, die den Inselstaat in ihr Programm aufgenommen haben, sich dabei aber meist auf Charter- bzw. Pauschalangebote in wenigen Hotels auf Grande Comore und Mayotte beschränken.