Komoren – Reiseinformationen

Informieren Sie sich in unseren PRIORI Komoren – Reiseinformationen für Ihre nächste Reiseplanung im Voraus und während Ihrer Reise.

Marhaban! Willkommen auf den Komoren, den Mondinseln im Indischen Ozean!

Ruhig geht es hier zu, auf dem kleinen Inselstaat Komoren, der zwischen Mosambik und Madagaskar liegt. Auf den drei Hauptinseln Grande Comore, Anjouan und Mohéli sowie zahlreichen kleinen unbewohnten Inseln werden Tropenträume wahr…

Doch die unbekannten Inseln im Indischen Ozean haben neben exotischem Strand- und Urlaubsfeeling noch viel mehr zu bieten: Eine ursprüngliche Kultur, eine religiöse und tolerante Bevölkerung, eine bewegte und bis heute sichtbare Geschichte, abwechslungsreiche vulkanisch geprägte Landschaften mit einer üppigen, vielseitigen Natur, atemberaubende Korallenriffe und menschenleere Sandstrände liegen hier ganz nah beieinander. Wer ein äusserst vielseitiges und noch kaum bekanntes Reiseziel mit freundlichen Gastgebern sucht, an dem die Zeit still zu stehen scheint, der ist auf den Komoren richtig. Die drei Komoreninseln kennen bis heute nur einen sehr überschaubaren Tourismus, bieten aber anständige Hotels, Bier und eine ansprechende Gastronomie.

Auf den Komoren können Reisende alte Festungen, Moscheen, Häfen sowie orientalisch anmutende Altstädte besichtigen, zu Mehrtageswanderungen durch den grünen Regenwald aufbrechen oder den aktiven Vulkan Karthala auf 2360 Metern besteigen. Schwarze Lavafelsen, Palmenhaine, Gewürzplantagen, Riesenschildkröten und vieles mehr an faszinierend unberührter Natur stehen hier auf der Tagesordnung. Dabei hat jede der komorischen Inseln eine eigene Topografie sowie Vegetation und durch die unterschiedliche geschichtliche Entwicklung auch einen ganz eigenen Charakter – Vielseitigkeit auf kleinstem Raum!

Lage

Die Komoren, offiziell „République Federale Islamique des Comores“ (Islamische Bundesrepublik der Komoren, sind ein kleines Inselarchipel zwischen der Ostküste Mosambiks und Madagaskar im Indischen Ozean gelegen. Der Inselstaat besteht aus den drei Hauptinseln Ngazidja (Grande Comore), Ndzuwani (Anjouan) und Mwali (Mohéli), sowie einem Dutzend unbewohnten kleineren Inseln. Die Insel Mayotte gehört geografisch und geschichtlich-kulturell auch zu den Komoren, offiziell ist sie jedoch französisches Überseegebiet.

Der Komoren-Archipel umfasst eine Fläche von 1797 km², was in etwa der Grösse des deutschen Bundeslandes Saarland entspricht. Grande Comore ist die grösste und nordwestlichste der Komoreninseln mit der Hauptstadt Moroni. Von hier ziehen sich die kleineren komorischen Inseln Richtung Südosten bis nach Mayotte. Der Name Komoren ist abgeleitet vom arabischen „Dschuzur al-Qamar“ und bedeutet in etwa „Mondinseln“ – er verweist auf die Anordnung der drei Inseln in Form eines Mondes.

Geografie (Topografie)

Bis auf Mayotte, das Teil eines fast ganz von einem Korallenriff umgebenen Atolls ist, sind die Komoren-Inseln vulkanischen Ursprungs. Die Landschaft ist entsprechend geprägt durch tiefe Hänge, Hügelketten und Plateaus mit zerfurchten Reliefs. Auch Savannenlandschaften finden sich auf den Inseln. In den flacheren Gebieten sind oftmals Plantagen für Ylang Ylang, Zimt und viele andere Gewürze angelegt. Die Küstenstreifen sind meist steil, schmal und mit dichten Mangrovenwäldern gesäumt, man findet jedoch auch zahlreiche weiße Sandstrände. Vor der Küste liegen beeindruckende sowie artenreiche Riffe. Obwohl viele Waldgebiete der Komoreninseln durch Brandrodung zerstört wurden findet sich in den höheren Lagen noch dichter tropischer Regenwald.

Klima

Das Klima der Komoren ist tropisch-mediterran mit einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad Celsius. Das Klima ist wechselfeucht, d.h. es gibt eine Trockenzeit und eine Regenzeit. Die durchschnittliche Tagestemperatur schwankt das ganze Jahr über nur sehr gering, die Tageshöchsttemperatur ist im März und steigt selten über 30 Grad Celsius. Der kühlste Monat ist der August mit Temperaturen von 19 bis 27 Grad Celsius.

In der Trockenzeit von Mai bis Oktober ist die Luftfeuchtigkeit erheblich geringer als während der Regenzeit zwischen November und April. In der Regenzeit kommen mit dem Nordwestmonsun häufige und heftige Niederschläge. Dabei hängt die Regenmenge von Region und Höhenlage ab. Am meisten Regen fällt auf den Komoren im Januar mit einem Durchschnitt von 1000 mm bis zu 5500 mm. Zwischen Januar und April können auf den Komoren auch vereinzelt Wirbelstürme vorkommen.

Die einzelnen Komoreninseln unterscheiden sich klimatisch nur sehr gering. An den Küsten liegt die Temperatur stets bei einigen Grad mehr als im gebirgigen Landesinneren.

Das beste Wetter, um auf die Komoren zu reisen, ist während der Trockenzeit von Mai bis Oktober. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Luftfeuchtigkeit ist geringer und es weht eine angenehme Meeresbrise.

Anreise

Alle internationalen Flüge landen in Hahaya (HAH) auf Grande Comore.

Es werden ab Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Direktflüge zu den Komoren angeboten. Flugverbindungen bestehen via Paris, Nairobi, Addis Abeba, Dubai.

Von den Komoren aus werden tägliche Flüge nach Madagaskar angeboten. Somit lassen sich die Inseln der Komoren mit Madagaskar gut während einer Reise in den Indischen Ozean kombinieren.

Eine zuverlässige Schiffsverbindung zu oder von den Komoren existiert hingegen nicht.

Visum

Das Visum erhält man bei Ankunft am internationalen Flughafen von Hahaya (HAH).
Für die Einreise auf die Komoren werden vom komorischen Gesundheitsministerium keine speziellen Vorgaben gemacht.

Geld/ Kreditkarten

Euro können in der komorischen Hauptstadt Moroni in die Landeswährung Komoren-Franc umgetauscht werden. Die Mitnahme von Bargeld bzw. Reiseschecks ist empfehlenswert. Ob Kreditkarten in Hotels akzeptiert werden, sollte jeweils vorab erfragt werden. In Moroni gibt es Bankautomaten, die die gängigen Kreditkarten akzeptieren, jedoch nicht immer funktionieren.

Hotels

Auf Grande Comore existieren ein paar Hotels, die durchaus internationales Niveau besitzen. Sie befinden sich in der Umgebung von Moroni an der Südwestküste.
Auf Mohéli ist eine magere, sehr bescheidene Hotelinfrastruktur vorhanden.
Auf Anjouan finden sich im Hauptort Mutsamudu tolerable Hotels. Weiter im Hinterland auf der Insel wird es schwierig und wenig komfortabel.

Gastronomie

Die komorische Küche spiegelt die kulturelle Vielseitigkeit der Inseln wider: die Einflüsse der kulinarischen Geschmacksrichtungen kommen mit ganz verschiedenen Gewürzen daher. Von afrikanischen Gerichten mit Kochbananen, madagassischen Speisen mit Maniok bis hin zu moderner französischer Küche oder indisch beeinflussten Gerichten findet man alles. Häufig wird scharf gewürzt mit einer Sosse aus Chili, Knoblauch, Salz, Ingwer und anderen lokalen Gewürzen.  Grundnahrungsmittel auf den Komoreninseln ist Reis. Dazu gibt es viel Gemüse, auch Fisch und Meeresfrüchte stehen fast immer auf dem Speiseplan. Fleisch hingegen ist sehr teuer und gilt als Festtagsessen für die Komori, die dann gerne Ziege oder Rind essen.

Auf den Komoren werden hauptsächlich Wasser und Fruchtsäfte getrunken. Die Säfte werden frisch gepresst und sind ein Highlight für Reisende. Alkohol kann man nur in Hotels erwerben, da die Inseln stark islamisch geprägt sind.

 Landestypische Gerichte der Komoren sind z.B.:

  • Kokoshähnchen (Ou Kuhu Ya Hanazi)
  • Maniokblätter in Kokos (Mataba Achar)
  • Kokosreis (Mayele Ya Hanazi)
  • Grüne Papaya in Kokos/ mit Fisch
  • Auberginen mit Kokos (Demba La Hanazi)
  • Fleisch in Sosse mit Erbsen
  • Straucherbsen in Kokos
  • Erbsencurry

Die Menschen

Die Komoren sind zu fast 100% moslemisch. Es gibt nur wenige christliche Gruppierungen, sie bestehen aus Madagassen, die aus unterschiedlichen Gründen eingewandert sind.

Das komorische Lebensgefühl richtet sich sehr nach dem swahilisch-arabischen Lebensstil Ostafrikas. So stehen die Komorer eigentlich Sansibar näher als Madagaskar. Trotzdem und infolge der gemeinsamen französisch-kolonialen Vergangenheit ist der Austausch zwischen den Komoren und Madagaskar sehr rege. Besonders die madagassische Küstenstadt Mahajanga ist sehr stark komorisch geprägt.

Anders als in Madagaskar lieben es die Leute nicht unbedingt, fotografiert zu werden. Trotzdem sind sie zuvorkommend und gastfreundlich.

Das Lebensereignis einer Person ist die Grand Marriage: das Heiratsfest, welches mehrtägig mit vielen Ritualen farbenfroh und mehrtägig gefeiert wird. Diese Feiern finden jeweils zwischen Juni und September statt.

Es ist so, dass die Hälfte der Bevölkerung unter 20 Jahren. Die jüngen Einwohner sehen kaum eine Zukunftsperspektive für sich auf den Komoren, daher möchten alle nach Frankreich auswandern.

Die Regierung fordert Mayotte (die vierte Komoreninsel) heim ins Reich, während die Bevölkerung hin zu Frankreich möchte.

Sprache

Auf den Komoren gelten Komorisch, Französisch und Arabisch als Amtssprachen. Daneben werden auch einige Bantu-Sprachen gesprochen.

Die komorische Sprache ist die Muttersprache der meisten Komori. Sie ist eng mit dem Swahili verwandt und wird auf dem gesamten Komoren-Archipel gesprochen, auch auf Mayotte. Auf jeder Insel der Komoren wird ein eigener Dialekt gesprochen, die jedoch untereinander gut verstanden werden. Auf der Insel Anjouan wird z.B. Shindzuani gesprochen, auf Grande Comore Shingadzija. Komorisch wird in arabischer Schrift geschrieben.

Reisende haben es ohne ausreichend Französischkenntnisse äusserst schwer, mit den Einheimischen zu kommunizieren und sich zurechtzufinden.

Pünktlichkeit

Die Leute auf den Komoren haben ein entspanntes Verhältnis zur Zeit. Wer die Komoren besucht, muss zwangsläufig akzeptieren, dass Verabredungen sich verspäten oder Flüge nicht stattfinden.

Wir arbeiten zwar mit erprobten Partnern zusammen, doch auch wir müssen darauf hinweisen, dass einzelne Leistungen sich ändern können und dies unabhängig von unserem Einfluss. Trotzdem ist zu sagen, dass sehr vieles erstaunlich gut funktioniert.

Öffnungszeiten

In den grossen komorischen Städten haben die Geschäfte meist von Montag bis Samstag jeweils vormittags und nachmittags bis 17:30 Uhr geöffnet. Büros und öffentliche Verwaltungen haben meist von Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 14:30 Uhr geöffnet, freitags bis 11:30 Uhr und samstags bis 12 Uhr. Banken haben von Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 13:00 Uhr offen, am Freitag bis 11 Uhr, samstags sind sie geschlossen. In kleineren Orten können diese Zeiten variieren.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung auf den komorischen Inseln ist örtlich technisch, apparativ und hygienisch problematisch und entspricht nicht europäischem Standard. Auch eine adäquate Notfallversorgung kann nicht gewährleistet werden. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen. Reisende sollten eine individuelle Reiseapotheke mitnehmen, und sich dazu sinnvollerweise individuell durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner beraten lassen.

Verhalten von Besuchern in der Öffentlichkeit

Da die Union der Komoren ein stark islamisch geprägtes Land ist wird von Reisenden erwartet, dass sie sich entsprechend der Moralvorstellungen der Bevölkerung anpassen. In der Stadt sollten Reisende weder Shorts, ausgeschnittene Kleider noch Miniröcke tragen. Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten. Frauen sollten an öffentlichen Stränden, insbesondere während des Ramadan, auf das Baden verzichten. Die Gesellschaft ist sehr geteilt in die Frauen- und die Männerhälfte. Es kommt selten vor, dass sich die Geschlechter unvoreingenommen treffen.

Konsularische Hilfe

Die Bundesrepublik Deutschland und die Schweiz haben keine Vertretungen auf den Komoren. Zuständig ist die Botschaft in Daressalam / Tansania.

Ihre Kontaktdaten:
Hamburg Avenue / Mirambo St., 2nd floor
Oder P.O: Box 9541 Dar es Salaam
Tel.: +255 22 211 74 09 15 / In Notfällen: +255 786 971 692
Fax: +255 22 211 2944

Einzige EU-Vertretung am Ort ist die französische Botschaft:
Tel.: +269 730 753 / In Notfällen: +269 730 615
Fax.: +269 730 922

Informationen des Auswärtigen Amtes erhalten Sie hier.