La Réunion – Das Land

Regionen und Sehenswertes auf La Réunion 

Informieren Sie sich in unseren Länderinformationen La Réunion – Das Land über alle sehenswerten Regionen, die Routen und Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Städten und Bergdörfern der Insel. Erfahren Sie wo Sie Ihrer Lieblingsaktivität nachgehen oder wo Sie am besten übernachten können und viel von der kreolischen Vielfalt La Réunions erleben.

Der Norden:

Kanonen Saint Denis La Réunion

©IRT/C. Etienne

Wenn Sie La Réunion per Flugzeug bereisen, landen Sie zunächst in der Hauptstadt der Insel, in Saint-Denis. Der internationale Flughafen Roland Garros befindet sich etwas 10km östlich der Innenstadt. Die Küste ist geprägt durch Wohngebiete und steil ansteigende Bergmassive. Der Berg «la Roche Ecrite», bietet mit seinen 2.000m Höhe einen schönen Panaromablick über die Stadt und die Küste. Besonders hervorzuheben ist die Architektur der Stadt, mit ihrer katholischen Kathedrale «Saint-Sauveur», dem denkmalgeschützten Gouverneurspalast «Hotel de la Préfecture» und mehreren Villen im kolonialen und kreolischen Baustil. Die Hauptsehenswürdigkeiten befinden sich fast alle an der «Rue de Paris und der Avenue de la Victoire». Entstanden aus einem ehemals kleinen Dorf, weisst die Stadt heute etwa 140.000 Einwohner auf und gehört damit zu einer der grössten aussereuropäischen Städte Frankreichs. Saint-Denis bildet das kulturelle Zentrum der Insel und bietet seinen Bewohnern und Besuchern viele Museen und Parks, die zu einem Besuch und zu einer schattenspendenden Auszeit einladen. Aber auch die Uferpromenade «Le Barachois», mit ihren auf das Meer gerichteten Kanonen, hält eine besonders schöne Aussicht auf das Meer und den Sonnenuntergang in den Abendstunden für Sie bereit.

Das Nachbarstädtchen Sainte-Marie gestaltet sich hingegen viel ursprünglicher. Hier finden Sie hauptsächlich Zuckerrohrfelder und zerklüftete Landschaften. Der Hafen bietet Fischern und Yachtbesitzern einen Liegeplatz für ihre Boote. Ansonsten dient Sainte-Marie als Ausgangspunkt für einen Rundwanderweg zum Berg «Piton Fougère», auf dem Sie der typischen Flora und Fauna der Insel näherkommen und die Ausblicke bis beispielsweise zum Talkessel Salazie und das weitere Umland geniessen können.

Wasserfall La Réunion

©IRT/E. Virin

Östlich von Sainte-Marie liegt der geschichtsträchtige Ort Sainte-Suzanne. Historisch betrachtet war Sainte-Suzanne einer der ersten besiedelten Orte der Insel, heute besitzt die Stadt viele moderne Elemente, die auch auf die grosse Zuckerrohrindustrie der Stadt zurückzuführen sind. Besonders sehenswert sind der Leuchtturm der Stadt, welcher zu früheren Zeiten als einziger Leuchtturm im Indischen Ozean über ein Blinklicht verfügte, zudem der tamilische Küstentempel «La Chapelle Front de Mer» mit seiner Hanglage am Meer und die sogenannten «Niagarafälle» des 25m hohen Wasserfalls «Cascade Niagara».

Der Osten

Geographisch betrachtet befindet sich die Stadt Saint-André im Nordosten der Insel. Mit ca. 40.000 Einwohner ist sie die grösste Stadt in der Region. Viele der Einwohner haben indische Wurzeln, da die Stadt im Laufe des 19. Jhdt. viele Landarbeiter für den Zuckerrohrabbau benötigte. Daher prägt besonders die tamilische Kultur mit ihren farbenfrohen Tempeln wie der «Temple Tamoul» und ihren geschmückten Statuen das Stadtbild von Saint-André. Einen Besuch wert ist zudem das «Maison de la Vanille» – das wohlduftende Haus, in dem sich alles um die Vanille dreht. Die bekannte Zuckerfabrik «Bois-Rouge» bei Saint-André bietet Führungen an, bei der Sie der Zuckerherstellung zuschauen können. In der angrenzenden «Destillerie Savanne» wird dieser Rohrzucker dann zu verschiedenen Rumsorten verarbeitet. Hier haben Sie die Möglichkeit die Produktionsstrecke zu besichtigen sowie die unterschiedlichen Sorten von Rum zu verkosten.

Vanille La Réunion

©IRT/E. Virin

Ein weiterer Ort an der bergigen Ostküste von La Réunion ist Bras-Panon. Begrenzt wird die Stadt durch die Flüsse «Rivière des Roches» im Norden und «Rivière de Mât» im Süden. Landwirtschaftlich ist diese Gemeinde stark geprägt, besonders in der Bourbon-Vanille Produktion, da der Boden im Umland besonders fruchtbar und feucht ist. Einmal jährlich im Mai findet hier sogar eine grosse Landwirtschaftsmesse statt. In der «Coopérative de Vanille» wird Ihnen gezeigt wie das berühmte «schwarze Gold» veredelt wird. Zusätzlich zur Vanille gehören «Bichiques» zu den Spezialitäten der der Ostküste und kreolischen Speisekarte. In den Flussmündungen fangen die Fischer des Ortes mit Reusen diese kleinen Jungfische, während diese, zu Beginn des Sommers nach ihrer Schlüpfung, versuchen die Flüsse hinauf zu schwimmen. Ein typisches Gericht ist beispielsweise das «Cari bichique», ein Fischgericht gewürzt mit Curry und Tomaten. Bras-Panon dient ansonsten als Ausgangspunkt für Touren ins Hinterland. So erreichen Sie beispielsweise über die «Route Forestiére des Lianes», einen besonders schönen Forstweg, den Wasserfall «Cascade du Chien» sowie den Aussichtspunkt «Belvédere de l’Eden».

Der Ort Saint-Benoit, südöstlich von Bras-Panon gelegen, wurde 1733 gegründet und erlangte grossen Wohlstand durch den Anbau von Kaffee und Vanille sowie weiterer Gewürze. Als eine der regenreichsten Regionen der Insel, ist der Boden ebenfalls sehr fruchtbar, weshalb man sich im Laufe der Zeit auch hier auf den Zuckerrohranbau konzentrierte. Das Umland birgt eine üppige Flora und Fauna und bietet Naturliebhabern von aussergewöhnlichen tropischen Pflanzen über Wälder bis hin zu Wasserfällen und -läufen alles was das Herz begehrt. Einen Abstecher ins Inselinnere zu den «Cascades de Takamaka» sollten Sie definitiv für eine ausgedehnte Wanderung in unbeschreiblicher grüner Vegetation einplanen. Saint-Benoit ist durch eine Eisenbahnstrecke mit der Hauptstadt Saint-Denis verbunden. Leider gab es in den 50er-Jahren einen grossen Brand in der Stadt, der viele historische Gebäude vernichtete. Daher hat Saint-Benoit seinen Besuchern heute nicht mehr allzu viel Sehenswertes zu bieten.

Den kleinen Ort Sainte-Anne durchqueren Sie, wenn Sie von St. Benoit entlang der Küste in Richtung Süden nach Ste. Rose unterwegs sind. Sainte-Anne gehört zur Gemeinde Saint-Benoit und ist berühmt für seine Kirche, welche 1968 als Filmkulisse für den Film «Das Geheimnis der falschen Braut» diente. Die Fassade ist reich geschmückt mit barocken Ornamenten, auch im Inneren ist sie bunt verziert, für viele Geschmäcker fast ein wenig zu kitschig, aber dennoch einen Besuch wert. Das Süsswasserbecken «Bassin Bleu» bei Sainte-Anne bietet seinen Besuchern einen beliebten Picknick- und Badeplatz.

Brücke Pont Suspendu La Réunion

©IRT/E. Virin

Sainte-Rose erreichen Sie, wenn Sie der Strasse N2 weiter Richtung Süden folgen. Unterwegs überqueren Sie den « Riviére de l’Est ». Hier sollten Sie einen Stopp einlegen und die berühmte Fussgängerhängebrücke «Pont suspendu de la Rivière de l’Est » besichtigen. Der Ort Sainte-Rose und seine Umgebung verfügen über einen sehr nährreichen Boden und eine prächtig grüne Landschaft, bedingt durch die direkte Lage am Fluss, am Ozean und am Vulkanmassiv «La Fournaise».  Dieses Massiv beherbergt zudem den noch einzigen aktiven Vulkan auf der Insel La Réunion und zugleich einen der produktivsten Vulkane der Welt, den «Piton de la Fournaise. Im April 2007 kam es zu einer gewaltigen Spaltenerosion des Vulkans, hierbei brach der Hauptkrater ein und brachte den Boden dazu um 300m nach unten zu sinken. Die letzte Erosion des Vulkans gab es am 11. September 2016. Die kleine Kirche „Notre Dame des Laves“ in Sainte-Rose, welche 1977 komplett von Lava eingeschlossen wurde und seither diesem Namen trägt, beherbergt eine Ausstellung mit Erinnerungen vergangener Vulkanausbrüche des Piton de la Fournaise. Vom Hafen «Marine de Ste. Rose» aus führt ein 15 Kilometer langer Küstenwanderweg, der «Sentier des Pêcheurs» direkt zur Bucht «Anse des Cascades». Diese palmengesäumte Bucht bietet einen Anleger für Fischerboote, Wasserfälle und besondere Pflanzenarten sowie einen Platz der Ruhe und Entspannung.

Der Süden

Die Stadt Saint-Philippe befindet sich im Südosten der Insel am Fusse des Vulkans Piton de la Fournaise. Anders als andere Gemeinden der Insel La Réunion ist Saint-Philippe nicht besonders touristisch geprägt. Zu besuchen gibt es einen Gewürz- und Geruchspfad sowie einen ökologischen Lehrpfad und öffentlichen Privatgarten «La Jardin des Parfums et des Epices» mit Verkostung der angebauten Früchte im Naturschutzgebiet und UNESCO Weltnaturerbe des Primärwaldes «Forêt de Mare Longue». Eingerahmt durch die bewaldeten Ausläufer des Vulkans und den Ozean, bietet die schroffe Steilküste, gezeichnet durch erkaltete Lava, den schönen Aussichtspunkt des «Cap Méchant» sowie die Felsformation «Souffleur d’Arbonne».  Die Ausmasse und Hinterlassenschaften in der Natur vergangener Vulkanausbrüche lassen sich weiter östlich im «Grand Brùlé» sowie auf den Wanderwegen zum «Pointe du Tremblet» und «Pointe de la Table» besichtigen.

Die Gemeinde Saint-Joseph liegt am südlichsten Zipfel von La Réunion und ist zugleich der südlichste Ort Frankreichs sowie der EU. Besonders beliebt ist Saint-Joseph bei seinen Besuchern, aufgrund der traditionellen und herzlichen Lebensart der Bewohner. Zum Baden lädt das Wasserbett um den Wasserfall «Cascade de Grand Galet» ein. Einen Besuch beim «La Maison du Curcuma», um eine Idee vom Anbau und der Herstellung des Gewürzes Kurkuma, welches vielfach in der kreolischen Küche verwendet wird, zu erhalten, sollten Sie ebenfalls einplanen. Die der Gemeinde zugehörigen Orte Manapany, Langevin und Vicendo bieten ein ähnliches Flair wie Saint-Joseph und dienen als Ausgangspunkte für Wanderungen entlang der Küste mit ihren Schluchten und hinein in die Natur. Vorhanden sind zudem schöne Plätze zum Baden und Relaxen.

Strand Grande Anse La Réunion

©IRT/B. Tandrya

Weiter entlang der Südküste in Richtung Westen erreichen Sie den Ort Petite-Ile, welcher etwas oberhalb von Saint-Joseph und Manapany liegt. Sein Namensgeber ist eine kleine vorgelagerte Insel. In erste Linie lebt die Gemeinde vom Anbau von Gemüse und Zitrusfrüchten. Unten an der Küste gibt es den herrlichen Strand Grande-Anse, der bei seinen Besuchern sehr beliebt ist.

 

Als Hauptstadt des «wilden Südens» wird die Stadt Saint-Pierre angesehen. Von hier aus lassen sich viele Aktivitäten unternehmen, die das Adrenalin im Körper anheben wie Canyoning und Rafting sowie Kletter- und Flugtouren. Direkt an der Küste bietet Saint-Pierre einen Badestrand und Hafen, der Ort selber beherbergt eine quirlige Innenstadt mit aufgewecktem Ambiente. Am Stadtrand, in einer Seitengasse, befindet sich der Tempel «Tamoul Narassingua Perournal» mit oft farbenfrohen und fröhlichen Tempelfeiern. Im Nachbardorf «Terre Sainte», welches Sie nach der Überquerung des Flusses «Riviére d’Abord» erreichen, können Sie das ruhigere und traditionellere Leben der Fischer kennenlernen. Etwa 7km von Saint-Pierre entfernt, befindet sich der zweite Flughafen der Insel, der Flughafen Pierrefonds. Von hier aus erreichen Sie die meisten Hauptattraktionen der Insel in weniger als einer Stunde. Des Weiterem werden Ihnen Flüge nach Mauritius, Madagaskar, auf die Seychellen, nach Mayotte, auf das afrikanische sowie asiatische Festland und zurück nach Frankreich jeweils mit Zwischenstopp auf dem Hauptflughafen von La Réunion angeboten.

Temple Saint Pierre La Réunion

©IRT/E. Virin

Von Saint-Pierre aus Richtung Inselinneres gelangen Sie zur Ortschaft Le Tampon. Diese ist nahe der zentralen Hochebene «La Pleine des Cafres» gelegen, welche sich zwischen dem «Piton des Neiges» und dem «Piton de la Fournaise» befindet. Der Strasse Richtung Norden folgend treffen Sie nur sehr vereinzelnd auf weitere Siedlungen, welche anstatt von Ortsnamen meist nur mit ihrer Kilometerentfernung zu Saint-Pierre betitelt sind wie beispielsweise «Le Quatorzième oder Le Vingt Septième». Le Tampon hat als einzige Stadt im Süden der Insel keinen direkten Zugang zur Küste, bietet aber seinen Besuchern eines der meist besuchten Museen der Insel, das «Maison du Volcan». Hier erfahren Sie alles rund um das Thema Vulkane und erhalten viele Informationen zum Piton de la Fournaise. Natürlich lassen sich von hier wunderbare Wanderungen zum Vulkan selbst und zu den einzelnen Kratern in der Umgebung unternehmen und dabei das Naturreich erkunden.

Weiter entlang der Südküste liegt die Stadt Saint-Louis westlich vom Flughafen Pierrefonds und gilt als Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Hier gibt es viele verschiedene interessante religiöse Stätten wie Moscheen, katholische Kirchen und tamilische Tempel. Ausserdem ist die Fabrik «La sucrerie du gol» sehr sehenswert. Im Zeitraum von Juli bis Dezember können Sie hier an einer 2-stündigen Führung durch das Werk teilnehmen und alles Wichtige über die Verarbeitung von Zucker-rohr zu handelsüblichem Zucker erfahren und auch an der Verkostung teilnehmen. Selbstverständlich bietet die Zuckerfabrik in ihrem Geschäft «La Botik» den Verkauf von Zuckerprodukten, z. B. als Souvenir für die Daheimgebliebenen, an. Im seit 2004 denkmalgeschützten Landgut «La Domaine de Maison Rouge» steht Ihnen seit 2018 das Museum der dekorativen Künste des Indischen Ozeans für eine Besichtigung zur Verfügung. Die Aussenanlagen des Maison Rouge sind noch sehr gut erhalten und vermitteln einen Einblick in die Geschichte des Gutes.

Südwestlich der Stadt befindet sich das Naturschutzgebiet «L’Étang du Gol». Besonders Ornithologen kommen hier auf ihre Kosten. Am Teich haben Sie die Möglichkeit zu angeln oder zu picknicken. Viele Bewohner von Saint-Louis nutzen dieses Gebiet am Wochenende, um sich von einer arbeitsreichen Woche zu erholen und ein typisches kreolisches Curry mit der Familie zu geniessen.

Landschaft Entre Deux La Réunion

©IRT/E. Virin

Oberhalb von Saint-Louis liegt die Stadt L’Entre-Deux. Hier scheint die Zeit ein wenig stehengeblieben zu sein, neben traditionellen kreolischen Häusern, wird hier ausschliesslich Landwirtschaft betrieben und das ursprüngliche Kunsthandwerk der Insel angefertigt. Der Ort dient des Weiteren als Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen zum «Cirque de Cilaos», den am dichtesten besiedelten Talkessel der Insel sowie in die weitere Umgebung der Stadt.

Das Nachbardorf von Saint-Louis Les Makes liegt auf 1.000m Höhe und beherbergt die bemerkenswerte Sternwarte «Observatoire Astronomique des Makes», welche Führungen anbietet und den fantastischen Blick durch das Teleskop in den Himmel ermöglicht. Des Weiteren starten ab Les Makes Wanderungen zum «La Fenêtre des Makes» mit einem atemberaubenden Ausblick auf den Talkessel Cilaos.

Der Ort L’Étang-Salé befindet sich im Südwesten der Insel ist unterteilt in die zwei Ortschaften L’Étang-Salé-les-Hauts und L’Étang-Salé-les-Bains. Der zweite Ortsteil an der Küste ist besonders bekannt für seinen 1,5km langen schwarzen Basaltstrand. Äusserst beliebt ist dieser bei Surfern und Sonnenanbetern, dennoch ist hier Vorsicht geboten, denn der Sand heizt sich sehr schnell auf und auch die Strömung sollte nicht unterschätzt werden. Die Stadt selbst bietet, besonders interessant für Familien, einen Reitstall mit Zugang direkt in den Wald von L’Étang-Salé für Ausritte bis runter zum Strand sowie den «Croc Parc», einen Krokodilpark. Östlich des Strandes gelegen, befindet sich die Felsformation «Le Gouffre», was übersetzt so viel heisst wie «der Abgrund bzw. der Schlund». Hier trifft der wilde Ozean auf die Basaltklippen und strömt mit lautem und schäumenden Getöse in die Felsspalte hinein – ein besonders sehenswertes Naturschauspiel. Entlang der Küste bis nach Saint-Pierre zurück wurde ein Erholungsküstenpfad speziell für Fussgänger und Radfahrer angelegt.

Der Westen

Les Avirons befindet sich im Südwesten der Insel und liegt zwischen dem Bergland und der Küste. Begrenzt wird es im Norden von den Ausläufern des Cilaos, im Süden von der «Schlucht Rbénone» und dem Meer sowie im Westen durch die «Schlucht von Ruder». Der Ort ist touristisch nicht sehr erschlossen, bietet seinen Gästen aber etwas ausserhalb das interessante «Musée Stella Matutina», das Landwirtschafts- und Industriemuseum, welche die verschiedenen Wirtschaftszweige der Insel dokumentiert und sich besonders an Regentagen für einen Stopp entlang der Küste anbietet.

Strand Saint Leu La Réunion

©IRT/E. Virin

Fahren Sie weiter entlang der Westküste in Richtung Norden zur Stadt Saint-Leu, kommen Sie vorbei an «Le Trou du Souffleur» und einem weiteren «Le Gouffre». Beides sind Naturphänomene begründet durch die verschiedenen Eruptionen, die es in der Historie der Insel gab und somit vulkanischen Ursprungs sind. Hier trifft der Ozean auf Unterwasserhöhlen und katapultiert mit viel Kraft das Wasser in gewaltigen Fontänen meterhoch in die Luft. Mit Ankunft in Saint-Leu haben Sie wieder die Nähe zur Küste und die Möglichkeit neben dem Strand auch den Botanischen Garten «Conservatoire Botanique National de Mascarin» und das Aquarium «Kélonia» mit einer Meeresschildkröten-Aufzuchtstation zu besuchen. Das «Maison de Coco» bringt Ihnen alles zum Thema Kokosnuss näher und für kleinere Gäste hält es zudem einen Steichelzoo parat. Das «Musée du Sel» bietet eine Ausstellung und interessante Aussenanlagen, um sich ein Bild von der Salzgewinnung vor Ort zu machen. Das Stadtzentrum ist relativ ruhig und farbenfroh und bietet sich an zu Fuss entdeckt zu werden. Auf dem «Marché de Saint-Leu» wird frisches Gemüse und Obst, aber auch Kunsthandwerk aus der Region angeboten. Des Weiteren ist Saint-Leu ein geeigneter Standort um Extremsportarten wie Fallschirmspringen und Paragliding nachzugehen, aber auch Tauchen und Schnorcheln bieten sich sehr vor der Küste an. Häufig kommen Sie dabei in den Genuss Schildkröten und Delfine zu beobachten.

Im Hochland der Westküste liegt Trois-Bassins umgeben von Wald und Nationalpark. Der Gipfel «Grand Bénare» ermöglicht atemberaubende Ausblicke auf den «Cirque de Cilaos» und «Cirque de Mafate» sowie die inseltypysche Landschaft und Pflanzenwelt. Von hier aus lassen sich ganz besondere Wanderungen unternehmen.

Saint-Gilles ist ein beliebter Urlaubsort, welcher sich in Saint-Gilles-les-Bains an der Küste und Saint-Gilles-les-Hauts im Inselinneren unterteilt. Die Westküste La Réunions ist die vom Wind abgewandte Seite und bietet daher viele Strände und Bademöglichkeiten – so auch in Saint-Gilles-les-Bains. Entlang der westlichen Küste, etwa von Saint-Leu bis Saint-Paul, befindet sich das vorgelagerte Korallenriff der Insel, die Lagune, welches eine hohe Artenvielfalt aufweist. Hier in Saint-Gilles-les-Bains gibt es einen Unterwasserlehrpfad, der auf das benötigte ökologische Gleichgewicht dieser Lagune hinweist und versucht die Besucher dafür zu sensibilisieren, dieses Riff mit Rücksicht zu behandeln, um es nachhaltig sowie präventiv zu erhalten und vor weiteren schädigenden Eingriffen der Menschheit zu schützen. Daher achten Sie doch bitte auch bei Ihrem Tauchgang oder Schnorchelausflug vor Ort auf einen rücksichtsvollen Umgang mit den Lagunenbewohnern und dem Riff als solches.

Der überwachte Strand «Roches Noires» ist mit der blauen Flagge ausgezeichnet und bietet häufig die Möglichkeit Delfine zu beobachten. Wer diese nicht in freier Wildbahn sichtet, hat die Möglichkeit dieses im Aquarium direkt neben dem Strand zu tun. Zusätzlich und ohne dabei nass zu werden, können Sie die Meeresbewohner ebenfalls auf einem Ausflug mit dem Glasbodenboot bestaunen.

Saint-Gilles-les-Hauts bietet seinen Besucher das «Musée de Villèle», ein guterhaltenes altes Herrenhaus, welches ehemals in dem Besitz der wohlhabenden Familien Villèle und Desbassyns lag und «La Chapelle Pointue», die zugehörige Krankenstation der damaligen Sklaven der Familien. Beides kann sowohl geführt als auch individuell besichtigt werden.

Lagune Ermitage La Réunion

©IRT/S. Godin

Etwas südlich von Saint-Gilles liegt der Ort L’Ermitage-les-Bains. Dieser ist touristisch sehr gut erschlossen ist und bietet neben Hotelanlagen, vielen Restaurants und Geschäften auch einige Möglichkeiten der abendlichen Unterhaltung an. Die vorgelagerte Lagune ist hier etwas breiter und tiefer und schützt den ebenfalls überwachten Strand vor Wellen, was ihn besonders interessant für Familien mit Kindern macht. Von L’Ermitage aus bietet sich ein Ausflug zum «Jardin d’Eden» an. Der botanische Garten verfügt über eine grosse Auswahl tropischer sowie indigener Pflanzen. Auch die ansässigen Chamäleons bereiten den Besuchern viel Freude. Noch etwas weiter südlich von L’Ermitage-les-Bains gelangen Sie zu dem Vorort La-Saline-les-Bains mit seinem Korallenstrand und viel niedriger Wasserhöhe.

Auf Ihrer Route weiter in Richtung Norden durchfahren Sie einen weiteren Vorort von Saint-Gilles-les-Bains, den Ort Boucan-Canot. Den Strassenschildern folgend gelangen sich entlang der Promenade direkt zum traumhaften Sandstrand von Boucan-Canot, der als der schönste und meistbesuchte Strand der Insel gilt. Der nördliche Teil des Strandes ist eine durch Felsen abgeschnittene Bucht, die meistens nicht so gut besucht ist. Am Hauptstrand kann es hingegen schon etwas voller sein, denn hier befinden sich mehrere Luxushotels und eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

Der nächste grosse Ort an der Westküste ist Saint-Paul. Historisch betrachtet ist die Gemeinde Saint-Paul, laut den Aufzeichnungen, die erste erwähnte Siedlung La Réunions. Denn hier ankerten 1642 die Franzosen, während ihrer Eroberung der Maskarenen. In der «Grotte des Premiers Français» ist die erste Ankunft der Franzosen dokumentiert und die Höhlen, in denen sie zunächst unterkamen, zur Besichtigung geöffnet. Gleich gegenüber befindet sich «Le Cimetière Marin», der Seefahrerfriedhof, welcher unter anderem die Gräber des berühmten letzten französischen Piraten Olivier Levasseur, genannt «La Buse», oder des Schriftstellers und Dichters Charles Leconte de Lisle aufweist. Bis 1738 galt Saint-Paul als Hauptstadt der Insel, bis der Sitz nach Saint-Denis verlagert wurde. Heute ist Saint-Paul die zweitgrösste Stadt der Insel. Jeden Samstag gibt es hier einen grossen Markt mit vielen regionalen und typisch kreolischen Produkten. Wenn Sie von St. Paul aus in Richtung Guillaume fahren, kommen Sie am «Maison du Geranium» vorbei. Hier dreht sich alles um die Herstellung von ätherischen Ölen, gewonnen aus Eukalyptus, Kampfer oder eben Geranium. Zum Verkauf stehen Massageöle, Parfüme, aber auch Produkte wie Marmelade, Tee und Kaffee sowie Gewürze. Hier oben angekommen befinden Sie sich bereits inmitten der Ausläufer des Berges «Maïdo», welcher sich oberhalb von St. Paul auf einer Höhe von 2.190m befindet. Von hier aus haben Sie einen ganz besonderen Ausblick auf die Küste, die Siedlungen im Umland und auf den «Cirque de Mafate». Des Weiteren bieten sich zahlreiche Wanderungen z. B. zu den Bergen «Grand Bénare» und «Gros Morne» und durch den typischen Tamarindenwald der Insel an. Zurück an der Küste bietet Ihnen das regionale Naturschutzgebiet «Le Reserve Naturelle Nationale L’Etang de Saint-Paul» einen Ort der Ruhe und Entspannung. Auf beiden Seiten der alten Metall-Brücke stehen Ihnen Picknickplätze zur freien Verfügung, von denen aus sich die teilweise unberührte Natur bestens betrachten lässt. Hier zwischen Sumpf, Wasserpflanzen und verschiedenen Blumenstauden ist die «Tour de Roche» empfehlenswert, ein Wanderweg rund um den Weiher. Nutzen Sie hierbei einen Stopp am «Bassin Vital» und an der Windmühle. Sollten Sie von hier aus Wanderungen hinauf auf die steilen Hänge von Saint-Paul planen, denken Sie bitte an ein gutes Schuhwerk, denn die Wege werden steinig und teilweise rutschig. Für alle die nicht selber wandern möchten, lässt sich der Tour auch mit einer kleinen Bahn mit informativen Audioerklärungen zu der Region durchführen.

Etwas weiter nördlich auf dem Weg von Saint-Paul nach Le Port lohnt sich ein Zwischenhalt am «Cap la Houssaye». Dieses verfügt über eine besondere Landschaft aus Felsen und trockenen Savannen. Sie können hier der Küstenstrasse entlang des Ufers folgen und dabei den Ausblick auf die zerklüfteten Schluchten und Basaltfelsen geniessen. Je nach Jahreszeit ändert die Landschaft ihre Farbe von grün auf rostig-rot, gespickt mit schwarzen Basaltsporen und alten, schief im Wind stehenden Bäumen. Ein perfektes Motiv für das Fotoalbum zu Hause.

Der Ort Le Port hat für Touristen eher weniger zu bieten. Nennenswert ist hier nur der Hafen, welcher als einziger Hafen in ganz Frankreich fünf Funktionen verbindet. So ist er ein Fischerei- und Handelshafen, aber auch Hafenstation, Jachthafen und Marinestützpunkt. Des Weiteren befindet sich am Wasser das «Kraftwerk Port-Est», ein Ölkraftwerk, welches 25 % des Strombedarfs von La Réunion abdeckt.

Ausblick Piton des Neiges La Réunion

©IRT/frog974 photographies

Der Nachbarort La Possession ist ebenfalls wenig touristisch geprägt und auch das Zentrum bietet neben ein paar wenigen Geschäften, nur eine Postfiliale. Sehenswert ist hier die Umgebung der Stadt. Befahren Sie die Panoramastrassen in Richtung La Montagne oder Dos d’Ane und geniessen die Ausblicke beim Stopp an den Aussichtspunkten. Von La Possession aus lassen sich wunderbare Wanderungen unternehmen. Folgen Sie beispielsweise dem Wanderweg «Chemin Crémont», welcher Sie über die Schlucht «La Grande Chaloupe» bis nach Saint-Denis führt. Auch ein Teilstück der Küsteneisenbahnstrecke, die bis 1963 auf der Insel betrieben wurde, deckt einen Teil dieser Route ab. Manchmal dürfen Touristen auf dieser Strecke mitfahren, allerdings führt die Fahrt die meiste Zeit durch Tunnel und verwehrt den schönen Blick auf das Umland. Erkunden Sie daher besser den «Nationalpark Réunion», welcher 2010 unter dem Titel «Gipfel, Talkessel und Steilhänge der Insel Réunion» in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde. Dieser Park umfasst das komplette Inselinnere, insgesamt 40 % der Landfläche von La Réunion, schliesst den «Cirque de Mafate», «Cirque de Salazie», «Cirque de Cilaos» sowie die Vulkane «Piton des Neiges», der bereits erloschen ist und den immer noch aktiven «Piton de La Fournaise» ein und weist ausserdem einen enormen endemischen Pflanzen- und Tierbestand auf. Die Insel La Réunion wartet nur darauf von Ihnen entdeckt zu werden!

Inselinneres

Gite de Belouve La Réunion

©IRT/E. Virin

Die französische Gemeinde Salazie besteht seit 1899 und diente früher als Zufluchtsort für ehemalige Sklaven. Heute ist der Ort ein geeigneter Ausgangspunkt für Wanderungen in den «Cirque de Salazie» und den «Cirque de Mafate», den Sie von hier aus am leichtesten über den Pass «Col des Boeufs» erreichen. In Salazie selbst erfahren Sie im «Ecomusée» alles über die Entwicklungs- und Besiedlungsgeschichte des Ortes und des Talkessels. Während einer Führung können Sie ebenfalls die «Cases créoles» besichtigen und die besondere kreolische Architektur kennenlernen. Als typische und beliebte Übernachtungsmöglichkeit in den Talkesseln und umliegenden Gemeinden sind die eher einfach gehaltenen Berghütten, die sogenannten «Gîtes», zu erwähnen, die besonders bei Wanderern beliebt liebt. In Salazie befindet sich zum Beispiel die «Gîte de Belouve».  Hier gibt es häufig gemischte Schlafsäle und ein Gemeinschaftsbad und somit die Möglichkeit sich etwas frisch zu machen und sich vor oder nach einer langen Wanderung auszuruhen. Von Salazie aus erreichen Sie besonders gut den «Le Voile de la Mariée», den sogenannten Brautschleierwasserfall sowie den «Cascade Blanche».

Hell-Bourg La Réunion

©IRT/E. Virin

Das Dorf Hell-Bourg liegt auf einer Höhe von 930 m über dem Meeresspiegel, etwa 9 km von Salazie entfernt und ist von dort aus über eine kurvenreiche Strasse erreichbar. Es befindet sich am östlichen Kraterrand des «Cirque de Salazie» und gehört seit 1999, neben weiteren ausgezeichneten Dörfern, zu den «schönsten Dörfern Frankreichs». Ursprünglich hiess es «Bémaho», wurde dann aber nach «Anne Chrétien Louis de Hell», dem ehemaligen Admiral und Gouverneur der Insel, umbenannt. Damals war Hell-Bourg ein beliebter Kurort, bis im Jahr 1948 die Quelle durch einen Erdrutsch unterbrochen wurde. Der damalige Bädertourismus brachte neben der hiesigen Bewirtschaftung des Landes Wohlstand in das Dorf. Nach der Restaurierung der 26 traditionellen kreolischen Villen ist es heute wieder für den Tourismus geöffnet und bietet seinen Besuchern einen authentischen Einblick in das kreolische Inselleben. Wer Interesse an Musik hat, sollte das «Musee des Musiques et Instruments de L’ocean Indien» besuchen und dort viele interessante Details über die traditionellen Musikinstrumente des Indischen Ozeans erfahren. Ansonsten finden Sie überall im Dorf prächtige farbenfrohe Gärten mit endemischen Pflanzen- und Blumenarten vor. Diese sind besonders schön auch bei einer Führung durch das «Maison Folio» zu betrachten, welche von Jean-François Folio, dem Hausherrn der Kolonialvilla, selbst durchgeführt wird. Durch die besondere Lage im Krater, umrandet durch die Berge und die tropische Vegetation, ist Hell-Bourg ebenfalls besonders bei Wanderern beliebt, die hier während ihrer Wanderung Rast machen oder in einer der Berghütten übernachten. Planen auch Sie vor Ort eine Wanderung zu unternehmen oder über Nacht zu bleiben, bieten sich hier die Gîtes «La Mandoza», «Le Piton d’Anchaing» und «Parisot» als bescheidene, aber besondere Übernachtungsmöglichkeit an. Von Hell-Boug aus können Sie dann zwischen leichteren Wandertouren von drei bis vier Stunden beispielsweise zum «Cap Anglais», «Piton d’Anchaing», zur «Quelle Manouilh» oder «Terre-Plate» wählen und einer etwas längeren und anspruchsvolleren Tour zum Wasserfall «Trou de Fer» über das Waldgebiet von Bélouve mit einer Dauer von 6 Stunden.

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