durch den Norden

Sambava und Marojejy:

Nach Antalaha haben uns für einige Tage in Sambava bei Bruno Lee im Hotel Mimi einquartiert. Jeden Morgen wurden wir mit frischen pain au chocolat und leckerem Ananassaft mit Vanille verwöhnt, was will man mehr?

Bruno hat uns übrigens erzählt, dass er für den Madagaskar-Tag von Priori zu dir nach Basel reist.

Von dort aus sind wir für 4 Tage in den Marojejy Nationalpark gestartet.

Das Ziel war, bis auf den Gipfel zu gelangen. Die erste Nacht haben wir im Camp 1 verbracht und konnten bereits dort enorm viele Tiere (unter anderem  Mantella-Frösche, Bambuslemuren, verschiedene Uroplatus-Geckos,  Helmet Vangas, Frösche etc.) beobachten und hautnah erleben (inklusive Blutegel ). Wir hatten sogar eine Boa auf dem Dach der Camphütte!

Am 2. Tage sind wir ins Camp 3 aufgestiegen. Unterwegs hatten wir tatsächlich das Glück, die stark bedrohten Seidensifakas aus nächster Nähe beobachten. Wahnsinnig eindrücklich und berührend! Hier soll erwähnt sein, dass wir einen tollen Guide an unserer Seite hatten, der sich enorm ins Zeug gelegt hat für uns.

Der weitere Aufstieg ins Camp 3 war sehr schweisstreibend und abenteuerlich. Im Camp 3 war eine Forschungsgruppe von Tana einquartiert, welche dem rustikalen Camp Leben und Charme verlieh. Am nächsten Tag sind wir um 05:00 Uhr früh den rutschigen Berg hinauf geklettert. Der Weg war herausfordernd und sehr anstrengend, aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt. Nach etwas mehr als 2 Stunden haben wir den Gipfel erreicht und uns stolz im Gipfelbuch eingetragen (das Gipfelbuch wird übrigens in einem Alutopf gelagert…:-)). Vom Gipfel gings hinunter ins Camp 2, wo wir die letzte Nacht verbrachten.

Die Vielfalt an Flora und Fauna, welche wir zu Gesicht bekamen, sowie die verschiedenen Vegetationszonen war eines der Highlights unserer Reise.

 

Bobangira:

Danach haben wir uns spontan dazu entschieden, Bruno Lees privates Schutzgebiet Bobangira zu besuchen. Das Reservat wurde als Reptilien-Hotspot angepriesen. Das durften wir natürlich nicht verpassen!

Also sind wir mit Taxibrousse und Mototaxi in das abgelegene Waldstück gefahren und haben dort zwei Nächte im gemütlichen Camp zwischen Wald und Strand verbracht. Begleitet wurden wir von drei jungen, engagierten Männern, die uns mit ihrer grossen Begeisterung für die Natur und das Geschichten-Erzählen bereicherten. Während diesen zwei Tagen haben wir definitiv am meisten gelacht auf unserer Reise.

Wir haben in den zwei Tagen verschiedenste Schlangen, putzige Zwerglemuren, diverse Geckos und Vögel und drei verschiedene Brookesia-Chamäleonarten gesehen (nebst anderen Chamäleonarten). In der Nacht schlafen die winzigen Tiere erhöht auf kleinen Zweigen, und so war es relativ einfach, die Zwerge zu finden. Wir haben über 80 Brookesia-Chamäleon gefunden, total verrückt!

Fun fact: Der Autor unseres Reptilien- und Amphibienführers war bereits dreimal in Bobangira…

 

Vohémar und Ankarana:

Danach sind wir weiter nach Vohémar via Taxibrousse, wo wir uns einige Tag in einem niedlichen Strandhäuschen erholt haben. Die herzlichen Köchinnen der Unterkunft haben uns jeden Tag mit ihren leckeren und frischen Meeresgerichten verwöhnt. Unser liebstes madagassisches Gericht: crevettes au sauce coco. Köstlich!

Von dort aus sind wir in einer äusserst gefährlichen und traumatisierenden Taxibroussefahrt nach Ankarana gereist… Der Chauffeur hat über mehrere Stunden ein waghalsiges Rennen mit einem anderen Taxibrousse veranstaltet… Horror!

Zum grossen Glück sind wir heil in Ankarana angekommen und haben dort 3 Nächte bei Chez Laurent verbracht. Am ersten Tag sind wir auf, zwischen und unter den Tsingy gewandert und haben die eindrucksvollen Felsformationen von allen Perspektiven betrachten können. Eine spektakuläre Landschaft, die mit nichts vergleichbar ist, was wir bisher gesehen haben. Am zweiten Tag haben wir eine andere Route genommen. Wir sind durch die Wälder des Reservats gewandert, zum Aussichtspunkt auf einem Hügel, und danach zur gigantischen Fledermaushöhle. Der Höhlenbesuch hat uns besonders beeindruckt. Es war ein Erlebnis mit allen Sinnen… da waren die lauten Rufe der abertausenden Fledermäuse, der beissende Ammoniakgeruch sowie das chaotische Gewusel der Tiere, andererseits der Anblick der riesigen, glitzernden Stalaktiten und Stalagmiten sowie die komplette Stille etwas tiefer drin in der Höhle. Eine Welt für sich…

 

Andrafiamena

Von Ankarana aus haben wir einen 2-tägigen Aufenthalt in der luxuriösen Akiba-Lodge organisiert, um die seltenen Perrier Sifakas zu sehen. Wir hatten das grosse Privileg, die neugierigen Tiere aus nächster Nähe beim Mittagsschlaf zu beobachten. Die Gruppe bestand aus einigen adulten Tieren und einem noch sehr kleinen Jungtier, welches verspielt um die anderen Sifakas herumturnte und immer wieder neugierig die „grossen, komischen Lemuren in Wanderausrüstung“ begutachtete. Ein einzigartigen Erlebnis!

Auch sonst ist der Ort eine wahre Schatzkammer: unzählige Sportive Lemuren, Crowned Lemuren, viele Mauslemuren, Uroplatus-Geckos, Eulen und diverse andere Vögel, Tenrek und sogar ein sonst eher selten gesichtetes Falanouc durften wir während einer Nachttour beobachten und aufnehmen. Unser Video des Falanouc war begehrt: selbst die Hotel Managerin fragte danach… Die Lodge war wirklich von A bis Z ein Paradies: das Personal war enorm engagiert und hat alles gegeben für uns, das Essen war hervorragend und die edle Lodge inmitten des Trockenwaldes war traumhaft!

 

Montagne d’Ambre

Von dort aus sind wir weiter nach Joffreville. Dort haben wir wiederum drei Nächte verbracht und sind an zwei Tagen in den Montagne d’Ambre Nationalpark gegangen. Der mystische Bergregenwald sowie die vielen Kaskaden haben uns sehr gefallen! Was den Ort aber für uns ganz besonders macht, ist das Minichamäleon Brookesia tuberculata, welches nur im Montagne d’Ambre Nationalpark lebt. Nur  gerademal 35mm erreicht ein adultes Tier. Wir haben sehr gehofft, eines zu finden. Und tatsächlich: bereits nach kurzem Suchen hat Flavio ein erstes Exemplar gefunden! Was für ein grosses Glück, denn kaum so gross wie ein halber Daumen und perfekt getarnt sind die Tiere nicht einfach zu finden. Die niedlichen Zwerge waren definitiv auch eines unserer Highlights der Reise. Ich (Nadine) liess mir sogar ein solches Chamäleon in Originalgrösse auf meinem Arm verewigen…

 

Die letzte knappe Woche unserer Reise verbrachten wir dann in der Sakalava Bay. Wir haben das ruhige Meer genossen, jeden Tag frischen Fisch aus der Bucht gegessen (in unserer geliebten sauce coco) und die letzten Sonnenstrahlen getankt bevor es zurück in den berner Hochnebel ging.

Nadine und Flavio