Archiv der Kategorie: Madagaskar Infos

Alles was man über Madagaskar und vor Madagaskar-Reisen wissen sollte – Informationen rund um die Insel Madagaskar: An- und Einreise, Verkehr, Klima und Reisezeit, Geld, Flora und Fauna, Essen und Trinken, Gesundheit sowie viele weitere Themen.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

RN4 Madagaskar:
Die Brücken des Betsiboka und Kamoro
Brückenbau in Madagaskar

Die RN4 verläuft von der Hauptstadt Antananarivo nach Norden und führt nach Maevatanana. Das kleine Landstädtchen liegt an der Grenze vom Hochland hin zur Küstenebene. Maevatanana ist auch die Hauptstadt der Region Betsiboka, benannt nach dem Fluss, der das Territorium in Süd-Nord-Richtung durchfliesst.

Die Kleinstadt Maevatanana liegt auf nur 70 m ü. M. am Fluss Ikopa, der die Wasser aus der Hauptstadt heranführt. 40 km nördlich von Maevatanana fliesst der Ikopa in den Betsiboka ein, der sich seinerseits das grosse Binnendelta von Mahajunga ergiesst.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücke über den Betsiboka

Madagaskar, die Brücke über den Betsoboka

20 km östlich von Maevatanana führt bei PK 336+700 eine geradlinige Stahlbrücke über den stürmischen Fluss Betsiboka.

An dieser Stelle wurde bereits 1934 eine erste Hängebrücke mit einer Spannweite von 130 m vom französischen Unternehmen Leinekugel Le Coq erstellt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Hängebrücke 1942 durch die sich rückziehenden Vichy-Truppen beschädigt. Der Mittelteil der Brücke lag zwar im Wasser, doch die anrückenden britisch-südafrikanischen Truppen konnten die eingefallene Fahrbahn trotzdem nutzen.

Am 11. September 1942 überquerte ein alliierter Stosstrupp die Brücke – trotz Beschuss der französischen Vichy-Armee. Die vom Krieg schwer beschädigte Eisenbrücke wurde abgerissen und an fast gleicher Stelle eine einfache Metallbrücke im Stil von Bailey mit gitterartigen Metallverstrebungen erstellt. Die einspurige Brücke mit 280 m Länge ist jetzt noch in Gebrauch. 2015 wurde sie renoviert.

Mit dieser Brücke führt die RN4 über ein dramatisches Szenario zwischen Wasserfall und Stromschnellen, die stufenweise hinunter in eine Schlucht führen. Während der Regenzeit drücken sich die gewaltigen Wassermengen schäumend zwischen die Felsen. Ein eindrückliches Erlebnis.

Am Ende der Trockenzeit wirken die Massen etwas weniger aufregend. Immer jedoch sind sie rotgefärbt mit Erosionserde.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücke über den Kamoro

Die charakteristische Hängebrücke über den Kamoro schaffte es im September 2017 auf eine neue Serie madagassischer Banknoten, es war der 1000 Ariary Geldschein.

Bei PK 406 führt die imposante Hängebrücke auf 206,5 Metern über den Fluss Kamoro. Die Hängebrücke wurde vom Unternehmen Gaston Leinekugel Le Cocq erbaut. (Das Unternehmen baute zwischen 1931 und 1934 drei eiserne Hängebrücken in Madagaskar: Mananjary, Betsiboka und Kamoro.)

Die Brücken über den Kamoro Fluss in Madagaskar

Die Hängebrücke über den Kamoro hat eine Spannweite von 206,5 Metern. Die 12 Befestigungsseile verlaufen über die beiden metallenen H-Pylone 22,7 m über der Fahrbahn. Die Fahrbahnträger hängen an den Trageseilen. Die zweihüftige Brücke ist vernietet.

Die elegante Brücke beinhaltet 876 Tonnen Metall. Während der eine Pylon auf einem landseitigen Sockel steht, ruht der andere auf einer Stützmauer. Von dort führt eine Zufahrtsbrücke von 56 Metern bis zum Land. Die Fahrbahn von vier Metern Breite erlaubt auf der Totallänge von 262,5 m keinen Kreuzungsverkehr.

Die ehrwürdige Brücke geriet allmählich ins Alter. Sie bildete zunehmend einen einspurigen Flaschenhals zwischen der Hauptstadt und dem Norden, durch den sich täglich rund 1000 Fahrzeuge drücken. Es gab keine Alternative zu dieser Brücke: sie war die einzige über den 145 km langen Kamoro Fluss.

2017 wurde sie vom Unternehmen Eiffage TP ausgebessert, finanziert von der Weltbank.

Die Société Eiffage ist ein 1993 durch Fusion entstandenes Baukonglomerat, zu dessen Ursprung nebst vielen anderen Bauunternehmen auch das Unternehmen von Gustave Eiffel (Eiffelturm in Paris) gehört.

Die Brücke ist ein Zeugnis industrieller Kultur und erhaltenswert. Fälschlicherweise wird sie als Eiffelbrücke bezeichnet.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücken über den Kamoro Fluss in Madagaskar

Eiffage TP erhielt auch den Auftrag für den Neubau einer 265,5 Meter langen Brücke gleich nebenan, ebenfalls finanziert durch die Weltbank. Die Arbeiten dauerten zwei Jahre und erfolgten ohne Arbeitsunfall.

Die neue Hängebrücke steht 14 Meter flussabwärts. Ihre 36 Meter über die Fahrbahn hinausragenden Betonpfeiler (Pylone) scheinen leichter und fragiler zu sein als die behäbigen Eisenpfeiler nebenan. Die zweispurige Fahrbahn von 7 Metern Breite liegt 206 Meter zwischen den Pfeilern auf einem verschraubten Eisenbett. 80 Kilometer Stahlkabel wurden benötigt und 4600 m3 Beton verbaut.

Am 17. Juli 2017 wurde die neue Brücke eingeweiht. Der damalige Staatspräsident sagte: ‘Die beiden Bauwerke symbolisieren die Vergangenheit und die Zukunft. Wir dürfen nicht ignorieren, was früher gemacht wurde zur Entwicklung unseres Landes’.

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Sozialhilfe in Madagaskar

Sozialhilfe in Madagaskar

Madagaskar gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt, so dass die Corona-Krise hier besonders starke Folgen im täglichen Leben der Madagassinnen und Madagassen zeigt. So steigt beispielsweise die Arbeitslosigkeit immer weiter an und das Einkommen der Familien verringert sich.

Um diese Folgen zu mindern, organisiert der Staat, zusammen mit internationalen Organisationen, Hilfen, die der Bevölkerung dienlich sind.

So organisierte der madagassische Staat zuerst eine Sanitärhilfe, das heisst, es wurden zahlreiche Zentren zum Kampf gegen die Infektion mit Covid-19 in der Hauptstadt Antananarivo und in einigen Regionen der Insel eröffnet. Das Ziel war, dass an Covid-19 Erkrankte so schnell wie möglich behandelt werden konnten und alle nötigen Medikamente, ohne sie selbst bezahlen zu müssen, erhielten. Die Anzahl dieser Zentren war aber nicht völlig ausreichend, weswegen ein Teil der Erkrankten zu Hause bleiben und mit Hilfe ihrer Familie genesen sollte. Dabei machen die Ärzte ab und zu Kontrollen per Telefon oder kommen, wenn nötig, zu den Kranken nach Hause. Die Arzneimittel bekommen die Betroffenen jedoch in jedem Fall immer kostenfrei vom Staat.

Des Weiteren hat der Staat seine Bürger ermutigt, sich, sollte man Anzeichen einer Covid-19-Erkrankung verspüren, sofort in eine Krankenstation zu begeben, um Medikament zu erhalten, die dann eingenommen werden können. Inzwischen nehmen die Krankheitsfälle ab, aber alle Verantwortlichen sind nach wie vor sehr wachsam.

Sozialhilfe in Madagaskar
Parallel zu der Ankunft von Covid-19 in Madagaskar, begann der Staat Nahrungs- und Finanzhilfe zu leisten. Am Anfang war es der „Tsena mora“ („billige Markt“), wo beispielsweise 3 bis 5 kg Reis, ein Liter Öl, Zucker und andere Grundnahrungsmittel, wesentlich günstiger als auf dem normalen Markt, angeboten wurden. Dann wurde die „Tosika fameno“ („ergänzende Hilfe“) organisiert. Dabei handelt es sich um die Verteilung von jeweils 100 000 Ariary an bedürftige Familien der Stadt. Später wurde ein Betrag von jeweils 30 000 Ariary verteilt und eine bereits vorher erstellte Liste von Lebensmitteln, die man in einem Geschäfte holen kann. Inzwischen heisst die Hilfe „Vatsy Tsinjo“ („Essensvorräte-Hilfe“), in Form eines Sackes von 50 kg, mit Reis, anderem Getreide, Öl und anderen Grundnahrungsmitteln. Diese Art von Hilfe wird von vielen Familien gerne angenommen.

In diesem Schuljahr zahlen die Eltern bei den staatlichen Schulen kein Schulgeld mehr. Sie müssen sich vielmehr nur um das Schulmaterialen kümmern, was die finanzielle Situation der Eltern natürlich sehr erleichtert.

Andere Länder, ausserhalb von Madagaskar, geben auch diverse Hilfen.

Nachmittags ist im Fernsehen eine staatlich organisierte Sendung zu sehen, welche Informationen über die Entwicklung der Zahl der Infizierten gibt. Hier werden auch Ärzte und weitere Fachleute aus unterschiedlichen Fachgebieten eingeladen, die über alles sprechen, was mit der Covid-19-Pandemie zusammenhängt.

Sozialhilfe in Madagaskar
Sehr viele Leute haben jetzt auch psychische Probleme und verlieren das Vertrauen in sich und das Leben. Gleichzeitig können vermehrt psychosomatische Erkrankungen wie hoher Blutdruck oder Herzprobleme festgestellt werden. Leider wird von 99 Prozent der Bevölkerung kein Psychologe konsultiert, da die meisten gar nicht wissen, dass ein solcher existiert und zu Rate gezogen werden könnte. Auch könnte man sich eine Behandlung wohl gar nicht leisten.

Daher wird in der Fernsehsendung auch psychologischer Rat gegeben und Beistand geleistet. So machen die dort eingeladenen Ärzte Vorschläge und geben Rat, wie Stress vermieden oder bekämpft werden könnte oder wie man ein gutes Familien- oder Sozialleben pflegen kann.

Es gibt viele soziale Schwierigkeiten, aber die Madagassinnen und Madagassen versuchen nun wieder vermehrt „aufzustehen“ und diese zu überwinden.

Antananarivo, 21. September 2020; geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo

2020 RN2 Madagaskar

2020 RN2 Madagaskar

Fahrt auf der RN2 von Antananarivo nach Tamatave (Toamasina). Die Fahrt wurde am 11. September 2020 gemacht, als also der Fernverkehr zwischen den Provinzen wieder schrittweise erlaubt war. Die Bilder zeigen Strassensituationen und Leute – mit und ohne Gesichtsmasken. Corona Covid-19 ist in Madagaskar weiterhin ein Thema.

Die RN2 verbindet die Hafenstadt Tamatave mit der Hauptstadt Antananarivo und ist die meistfrequentierte Strasse Madagaskars. Derzeit ist die Verkehrslage eher ruhig. Wie immer sind Lastwagen unterwegs, die Fracht vom Hafen auf das Hochland bringen, also nach Antananarivo und Antsirabe. Privatwagen sind selten unterwegs. Das spüren auch die Restaurants unterwegs und die vielen Strassenverkäufer. Sie leben von den Passanten und die sind jetzt – kurz nach der Öffnung der Strasse – noch selten.

Die Fahrt wurde gemacht von der PRIORI-Chefin Bettina, die ja ursprünglich aus Tamatave stammt. Sie durfte nun erstmals seit Februar wieder ihre Eltern in Tamatave besuchen.

Madagaskar RN2 Corona September 2020

Madagaskar RN2 Corona September 2020

Madagaskar RN2 Corona September 2020

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Madagaskar RN2 Corona September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 September 2020

Madagaskar RN2 September 2020

Madagaskar: Corona und Transport

Madagaskar: Corona und Transport

Madagaskar Transport

Madagaskar Transport

Die Zahl der Infizierten wird jetzt in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, weniger und weniger. Der Präsident hat gestern (Sonntag, 6. September) behauptet, dass die Krankheit unter Kontrolle sei. Somit werden die Einschränkungen zunehmend leichter und leichter. Normalerweise muss man weiterhin vorsichtig sein, aber diese Behauptung des Präsidenten bedeutet für viele Leute endlich etwas Freiheit und den Weg zurück zum normalen Leben, das heisst zur ehemaligen Gewohnheit.

Madagaskar: Corona und Transport
Das tägliche Leben in der Stadt beginnt, wieder fliessend zu werden. Seitdem die ‘Taxi Be’ (der öffentliche Personenverkehr) wieder arbeiten, atmen die Leute ein bisschen auf; das war für die meisten eine Linderung. Wir haben hier zwei Arten von Taxi Be: die eine sind die sogenannten ‘Sprinter’ oder ein Lieferwagen, der für den Personenverkehr umgebaut wurde. Diese dürfen vier Personen nebeneinander in einer Reihe sitzend aufnehmen. Die andere Art sind kleine Mazda, wo drei Personen pro Reihe sitzen. Bis jetzt haben sich die Kosten für den Personentransport noch nicht geändert. Trotzdem müssen alle Angestellten sehr früh aufstehen, um den Verkehrstau zu meiden.

Madagaskar: Corona und Transport
Mein kleiner Bruder hat seine Freundin an der Ostküste Madagaskar, genauer in Tamatave, gefunden. Vor zwei Monaten, wegen des Lockdowns von Antananarivo und Tamatave, hat das Paar dort staatlich geheiratet. Normalerweise muss eine Hoheit ein grosses Familienfest sein. Wir aus Antananarivo konnten nicht dabeisein. Dies ist traurig, aber wir sind froh, dass er den Mut hatte, die Hochzeit ohne seine Familie durchzuführen. Jetzt ist der Autotransfer zwischen Antananarivo und Tamatave wieder geöffnet, aber man darf nur unter gewissen Bedingungen fahren: so muss man vorher einen Corona-Test machen. Die Abfahrt ist nur am Vormittag erlaubt, die direkte Fahrt dauert mindestens 8 Stunden. Die Fahrzeuge müssen vor der Sperrstunde am Ziel ankommen. Die Busfahrer nehmen die Reisenden mit vollständigen ‘Manifest’, in dem alle Informationen über die Reisende stehen, nur in der Bushaltestelle in Antananarivo und im Terminus ist Tamatave auf. Das heisst, die Fahrzeuge dürfen unterwegs keine Passagiere aufladen und keinen Zwischenstop machen.

Der regionale Transport innerhalb der Provinz von Antananarivo wird auch bald öffnen.

Antananarivo Transport

Antananarivo Transport

Madagaskar: Corona und Transport
Die Lastwagen hingegen arbeiteten ohne Stop, die Versorgung der Stadt wurde nicht unterbrochen. Die Region hatte und hat glücklicherweise keinen Nahrungsmangel seit dieser Corona-Zeit. Die meisten der Familien haben aber finanzielle Schwierigkeiten. Doch jeder gibt sein Bestes, um für seine Familie zu sorgen. So wird beispielerweise ein Busfahrer zum Mauerer; wer ein Motorrad hat, macht ‘Taxi Moto’. Wer ein Fahrrad hat, macht damit auch Taxi. Einige sind aus der Stadt zurück aufs Land gegangen und pflanzen Produkte. Zuweilen machten einige auch nicht legale Sachen, aber das war egal. Dem Gedanken, irgendwie durchzukommen, waren keine Grenzen gesetzt.

Jetzt steigen die Kosten etwas. Ein Kilo Reis ist jetzt 2000 bis 2 300 Ariary. Generell kann man aber sagen, dass die Lebenshaltungskosten ziemlich stabil geblieben sind. Kartoffeln kosten 1200 Ariary das Kilo, Karotten 1000 Ariary, ein Blumenkohl kostet je nach Grösse 2000 bis 3000 Ariary. Wir haben also noch etwas Glück.

Madagaskar: Corona und Transport
Jetzt stellen wir fest, dass die Anstrengungen, die der Präsident unternommen hat und die Schwierigkeiten, die die Menschen in diesen letzten fünf Monaten zu bewältigen hatten, etwas gegenüber der Krankheit gebracht haben. Wir haben die Hoffnung, dass alles besser wird. Wie der Präsident gesagt hat, werden auch die Binnenflüge und die internationalen Flüge je nach Situation bald öffnen. Wann genau das sein wird, wissen wir nicht. 

Die grösste Auswirkung dieses Lockdowns von Madagaskar betrifft den Tourismus. Unsere touristische Saison fängt ab April oder Mai an. Die Covid-19 Pandemie war wie ein Hammerschlag auf den Kopf. Die meisten der Reiseveranstalter haben geschlossen und viele Angestellte sind der technischen Arbeitslosigkeit (chômage technique) ausgesetzt. Ebenso alle Angestellten im Zusammenhang mit dem Tourismusbereich: Handwerker, Hotelarbeiter, Autovermietung und viele andere. Der ganze Sektor hat Probleme. In unserem Land haben wir keine Versicherung, die sich um diese Leute sorgt. Vielleicht ist die Öffnung des Himmels für Flugzeuge eine Lösung für das Problem. Wir haben dieses Jahr noch drei Monate, man weiss noch nicht, was alles passieren wird. Aber wir hoffen auf etwas Gutes.

Antananarivo, 7. September 2020; geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo

 

Der Dschungelexpress von Madagaskar

Eine Fahrt in den betagten Waggons des „Dschungelexpress“ bedeutet „Madagaskar pur“. Es geht vorbei an den einzigen Teeplantagen der Insel, am See Sahambavy, einem Wochenendziel der reicheren Bergbewohner, vorbei an unzähligen Reisterrassen und Wasserfällen. Der Zug fährt entlang des Flusses Faraony und ermöglicht faszinierende Panoramablicke auf den Regenwald.

Der Dschungelexpress von Madagaskar
Die Bahnlinie wurde während der französischen Kolonialzeit erbaut und gilt aufgrund ihrer schwierigen Trassen-Führung als bautechnische Meisterleistung. 10 Jahre dauerte der Bau der 163 km langen Strecke mit unzähligen Tunneln und Brücken. Er forderte das Leben von über 1000 Arbeitern.

Auf dem filmischen Reiseplan steht auch eine Fahrt mit der Micheline, einem historischen Triebwagen, der noch mit Gummireifen auf den Schienen fährt.

Der Dschungelexpress von Madagaskar
von SUSANNE MAYER-HAGMANN
Erstsendung: 24.10.2014
Eisenbahn-Romantik, SWR Fernsehen

Flug Antananarivo – Mananjary

Flug Antananarivo – Mananjary: vom Hochland an die Südostküste von Madagaskar

Text Madagaskar Binnenflüge, März 2020

Flughafen Madagaskar: Madagaskar verfügt über viele asphaltierte Landebahnen und noch mehr Landepisten. Daneben ist die vorhandene Infrastruktur vielerorts mangelhaft oder nicht vorhanden.

Flughafen Madagaskar: Madagaskar verfügt über viele asphaltierte Landebahnen und noch mehr Landepisten. Daneben ist die vorhandene Infrastruktur vielerorts mangelhaft oder nicht vorhanden. Alle paar Jahre unternimmt die Regierung Versuche, diesen Zustand zu verbessern. Die Erfolge sind oft mager.

Die private Airline von Sipromad bedient die Linie Antananarivo via Fianarantsoa nach Mananjary und zurück. Die Flüge finden jeweils montags statt. Es sind auch Einzelstrecken buchbar. Die eingesetzten Kleinflugzeuge sind mit Druckkabinen ausgestattet, fassen jedoch nur gerade 7 – 8 Passagiere. Der Flug Antananarivo – Mananjary dauert etwas über drei Stunden, den Zwischenhalt in Fianarantsoa nicht eingerechnet.

Damit ersetzt dieser Flug Antananarivo – Mananjary zwei ganze Fahrtage auf der Strasse. Das Agrounternehmen hat auch Aktivitäten in der Zone um Mananjary (Exportprodukte). Das war wohl der entscheidende Grund zur Wahl dieser Destination.

Mananjary (code MNJ) lag immer etwas abseits des regulären Flugverkehres, auch als Air Madagascar noch selbst ein weitgestrecktes Netz bediente. Die Landepiste ist asphaltiert und liegt in der topfebenen Küstenfläche zwischen dem Kanal von Pangalanes und dem Ufer des Indischen Ozeans. Wer nach dem Flug Antananarivo – Mananjary mittags in der schwül-heissen Destination Mananjary aus dem Kleinflieger steigt, findet nur ein mickriges Flughafengebäude vor. Grösser braucht es auch nicht zu sein: seit einer Generation findet sich Mananjary nicht mehr in Flugplänen der Air Madagascar / Tsaradia. Ab und zu und selten genug landet ein Sportflugzeug oder eben ein Geschäftsflug des Agro-Business-Unternehmens Sipromad. Ob der Flughafen und der Flug Antananarivo – Mananjary und zurück fortan für touristische Zwecke wichtig werden, bleibt abzuwarten.

Mananjary liegt 170 Strassenkilometer nördlich von Manakara. Schon zu Kolonialzeiten war Manakara ausersehen, sich zum Überseehafen zu entwickeln. Daher war Manakara auch Startpunkt für den Bau der Eisenbahn hoch nach Fianarantsoa. Die 163 km lange Bahn Fianarantsoa – Côte-Est (FCE) wurde gebaut (1926 – 1936), der Hafen und ein paar grosse Lagerhäuser ebenfalls. Doch Manakara konnte sich als Meereshafen nie etablieren. Heutzutage infolge von etlichen Zyklonen und mangelndem Unterhalt sind die Lagerhallen unbrauchbar, das Hafenquai verrottet und die Ankerplätze versandet. Es kommt seit vielen, vielen Jahren kein Meeresschiff mehr nach Manakara. Sogar der Treibstoff wird vom Hochland mit Tanklastwagen hergebracht.

Manakara (code WVK) verfügt ebenfalls über einen Flughafen mit einer asphaltierten Pistenlänge von 1184 m Länge. Bemerkenswert ist, dass die Schienen der Eisenbahn quer durch die Landebahn verlaufen. Weltweit gibt es nur drei Airports mit Schienen-Landebahn-Querungen. Die Gefahr eines Unfalls ist minimal: der Zug verkehrt nur selten und Privatflugzeuge noch seltener. Noch vor 20 Jahren war Manakara eingebunden in den Küstenhüpfer, der entlang der Südostküste zwischen Manakara und Fort Dauphin verkehrte. Unterwegs machte der Kleinflieger einen Zwischenhalt in Farafangana. Doch das ist lange her..

Madagaskar Binnenflüge

Madagaskar Binnenflüge: die Flugverbindungen in Madagaskar sind in Bewegung. Binnenflüge verbinden aber nur die grossen Städte und führen meist über Antananarivo als Hub für alle Landesteile.

Text Madagaskar Binnenflüge, März 2020

Flugverbindungen Madagaskar 1968

Flugverbindungen Madagaskar 1968: Die Grafik zeigt die Binnenflüge in Madagaskar im Jahr 1968. Damals bediente die noch junge Airline Air Madagascar etwa 40 Flughäfen. Weit nicht alle verfügten über asphaltierte Landebahnen. Quelle: Les Guides Bleus, Hachette 1968

Madagaskar Binnenflüge, ein ewiges Thema. Der madagassische Binnenflugverkehr wird von der nationalen Airline Tsaradia (code TZ) dominiert. Die Tochtergesellschaft der Air Madagascar fliegt derzeit innerhalb der grossen Insel nur noch 12 Destinationen an. Doch weit mehr Flughäfen sind in Madagaskar ausgerüstet für den Personenverkehr.

Die nationale Airline wurde 1962 als Madair gegründet, wechselte den Namen aber schnell in Air Madagascar. In den 1970er Jahren verfügte Madagaskar mit 80 Landepisten über das dichteste Flughafennetz der Welt. Damals flog Air Madagascar noch über 40 Stationen innerhalb von Madagaskar flugplanmässig an. Dazu gehörten auch vergessene und auf dem Strassenweg schwierig erreichbare Städte wie Bekily, Ankazobe oder Analalava. In den 1980er Jahren war Madagaskar bankrott und so eigentlich auch die Staatsfirma Air Madagascar. Zwangsläufig wurde das Streckennetz für Binnenflüge in Madagaskar ausgedünnt, sodass heutzutage nur gerade noch die ‘wichtigen’ Städte mit einer rund einstündigen Flugdauer bedient werden.  Erst letztes Jahr wurde wieder – unerwartet – eine Kursstreckenlinie aktiviert: Antananarivo – Ambatondrazaka – Tamatave. Die Binnendestinationen werden von Tsaradia, der 2018 ausgelagerten Tochterfirma der Air Madagascar ausgeführt. Tsaradia und auch Air Madagascar halten sich leidlich über Wasser – trotz überhöhter Flugpreise auf dem Binnenmarkt.

Air Madagascar – in Europa während Jahren auf der Blacklist – hatte keine gute Hand mit Kooperationen, die allesamt unglücklich verliefen. Da half Lufthansa in den frühen 2000er Jahre zu einer Restrukturierung, mal war Air France beteiligt und in den letzten Jahren Air Austral (code UU). Die Airline aus der französischen Tropeninsel La Réunion ist seit 2017 dominant mit 49% an Air Madagascar beteiligt, doch eine Scheidung der ungleichen Partner zeichnet sich bereits ab.

Madagaskar Binnenflüge: ein von Air Madagascar beanspruchtes Feld.
Konkurrenz für Binnenflüge in Madagaskar mochte die Airline nie. So entstand und versank die TAM nach keinen zehn Jahren Operation (1994 – 2003). Die Malagasy Airlines schaffte es nur von 2004 – 2006.

Natürlich gab und gibt es private Flugunternehmen, die ihre wenigen Kleinflugzeuge bei Bedarf vermieten. Stabilstes Unternehmen ist die MAF (Mission Aviation Fellowship), die in christlichem Auftrag in 26 Ländern der Welt unterwegs ist. In Madagaskar darf die MAF keinen regulären Flugverkehr anbieten, darf aber für Krankentransporte behilflich sein.

Aufgrund der Liberalisierung des Luftverkehrs operiert seit 2015 die Madagasikara Airways: sie agierte erst eher im Bedarfsflug, doch zunehmend stabilisierte sich die Airline zu einem Konkurrenten der etablierten Tsaradia. Madagasikara Airlines (code 7D) fliegt inzwischen 10 Binnendestinationen an und macht ebenso Flüge nach La Réunion und auf die Komoren. Der Flugplan ist noch etwas wacklig und richtet sich nach der Anzahl der Passagiere. Das neueste Mitglied der kleinen Flotte ist ein Embraer ERJ 145 LR.

Madagaskar Binnenflüge. Airport Fianarantsoa Madagaskar

Madagaskar Binnenflüge. Airport Fianarantsoa Madagaskar: Fianarantsoa verfügt über einen eigenen Flughafen, der aber bislang nur von wenigen Privatfliegern genutzt wird.

Neu bietet nun auch das Firmenkonglomerat Sipromad eine Linie für Binnenflüge an: Antananarivo – Fianarantsoa – Mananjary. Einmal pro Woche jeweils montags. Sipromad besitzt zwei Flugzeuge: eine 8-plätzige Citation C-550B und eine KingAir B200 mit 7 Plätzen. Sipromad ist eigentlich ein Agrounternehmen, inzwischen aber auch in Industrie und Immobilien tätig. Sie eröffnete 2019 eine Linie von der Hauptstadt Antananarivo zur 400 km südlich gelegenen Hochlandstadt Fianarantsoa und weiter an die Küste nach Mananjary, wo sie eigene Agro-Business-Interessen hat.

Damit ist der seit 15 Jahren leerstehende Flughafen von Fianarantsoa (code WFI) mit seiner 1250 m langen asphaltierten Landebahn wieder ins Licht der Aviatik geraten. Der Flughafen wurde nur selten von Privatfliegern benutzt, der Flug hingegen ersetzt eine ganztägige Autofahrt von Antananarivo nach Fianarantsoa. Die stille Küstenstadt Mananjary steht seit Jahrzehnten im Schatten der wichtigeren Stadt Manakara. Mit Sipromad kehrt nun wieder etwas Bewegung auf der 1500 m langen asphaltierten Flugpiste von MNJ zurück. Das generelle Problem der in Madagaskar wird auch von Sipromad nicht gelöst in Madagaskar: Binnenflüge sind zu teuer.

Klettern in Madagaskar

Ist Klettern in Madagaskar möglich und wenn ja, wo findet man die besten Kletterspots?

Da es im Handel keine Reiseführer zum Thema Klettern in Madagaskar gibt, ist es etwas schwierig, im Vorfeld an passende Informationen zu gelangen. Dieser Artikel soll die Planung einer Kletterreise nach Madagaskar etwas vereinfachen und wurde von unseren Reisenden Tobias und Julie zusammengestellt, die sich während Ihrer Madagaskarreise auch diesem Thema gewidmet haben.

Einige kurze Infos zum Überblick:

Klettern in Madagaskar - 3 Kletterspots

Kletterspots in Madagaskar

In Madagaskar gibt es ihres Wissens nach drei lohnende Kletterspots, die ausgerüstet sind (siehe Karte):

  1. Nosy Hara (Insel im Norden)
  2. Vallée des Perroquets (im Norden)
  3. Tsaranoro (im Süden)

Klettern in Madagaskar lohnt sich in der Regel erst, wenn man den Schwierigkeitsgrad 6a und aufwärts beherrscht. Die Routenauswahl für einfachere Schwierigkeitsgrade ist sehr beschränkt und ob es sinnvoll ist, das ganze Klettermaterial für diese wenigen Routen mit nach Madagaskar zu nehmen ist fraglich.

Als Tipp: Bringen Sie Ihr eigenes Material mit! Es gibt zwar die Möglichkeit, Material zu mieten, jedoch nur begrenzt und man vertraut sein Leben ja ungern fremden Seilen an.

Abseits dieser Kletterspots trifft man in Madagaskar immer wieder auf kleine Blöcke und Felsen, die zum „Bouldern“ oder „Clean Climbing“ einladen. Dieser Artikel beschränkt sich jedoch ausschliesslich auf die schon eingerichteten Spots in Madagaskar.

So sind die beiden gereist und das würden sie das nächste Mal verbessern:

Sie haben Madagaskar als Reiseziel ausgesucht, um einen Ort der Welt zu entdecken, der ihnen die Möglichkeit bietet, einerseits als Backpacker unterwegs zu sein, andererseits aber auch ihr liebstes Hobby, das Klettern, auszuleben. Nur fürs Klettern nach Madagaskar zu reisen, wäre schade gewesen, das Land hat nämlich noch soviel mehr zu bieten!

Ihre Reise startete ganz im Norden in Antsiranana, auch Diégo-Suarez genannt. Der erste Fixpunkt war das Vallée des Pérroquets mit Unterkunft im Jungle Camp. Anschliessend reisten sie über Ambilobe nach Vohemar, Sambava und Antalaha, wo sie die Vanilleküste entdecken konnten, eine absolute Traumregion, die auch die SAVA-Region genannt wird! Auch Andapa haben sie unterwegs besucht. Mit dem Flugzeug sind sie dann von Sambava nach Maroantsetra geflogen. Von hier aus setzten sie ihre Reise wieder mit Taxi-Brousse und Schiffen fort. An dieser Stelle sei gesagt, dass sie die Schiffsreise aus Sicherheitsgründen absolut nicht empfehlen würden! Via Tamatave (=Toamasina) und Antananarivo gelangten sie schlussendlich nach Fianarantsoa, von wo aus sie dann nach Tsarasoa gefahren wurden. Die Rückreise ging wieder via Fianarantsoa nach Antananarivo.

Aufgrund ihres geringen Reisebudgets sind sie ausschliesslich nur mit den öffentlichen Taxi-Brousse gefahren. Dies braucht viel Zeit, Spontanität und Nerven, ist aber wunderbar, um mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Ihnen gefiel vor allem die Authentizität dieser Art des Reisens. Berührungsängste darf man auf keinen Fall haben, die Taxi-Brousse werden mit Passagieren völlig überladen. Auch kann es mal vorkommen, dass man plötzlich ein fremdes Kind oder eine Tasche mit Hühnern auf dem Schoss hat. Auch kann es sein, dass das Fahrzeug plötzlich in Rauch aufgeht und stehen bleibt oder das Gas nicht mehr funktioniert, was die Reisezeit verdoppeln kann. Wenn man diese Art des Reisens mag und genügend Zeit mitbringt, dann ist das eine sehr abenteuerliche und tolle Art, Madagaskar zu entdecken.

Sie hatten auf ihrer Reise ihr komplettes Klettermaterial immer mit dabei. Das war sehr mühsam und zeitweise auch eingrenzend.

Das Gepäck war sehr schwer und unhandlich. Zwischenlagern war aber leider nicht möglich, da sie das Klettermaterial sowohl im Norden als auch im Süden brauchten. Für eine weitere Reise würden sie sich vermutlich auf ein Klettergebiet beschränken, danach das Material zwischenlagern und den Rest der Reise mit leichtem Gepäck durchführen. Der Spassfaktor ist sicher grösser und der Stress, den man durch das ständige Aufs-Gepäck-Aufpassen hat, ist sicher geringer.

Als Tipp: Wenn man den Flug über PRIORI bucht, kann man im Büro in Antananarivo Gepäck zwischenlagern. Alternativ kann man bei den jeweiligen Ansprechpartnern für die Kletterspots anfragen, ob man hier allenfalls etwas zwischenlagern kann. Die meisten Partner haben in den nächsten grösseren Städten jeweils ein Büro.

Madagaskar – Geld und Währung

Wie alles in Madagaskar ist auch die Frage zu Geld und Währung ganz klar, aber eben etwas anders. Die offizielle Währung Madagaskars heisst Ariary.

10’000 Ariary sind rund 3 Schweizer Franken. Für Schnellrechner: bei den Ariary drei Stellen weg und die Hälfte davon sind dann Schweizer Franken.

Vor Einführung des Ariary vor ein paar Jahren gab es FMG (Francs Malgaches).
Die Bevölkerung rechnet heute noch in FMG. Es gilt ein Fixkurs: 5 FMG sind 1 Ariary. Also lohnt es sich immer nachzufragen bei Preisangaben, denn die Besucher denken in Ariary, weil die Bank beim Geldwechseln auch in Ariary rechnet. Die Bevölkerung hingegen gibt die Preise zumeist im fünfmal billigeren FMG an.

Typisches Beispiel: der Tourist kommt am Flughafen an. Dort wechselt er 100 sFr und kriegt dafür rund 300’000 Ariary. Der Taxifahrer verlangt für die Fahrt in die Stadt 200’000 – und meint damit FMG. Der uninformierte Tourist bezahlt ihm 200’000 Ariary, also mithin 1’000’000 FMG. Der Taxifahrer hat mit dem in Madagaskar üblichen Trick 800’000 FMG / 160’000 Ariary mehr verdient.

Franz Stadelmann erklärt auch in diesem kurzen Info-Film, was es mit Geld und Währung in Madagsakar auf sich hat:

Madagaskar als Selbstreisender

Wie gut lässt sich Madagaskar als Selbstreisender und somit auf eigene Faust bereisen?

Natürlich können Sie Madagaskar als Selbstreisender bereisen, also ohne vorherige Reservationen oder Arrangements durch ein Reisebüro. Die Madagassen reisen ja auch im Land herum. Doch gleich hier gibt es einen Unterschied: in Madagaskar hat Zeit quasi keine Bedeutung. Im Ferienbudget der Europäer hingegen zählt jeder Tag sowie jede Stunde.

Madagaskar als SelbstreisenderWer also viel Zeit, Geduld und wenig Ansprüche mit sich bringt, kann Madagaskar gut im lokalen Stil bereisen. Oder jedenfalls einen Teil der Grossen Insel im Indischen Ozean. Wer aber seinen Rückflug nicht verpassen möchte oder während seiner Tage in Madagaskar doch ein Minimum sehen möchte, kommt mit den Lokaltransporten nicht weit.

Zudem geschehen immer wieder unvorher-gesehene Vorfälle: da wurde im September 2017 von einem Tag auf den anderen der Flughafen in Maroantsetra geschlossen. Wer sein Ticket im Internet gekauft hatte, blieb hängen. Da war die Stahlbrücke auf der einzigen Route vom Hochland nach Süden, die einem überladenen Lastwagen nicht standhielt und einbrach. Hunderte Fahrzeuge und tausende Passagiere strandeten an einem Sonntagnachmittag am Ufer eines unbedeutenden Flusses.

‘Daher haben wir einen 24-Stunden-Pikettdienst und jedes Reiseprogramm hat einen Plan B bereits eingebaut’, sagt Franz Stadelmann, Chef des auf Madagaskar spezialisierten Reisebüros PRIORI. ‘Auch wir können viele Faktoren nicht beeinflussen, aber wir können schnell auf Veränderungen reagieren.’

Er warnt vor allem vor ungeprüften Angeboten im Internet, die viel versprechen, aber in denen die Leistungen und Garantien unklar sind. Es gibt viele Hosentaschenreisebüros in Madagaskar, die aus einer Homepage und einer Telefonnummer bestehen. ‘Ob hier Vertrauen angesagt ist, muss jeder selber entscheiden.’ Sein Fazit ist klar: ‘Madagaskar bleibt ein Abenteurerland. Man bezahlt immer. Entweder mit Geld oder mit Zeit’.