Archiv der Kategorie: Madagaskar Infos

Alles was man über Madagaskar und vor Madagaskar-Reisen wissen sollte – Informationen rund um die Insel Madagaskar: An- und Einreise, Verkehr, Klima und Reisezeit, Geld, Flora und Fauna, Essen und Trinken, Gesundheit sowie viele weitere Themen.

Von Fianarantsoa nach Manakara

Von Fianarantsoa nach Manakara

Bericht in einem Reisebuch aus dem Jahr 1968

Linie F.C.E.: 163,3 km; dreimal wöchentlich mit einem Triebwagen (Diesel-Draisine) mit Anhänger in 4 bis 4,5 Stunden; Liegestühle und Bar.

Die Idee einer Eisenbahnlinie von Fianarantsoa an die Ostküste entstand schon Ende des 19. Jh. Mit dem Bau wurde aber erst 1926 begonnen. Wegen grosser Schwierigkeiten bei der Ausführung wurde die Linie dann erst im April 1936 in Betrieb genommen. Das Gelände ist sehr kupiert und die zu überwindenden Rampen für eine Eisenbahn sehr steil (stärkste Steigung beträgt 35 ‰). Vom Meer her steigt das Trassee über 163 km auf 1100 m nach Fianarantsoa. Diese Strecke ist somit viel kürzer als die Linie von Tamatave nach Tananarive.

Von Fianarantsoa aus verlaufen die Eisenbahnlinie und die Strasse nach Tananarive nebeneinander, durchqueren die Industriezone und die nördlichen Vororte der Stadt. Der Matsiatra, ein Fluss, dessen Wasser nach Westen in den Kanal von Mosambik fliesst, wird bei km 8 von einem schönen 172 m langen gemischten Eisenbahn- und Strassenbauwerk überquert. Links kann man den heiligen Hügel von Vohimasina und die Residenz der ehemaligen Könige der Betsileo erkennen, und stromaufwärts eine wichtige Fleischkonservenfabrik.

Von Fianarantsoa nach Manakara
Am Ausgang des Bahnhofs von Forgeot trennt sich die Bahnlinie von der Strasse nach Tananarive, beschreibt eine ausgedehnte Kurve, vorbei an der Wohnsiedlung der Eisenbahner und zieht sich ostwärts durch sanfte Hügel und Reisfelder. Beim P.K. 14.5 gibt es eine fakultative Haltestelle bei Mahatsinjony, wo an gewissen Tagen der grösste Viehmarkt in der Region stattfindet.

Nach dem Zwischenstopp von Sahambavy, das der madagassischen Tannin-Kompanie dient, entdeckt der Reisende zu seiner Rechten ein herrliches Gewässer, das vom Betsileo-Yachtclub geschaffen wurde und an dessen Ufer hübsche Villen liegen. Eine monotone Landschaft, durchsetzt mit Mimosensträucher, setzt sich dann bis zur Wasserscheide, die im  Waldgebietes von Ampitambe liegt fort, wo bei P.K. 27 die Quelle des Faraony liegt.

Das Gelände wird immer eintöniger und kurz darauf wird die Waldstation Ampamaherana in ihrer hübschen Umgebung erreicht.

Nach der Rangierstation Ranomena, P.K. 38,5, einem Dorf, das für seine Flusskrebse bekannt ist, endet das Betsileo-Land, das wir seit Fianarantsoa durchquert haben. Die Eisenbahn beginnt nun den grossen Abstieg mit einem Gefälle von 35 ‰. Links sieht man den grossen Felsen von Tsitondroina, auf den die Bauern nicht mit dem Finger zu zeigen dürfen, um nicht „den Zorn der Götter und die Dürre“ anzuziehen.

Von Fianarantsoa nach Manakara
Nach der Durchquerung des Tatamaly-Gebietes taucht die Bahn ein in den längsten Tunnel der Strecke mit 1072 m und passiert dann eine Felsterrasse, von wo aus man eine der schönsten Landschaften Madagaskars bewundern kann: rechts ragen steile Felsen in den Himmel, von denen Bäche herunterfliessen und links dehnt sich eine chaotische hügelige Weite aus, so weit das Auge reicht. Während fast einer Stunde zieht nun diese einzigartige Landschaft an Ihren Augen vorbei. Die Bahn schmiegt sich mit vielen Kurven und auch 27 Tunnels dem Relief der Landschaft an.

Beim P.K. 45 erreicht man Andrambovato. Von der Spitze des imposanten Felsens über dem Dorf, kann man an einem klaren Tag das Meer sehen. Beim P.K. 48 überspannt eine Stahlbetonbrücke direkt unterhalb der wunderschönen Mandriampotsy-Fälle den Fluss. Die Eisenbahn klammert sich dann noch weiter an den Rand der Klippe, mit Tunnels, Gräben, Stützmauern, und Aquädukten inmitten einer sehr dichten Vegetation.

Nach dem Halt auf der Station Madiorano („klares Wasser“) und der Überquerung eines Wildbachs bei P.K. 58 über eine weitere imposante Brücke, klärt sich der Wald auf und die ersten Kaffeeplantagen erscheinen. Nach dem wichtigsten Abstieg der Strecke (Höhenunterschied von 600 m auf 20 km) wird Tolongoina erreicht.

Tolongoina (P.K. 62, 385 m Höhe), ist die “Hauptstadt“ im Herzen des Tanala-Landes. Sie ist ein wichtiges Zentrum der Kaffeeproduktion. Eine Strasse führt von hier nach Norden zum Thermal-Kurort Ranomafana und zu den Namorona-Wasserfällen. Die Hitze wird intensiver und die Bambusse konkurrieren mit den Ravinala (Baum der Reisenden) in der Landschaft. Die Strecke ist noch immer kurvenreich, 13 Tunnel und 7 überdachte Galerien folgen aufeinander. Halt in Amboanjobe, dann in Manampatrana, P.K. 82. Der Ort hat einen grösseren Bahnhof und ist Handelszentrum für Kaffee, Maniok, Honig und Wachs. Von hier aus führt auch eine Strasse in Richtung der reichen Unterpräfektur Fort-Carnot.

Die Eisenbahn zieht sich nun entlang der mit Ravinala bedeckten Hügel bis zum Fluss Ionilahy, der bei P.K. 90 von einem eleganten 137 m langen Stahlbeton-Bauwerk überspannt wird. Am anderen Ufer führt die Eisenbahn zwischen Bergrücken und Tälern vorbei und erreicht Mahabaka, ein Kaffeeproduktionszentrum am Zusammenfluss von Ionilahy und Faraony, der nun zu einem schönen schiffbaren Fluss geworden ist.

Von Fianarantsoa nach Manakara
Die Bahn folgt nun auf einigen Kilometern dem rechten Ufer des Flusses Faraony, bevor die letzte Rampe von Fenomby (107 m Höhe), einem weiteren Kaffeesammelzentrum, beginnt. Die Strecke wird wieder kurvenreich und führt durch bewaldete Hügel und entlang tiefer Täler. Beim P.K. 112 kann man ein Tanala-„Adlernest“ erkennen, das aus etwa dreissig Hütten in einer Reihe besteht.

Der Abstieg wird jetzt etwas sanfter und wir treffen in Sahasinaka (P.K. 118, 25 m.ü.M), einem wichtigen Verwaltungs- und Handelszentrum ein. Der Faraony fliesst nun in Richtung Nordosten, während die Bahn weiter nach Osten fährt, den Ankeba-Pass durch einen 226 m langen Tunnel unterfährt und dann über ein 200 m langes Viadukt aus Natursteinen mit Halbkreisbögen führt.

Von Fianarantsoa nach Manakara
Die Landschaft wird nun deutlich flacher, man passiert beim P.K. 124 den letzten der 56 Tunnel und wir lassen auch Antaka und Dugommier, das Rosenholzland, hinter uns. Bald erreicht man Fichter mit seiner Fischergenossenschaft und die Landschaft wird eintönig. Am Ausgang des Bahnhofs wird der Tourist auf der linken Seite ein grosses Gebäude mit einem vorspringenden Dach bemerken, der Rova des Mpanjaka Antaimoro (Chef) des Ortes. Das Bahntrassee führt nun oft parallel zur Strasse Fianarantsoa-Manakara.

Die Ambila-Sümpfe mit der Station für agronomische Tests und Forschung werden durchquert und der Mananano-Fluss überquert. Dann erscheinen die ersten Dünen und der Ozean ist nicht weit, der Leuchtturm zeigt dies an. Wir überqueren noch das Flugplatzgelände und dann erreichen wir die Endstation von (163,3 km) Manakara.

PRIORI 2020, Quelle: MADAGASCAR. Les guides bleus, Hachette Paris, 1968; Seiten 117 – 119

Bemerkung des Übersetzers: Der Text stammt aus dem Jahr 1968, also kurz nach der Unabhängigkeit von 1960. Der Inhalt ist wohl noch stark von der Kolonialzeit geprägt und seither haben sich auch Ortsnamen geändert oder sie gibt es nicht mehr. (Peter Elliker, 2020)


mehr zu PRIORI Reiserouten in unserem Katalog 2021


Mitte April 2021 in Madagaskar

Mitte April 2021 in Madagaskar

Bypass Antananarivo Madagaskar April 2021

Bypass Antananarivo Madagaskar April 2021

Wie ein Gürtel umschliesst der Bypass einen Teil der Millionenstadt Antananarivo. Die Ringstrasse entlastete den Strassenverkehr in der Innenstadt. Sie ermöglicht es auch, von Antsirabe auf der RN7 herkommend, direkt auf die RN2 nach Tamatave einzubiegen, ohne die stets verstopfte Innenstadt von Tana durchqueren zu müssen.

Entlang dieser vor knapp 20 Jahren entstandenen Umgehungsstasse sind inzwischen viele Geschäfte, Marktstände und auch Restaurants entstanden.
So wird eine Tour auf dem Bypass zu einer Einkaufsfahrt, während der man so ziemlich alles findet, was man braucht.

Der Markt von Madroseza hingegen ist ein alter und bekannter Markt an der Stadtgrenze. Hier werden Lebensmittel aller Art verkauft. So auch frische Fische, die aus Ambatolampy stammen. Die Tilapia gedeihen in der kühleren Umgebung von Ambatolampy hervorragend. Ambatolampy gab es zu Kolonialzeiten ein renommiertes Fischzuchtinstitut. Die Anlage an den Füssen des drittgrössten Gebirges von Madagaskar, das Ankaratra-Massiv, ist vulkanischen Ursprungs und erreicht mit dem Gipfel von Tsiafajavona eine Höhe von 2.644 Metern.

Corona Madagaskar April 2021

Einreisebestimmungen MADAGASKAR (Stand 14. April 2021)

Coronavirus:

Die Einreise ist nicht möglich. Es besteht eine Einreisesperre bis auf Weiteres.

Für Heimkehrer sowie Reisende mit der Staatsbürgerschaft des Ziellandes oder Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis im Zielland kann es zu abweichenden Bestimmungen kommen.

Folgenden Grenzübergänge sind geschlossen:

  • Luftweg
  • Seeweg

Wichtig am Zielort:
Es kommt zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Diese gelten bis auf Weiteres.

Reisewarnung aufgrund von COVID-19:
Aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 ist für Madagaskar von den zuständigen Stellen eine Reisewarnung ausgesprochen worden.

Risikogebiet:
Aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 wurde Madagaskar vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt. Dies kann Auswirkungen auf die Rückreise in Ihr Heimatland haben. Informationen zu den Rückreise-Regeln finden Sie bei den entsprechenden staatlichen Stellen.

Die Einreise ist normalerweise mit folgenden Reisedokumenten möglich:

Reisepass
Das Reisedokument muss 6 Monate über das Einreisedatum hinaus gültig sein.
Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Reisedokumente vollständig sind, sich in gutem Zustand befinden und über ausreichend freie Seiten verfügen.

Anforderungen der Fluggesellschaft:
Bitte erkundigen Sie sich vor Reiseantritt bei Ihrer Fluggesellschaft bezüglich der mitzuführenden Dokumente. In Einzelfällen weichen die Anforderungen der Fluggesellschaften von den staatlichen Regelungen ab.

Visabestimmungen:
Es wird ein Visum benötigt.

Mitzuführende Dokumente:

  • Visumantrag
  • Weiter- oder Rückflugticket
  • Meldebescheinigung
  • Bestätigung der Fluggesellschaft über die Beförderung ohne Visum
  • Biometrische Passfotos
  • Kopie einer ausreichend gültigen Reisekrankenversicherung

Einreise auf dem Land- und Seeweg:
Das Visum muss im Voraus beantragt werden.

Gesundheitliche Hinweise:
Folgende Impfungen sind bei der Einreise vorgeschrieben:

  • Gelbfieber (siehe unten)

Folgende Impfungen sind bei der Einreise empfohlen:

  • Impfungen gemäss der WHO-Empfehlungen für die routinemässige Immunisierung
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition
  • Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition
  • Cholera
  • Tollwut, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition

Masern:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten daher ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls vervollständigen.

Malaria:
Bitte beachten Sie, dass in einigen Gebieten Malaria vorherrscht. Eine prophylaktische Behandlung mit Malariamedikamenten wird empfohlen.

Coronavirus:
Aufgrund der steigenden Infektionszahlen mit der Atemwegserkrankung COVID-19 muss derzeit mit verstärkten Gesundheitskontrollen und damit verbundenen verlängerten Wartezeiten bei Reisen gerechnet werden. Aufgrund von Krankheitsfällen in nahezu allen Ländern der Welt besteht ein generelles Ansteckungsrisiko über die Tröpfcheninfektion. Reisende sollten sich deshalb über die Ausbreitung der Erkrankung und mögliche Schutzmassnahmen in ihrem Reiseziel informieren. Dabei sollten sie auch die unterschiedlichen Standards und Kapazitäten der Gesundheitssysteme berücksichtigen.

Schwangere:
Bitte beachten Sie, dass für Schwangere folgende gesundheitliche Gefahren bestehen:

  • Chikungunya-Fieber

Gelbfieber:
Bei der Einreise aus Gelbfieber-Infektionsgebieten ist eine Gelbfieber-Impfung notwendig. Ein entsprechender Nachweis ist mitzuführen. Die Impfung wird von allen Reisenden gefordert, die älter sind als 9 Monate. Dies gilt auch bei Transitaufenthalten von über 12 Stunden am Flughafen eines Landes, das Gelbfieber-Infektionsgebiet ist.

Aktuelle Länder mit Gelbfieber-Infektionsgefahr:
Afrika:  Äquatorialguinea, Äthiopien, Angola, Benin, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Südsudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik   Zentral- und Südamerika:  Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Kolumbien, Panama, Paraguay, Peru, Suriname, Trinidad und Tobago, Venezuela

Schlussbestimmungen:
Bitte beachten Sie, dass die gesundheitlichen Hinweise stets abhängig vom individuellen Gesundheitszustand des Reisenden sind und nicht die Konsultation eines Arztes bzw. Tropenmediziners ersetzen. Die Einreise-, Visa- und Impfbestimmungen können sich jederzeit kurzfristig ändern oder es können individuelle Ausnahmefälle auftreten. Nur die zuständige Auslandsvertretung kann rechtsverbindliche Aussagen treffen oder über die hier aufgeführten Informationen hinausgehende Hinweise liefern. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig.

Quelle: PRIORI Reisen GmbH – Stand. 12.04.2021 Diese Informationen sind ohne Gewähr. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Auslandsvertretung.

Dina Ostern 2021

Dina Ostern 2021

Dina PRIORI Antananarivo

Dina 

Dieses Jahr 2021 haben wir die Osterfeiertage mit der Familie verbracht. Wegen der Corona-Ansteckungsgefahr sind die Kirchen geschlossen, so sind wir zum Supermarkt gefahren und haben die Dekoration für die Ostertage in den Schaufenstern bewundert: Schokoladen in verschiedenen Formen (Eier, Hasen, Hühner usw…) in allen Grössen und Farben werden von der Firma „Chocolaterie Robert“ hier in Antananarivo hergestellt und angeboten. In den nordwestlichen Küstenebenen der Region um Ambanja befinden sich ausgedehnte Plantagen mit Kakaobäumen. Kakao ist ein weltweit gefragtes Exportprodukt Madagaskars. Aber auch für den Eigenbedarf wird Kakao benutzt, denn die Madagassen essen gern Schokoladen.

Hier in der Hauptstadt müssen die Leute Schutzmasken tragen, am Eingang der Verkaufsläden müssen wir zuerst die Hände mit einem Gel desinfizieren, die Verkäufer tragen spezielle Handschuhe. Wegen der durch Covid-19 verursachten Wirtschaftskrise haben wir diesmal vor, nichts zu kaufen. Heute werden wir einfach durch die verschiedenen Läden bummeln und die schönen Ladenfenster dekoriert für die Ostertage bewundern.

Dina PRIORI Madagaskar

Dina 

Mein Mann ist Taxifahrer. Heute ist viel los in der Stadt, so hat er auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt angehalten und hofft, dass er heute Kunden findet. Ich bin mit dem Bus nach Hause gefahren und habe unser Mittagessen vorbereitet, heute werde ich ein spezielles Essen für die ganze Familie kochen. Wir wohnen nämlich zu dritt zu Hause, denn meine Mutter wohnt bei uns. Ich möchte meine kleine Familie heute verwöhnen und habe ein spezielles Mittagessen gekocht: Reis gemischt mit Gemüse und als Beilage gegrilltes Hühnchen. Dazu trinken wir hausgemachten Zitronensaft.

Heute habe ich wirklich viel um die Ohren, ich muss noch die ganzen Zimmer aufräumen und die Küche putzen, Wäsche waschen, denn wochentags habe ich nicht so viel Zeit zur Verfügung. Nach dem Mittagessen erhole ich mich ein wenig und schaue die letzten Neuigkeiten im Fernsehen an. Am Ostermontag gehe ich zum freien Lokalmarkt in unserer Nähe und kaufe Gemüse und Fleisch für die ganze Woche ein. Dann giesse ich die Pflanzen im Garten. Ich muss auch unsere Hühner im Hinterhof noch füttern. Am späten Nachmittag besuchen uns unsere Cousins und Cousine, eine schöne Überraschung, denn in dieser Corona Zeit ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Wir beschliessen, Karten zu spielen. So entwickelt sich ein angenehmer Nachmittag, wir haben viel Spass miteinander. Kurz vor der Dunkelheit müssen wir voneinander Abschied nehmen. Wir hoffen, uns nächstes Mal vielleicht zu Pfingsten wieder sehen zu können. Ebenso hoffen wir, dass die Corona Pandemie dann vorbei sein wird. Doch bis dahin muss jeder vorsichtig sein und sich an die Regeln halten, ständig eine Schutzmaske tragen, die Hände regelmässig waschen, einen Meter Abstand halten und Menschenansammlungen meiden.

Das war meine Ostern 2021 und wie haben Sie in Europa ihre Ostertage verbracht?

Antananarivo, 6. April 2021, Dina arbeitet bei PRIORI in Antananarivo Madagaskar

zurück zu Ostern 2021 und dem PRIORI-Team

Dina Antananarivo PRIORI

Dina 

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

RN4 Madagaskar:
Die Brücken des Betsiboka und Kamoro
Brückenbau in Madagaskar

Die RN4 verläuft von der Hauptstadt Antananarivo nach Norden und führt nach Maevatanana. Das kleine Landstädtchen liegt an der Grenze vom Hochland hin zur Küstenebene. Maevatanana ist auch die Hauptstadt der Region Betsiboka, benannt nach dem Fluss, der das Territorium in Süd-Nord-Richtung durchfliesst.

Die Kleinstadt Maevatanana liegt auf nur 70 m ü. M. am Fluss Ikopa, der die Wasser aus der Hauptstadt heranführt. 40 km nördlich von Maevatanana fliesst der Ikopa in den Betsiboka ein, der sich seinerseits das grosse Binnendelta von Mahajunga ergiesst.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücke über den Betsiboka

Madagaskar, die Brücke über den Betsoboka

20 km östlich von Maevatanana führt bei PK 336+700 eine geradlinige Stahlbrücke über den stürmischen Fluss Betsiboka.

An dieser Stelle wurde bereits 1934 eine erste Hängebrücke mit einer Spannweite von 130 m vom französischen Unternehmen Leinekugel Le Coq erstellt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Hängebrücke 1942 durch die sich rückziehenden Vichy-Truppen beschädigt. Der Mittelteil der Brücke lag zwar im Wasser, doch die anrückenden britisch-südafrikanischen Truppen konnten die eingefallene Fahrbahn trotzdem nutzen.

Am 11. September 1942 überquerte ein alliierter Stosstrupp die Brücke – trotz Beschuss der französischen Vichy-Armee. Die vom Krieg schwer beschädigte Eisenbrücke wurde abgerissen und an fast gleicher Stelle eine einfache Metallbrücke im Stil von Bailey mit gitterartigen Metallverstrebungen erstellt. Die einspurige Brücke mit 280 m Länge ist jetzt noch in Gebrauch. 2015 wurde sie renoviert.

Mit dieser Brücke führt die RN4 über ein dramatisches Szenario zwischen Wasserfall und Stromschnellen, die stufenweise hinunter in eine Schlucht führen. Während der Regenzeit drücken sich die gewaltigen Wassermengen schäumend zwischen die Felsen. Ein eindrückliches Erlebnis.

Am Ende der Trockenzeit wirken die Massen etwas weniger aufregend. Immer jedoch sind sie rotgefärbt mit Erosionserde.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücke über den Kamoro

Die charakteristische Hängebrücke über den Kamoro schaffte es im September 2017 auf eine neue Serie madagassischer Banknoten, es war der 1000 Ariary Geldschein.

Bei PK 406 führt die imposante Hängebrücke auf 206,5 Metern über den Fluss Kamoro. Die Hängebrücke wurde vom Unternehmen Gaston Leinekugel Le Cocq erbaut. (Das Unternehmen baute zwischen 1931 und 1934 drei eiserne Hängebrücken in Madagaskar: Mananjary, Betsiboka und Kamoro.)

Die Brücken über den Kamoro Fluss in Madagaskar

Die Hängebrücke über den Kamoro hat eine Spannweite von 206,5 Metern. Die 12 Befestigungsseile verlaufen über die beiden metallenen H-Pylone 22,7 m über der Fahrbahn. Die Fahrbahnträger hängen an den Trageseilen. Die zweihüftige Brücke ist vernietet.

Die elegante Brücke beinhaltet 876 Tonnen Metall. Während der eine Pylon auf einem landseitigen Sockel steht, ruht der andere auf einer Stützmauer. Von dort führt eine Zufahrtsbrücke von 56 Metern bis zum Land. Die Fahrbahn von vier Metern Breite erlaubt auf der Totallänge von 262,5 m keinen Kreuzungsverkehr.

Die ehrwürdige Brücke geriet allmählich ins Alter. Sie bildete zunehmend einen einspurigen Flaschenhals zwischen der Hauptstadt und dem Norden, durch den sich täglich rund 1000 Fahrzeuge drücken. Es gab keine Alternative zu dieser Brücke: sie war die einzige über den 145 km langen Kamoro Fluss.

2017 wurde sie vom Unternehmen Eiffage TP ausgebessert, finanziert von der Weltbank.

Die Société Eiffage ist ein 1993 durch Fusion entstandenes Baukonglomerat, zu dessen Ursprung nebst vielen anderen Bauunternehmen auch das Unternehmen von Gustave Eiffel (Eiffelturm in Paris) gehört.

Die Brücke ist ein Zeugnis industrieller Kultur und erhaltenswert. Fälschlicherweise wird sie als Eiffelbrücke bezeichnet.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücken über den Kamoro Fluss in Madagaskar

Eiffage TP erhielt auch den Auftrag für den Neubau einer 265,5 Meter langen Brücke gleich nebenan, ebenfalls finanziert durch die Weltbank. Die Arbeiten dauerten zwei Jahre und erfolgten ohne Arbeitsunfall.

Die neue Hängebrücke steht 14 Meter flussabwärts. Ihre 36 Meter über die Fahrbahn hinausragenden Betonpfeiler (Pylone) scheinen leichter und fragiler zu sein als die behäbigen Eisenpfeiler nebenan. Die zweispurige Fahrbahn von 7 Metern Breite liegt 206 Meter zwischen den Pfeilern auf einem verschraubten Eisenbett. 80 Kilometer Stahlkabel wurden benötigt und 4600 m3 Beton verbaut.

Am 17. Juli 2017 wurde die neue Brücke eingeweiht. Der damalige Staatspräsident sagte: ‘Die beiden Bauwerke symbolisieren die Vergangenheit und die Zukunft. Wir dürfen nicht ignorieren, was früher gemacht wurde zur Entwicklung unseres Landes’.

2020 PRIORI Reisen Madagaskarhaus Basel

Sozialhilfe in Madagaskar

Sozialhilfe in Madagaskar

Madagaskar gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt, so dass die Corona-Krise hier besonders starke Folgen im täglichen Leben der Madagassinnen und Madagassen zeigt. So steigt beispielsweise die Arbeitslosigkeit immer weiter an und das Einkommen der Familien verringert sich.

Um diese Folgen zu mindern, organisiert der Staat, zusammen mit internationalen Organisationen, Hilfen, die der Bevölkerung dienlich sind.

So organisierte der madagassische Staat zuerst eine Sanitärhilfe, das heisst, es wurden zahlreiche Zentren zum Kampf gegen die Infektion mit Covid-19 in der Hauptstadt Antananarivo und in einigen Regionen der Insel eröffnet. Das Ziel war, dass an Covid-19 Erkrankte so schnell wie möglich behandelt werden konnten und alle nötigen Medikamente, ohne sie selbst bezahlen zu müssen, erhielten. Die Anzahl dieser Zentren war aber nicht völlig ausreichend, weswegen ein Teil der Erkrankten zu Hause bleiben und mit Hilfe ihrer Familie genesen sollte. Dabei machen die Ärzte ab und zu Kontrollen per Telefon oder kommen, wenn nötig, zu den Kranken nach Hause. Die Arzneimittel bekommen die Betroffenen jedoch in jedem Fall immer kostenfrei vom Staat.

Des Weiteren hat der Staat seine Bürger ermutigt, sich, sollte man Anzeichen einer Covid-19-Erkrankung verspüren, sofort in eine Krankenstation zu begeben, um Medikament zu erhalten, die dann eingenommen werden können. Inzwischen nehmen die Krankheitsfälle ab, aber alle Verantwortlichen sind nach wie vor sehr wachsam.

Sozialhilfe in Madagaskar
Parallel zu der Ankunft von Covid-19 in Madagaskar, begann der Staat Nahrungs- und Finanzhilfe zu leisten. Am Anfang war es der „Tsena mora“ („billige Markt“), wo beispielsweise 3 bis 5 kg Reis, ein Liter Öl, Zucker und andere Grundnahrungsmittel, wesentlich günstiger als auf dem normalen Markt, angeboten wurden. Dann wurde die „Tosika fameno“ („ergänzende Hilfe“) organisiert. Dabei handelt es sich um die Verteilung von jeweils 100 000 Ariary an bedürftige Familien der Stadt. Später wurde ein Betrag von jeweils 30 000 Ariary verteilt und eine bereits vorher erstellte Liste von Lebensmitteln, die man in einem Geschäfte holen kann. Inzwischen heisst die Hilfe „Vatsy Tsinjo“ („Essensvorräte-Hilfe“), in Form eines Sackes von 50 kg, mit Reis, anderem Getreide, Öl und anderen Grundnahrungsmitteln. Diese Art von Hilfe wird von vielen Familien gerne angenommen.

In diesem Schuljahr zahlen die Eltern bei den staatlichen Schulen kein Schulgeld mehr. Sie müssen sich vielmehr nur um das Schulmaterialen kümmern, was die finanzielle Situation der Eltern natürlich sehr erleichtert.

Andere Länder, ausserhalb von Madagaskar, geben auch diverse Hilfen.

Nachmittags ist im Fernsehen eine staatlich organisierte Sendung zu sehen, welche Informationen über die Entwicklung der Zahl der Infizierten gibt. Hier werden auch Ärzte und weitere Fachleute aus unterschiedlichen Fachgebieten eingeladen, die über alles sprechen, was mit der Covid-19-Pandemie zusammenhängt.

Sozialhilfe in Madagaskar
Sehr viele Leute haben jetzt auch psychische Probleme und verlieren das Vertrauen in sich und das Leben. Gleichzeitig können vermehrt psychosomatische Erkrankungen wie hoher Blutdruck oder Herzprobleme festgestellt werden. Leider wird von 99 Prozent der Bevölkerung kein Psychologe konsultiert, da die meisten gar nicht wissen, dass ein solcher existiert und zu Rate gezogen werden könnte. Auch könnte man sich eine Behandlung wohl gar nicht leisten.

Daher wird in der Fernsehsendung auch psychologischer Rat gegeben und Beistand geleistet. So machen die dort eingeladenen Ärzte Vorschläge und geben Rat, wie Stress vermieden oder bekämpft werden könnte oder wie man ein gutes Familien- oder Sozialleben pflegen kann.

Es gibt viele soziale Schwierigkeiten, aber die Madagassinnen und Madagassen versuchen nun wieder vermehrt „aufzustehen“ und diese zu überwinden.

Antananarivo, 21. September 2020; geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo

2020 RN2 Madagaskar

2020 RN2 Madagaskar

Fahrt auf der RN2 von Antananarivo nach Tamatave (Toamasina). Die Fahrt wurde am 11. September 2020 gemacht, als also der Fernverkehr zwischen den Provinzen wieder schrittweise erlaubt war. Die Bilder zeigen Strassensituationen und Leute – mit und ohne Gesichtsmasken. Corona Covid-19 ist in Madagaskar weiterhin ein Thema.

Die RN2 verbindet die Hafenstadt Tamatave mit der Hauptstadt Antananarivo und ist die meistfrequentierte Strasse Madagaskars. Derzeit ist die Verkehrslage eher ruhig. Wie immer sind Lastwagen unterwegs, die Fracht vom Hafen auf das Hochland bringen, also nach Antananarivo und Antsirabe. Privatwagen sind selten unterwegs. Das spüren auch die Restaurants unterwegs und die vielen Strassenverkäufer. Sie leben von den Passanten und die sind jetzt – kurz nach der Öffnung der Strasse – noch selten.

Die Fahrt wurde gemacht von der PRIORI-Chefin Bettina, die ja ursprünglich aus Tamatave stammt. Sie durfte nun erstmals seit Februar wieder ihre Eltern in Tamatave besuchen.

Madagaskar RN2 Corona September 2020

Madagaskar RN2 Corona September 2020

Madagaskar RN2 Corona September 2020

Madagaskar RN2 Corona September 2020

Madagaskar RN2 Corona September 2020

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Madagaskar RN2 Corona September 2020

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Madagaskar RN2 Corona September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

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Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 Covid-19 September 2020

Madagaskar RN2 September 2020

Madagaskar RN2 September 2020

Madagaskar: Corona und Transport

Madagaskar: Corona und Transport

Madagaskar Transport

Madagaskar Transport

Die Zahl der Infizierten wird jetzt in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, weniger und weniger. Der Präsident hat gestern (Sonntag, 6. September) behauptet, dass die Krankheit unter Kontrolle sei. Somit werden die Einschränkungen zunehmend leichter und leichter. Normalerweise muss man weiterhin vorsichtig sein, aber diese Behauptung des Präsidenten bedeutet für viele Leute endlich etwas Freiheit und den Weg zurück zum normalen Leben, das heisst zur ehemaligen Gewohnheit.

Madagaskar: Corona und Transport
Das tägliche Leben in der Stadt beginnt, wieder fliessend zu werden. Seitdem die ‘Taxi Be’ (der öffentliche Personenverkehr) wieder arbeiten, atmen die Leute ein bisschen auf; das war für die meisten eine Linderung. Wir haben hier zwei Arten von Taxi Be: die eine sind die sogenannten ‘Sprinter’ oder ein Lieferwagen, der für den Personenverkehr umgebaut wurde. Diese dürfen vier Personen nebeneinander in einer Reihe sitzend aufnehmen. Die andere Art sind kleine Mazda, wo drei Personen pro Reihe sitzen. Bis jetzt haben sich die Kosten für den Personentransport noch nicht geändert. Trotzdem müssen alle Angestellten sehr früh aufstehen, um den Verkehrstau zu meiden.

Madagaskar: Corona und Transport
Mein kleiner Bruder hat seine Freundin an der Ostküste Madagaskar, genauer in Tamatave, gefunden. Vor zwei Monaten, wegen des Lockdowns von Antananarivo und Tamatave, hat das Paar dort staatlich geheiratet. Normalerweise muss eine Hoheit ein grosses Familienfest sein. Wir aus Antananarivo konnten nicht dabeisein. Dies ist traurig, aber wir sind froh, dass er den Mut hatte, die Hochzeit ohne seine Familie durchzuführen. Jetzt ist der Autotransfer zwischen Antananarivo und Tamatave wieder geöffnet, aber man darf nur unter gewissen Bedingungen fahren: so muss man vorher einen Corona-Test machen. Die Abfahrt ist nur am Vormittag erlaubt, die direkte Fahrt dauert mindestens 8 Stunden. Die Fahrzeuge müssen vor der Sperrstunde am Ziel ankommen. Die Busfahrer nehmen die Reisenden mit vollständigen ‘Manifest’, in dem alle Informationen über die Reisende stehen, nur in der Bushaltestelle in Antananarivo und im Terminus ist Tamatave auf. Das heisst, die Fahrzeuge dürfen unterwegs keine Passagiere aufladen und keinen Zwischenstop machen.

Der regionale Transport innerhalb der Provinz von Antananarivo wird auch bald öffnen.

Antananarivo Transport

Antananarivo Transport

Madagaskar: Corona und Transport
Die Lastwagen hingegen arbeiteten ohne Stop, die Versorgung der Stadt wurde nicht unterbrochen. Die Region hatte und hat glücklicherweise keinen Nahrungsmangel seit dieser Corona-Zeit. Die meisten der Familien haben aber finanzielle Schwierigkeiten. Doch jeder gibt sein Bestes, um für seine Familie zu sorgen. So wird beispielerweise ein Busfahrer zum Mauerer; wer ein Motorrad hat, macht ‘Taxi Moto’. Wer ein Fahrrad hat, macht damit auch Taxi. Einige sind aus der Stadt zurück aufs Land gegangen und pflanzen Produkte. Zuweilen machten einige auch nicht legale Sachen, aber das war egal. Dem Gedanken, irgendwie durchzukommen, waren keine Grenzen gesetzt.

Jetzt steigen die Kosten etwas. Ein Kilo Reis ist jetzt 2000 bis 2 300 Ariary. Generell kann man aber sagen, dass die Lebenshaltungskosten ziemlich stabil geblieben sind. Kartoffeln kosten 1200 Ariary das Kilo, Karotten 1000 Ariary, ein Blumenkohl kostet je nach Grösse 2000 bis 3000 Ariary. Wir haben also noch etwas Glück.

Madagaskar: Corona und Transport
Jetzt stellen wir fest, dass die Anstrengungen, die der Präsident unternommen hat und die Schwierigkeiten, die die Menschen in diesen letzten fünf Monaten zu bewältigen hatten, etwas gegenüber der Krankheit gebracht haben. Wir haben die Hoffnung, dass alles besser wird. Wie der Präsident gesagt hat, werden auch die Binnenflüge und die internationalen Flüge je nach Situation bald öffnen. Wann genau das sein wird, wissen wir nicht. 

Die grösste Auswirkung dieses Lockdowns von Madagaskar betrifft den Tourismus. Unsere touristische Saison fängt ab April oder Mai an. Die Covid-19 Pandemie war wie ein Hammerschlag auf den Kopf. Die meisten der Reiseveranstalter haben geschlossen und viele Angestellte sind der technischen Arbeitslosigkeit (chômage technique) ausgesetzt. Ebenso alle Angestellten im Zusammenhang mit dem Tourismusbereich: Handwerker, Hotelarbeiter, Autovermietung und viele andere. Der ganze Sektor hat Probleme. In unserem Land haben wir keine Versicherung, die sich um diese Leute sorgt. Vielleicht ist die Öffnung des Himmels für Flugzeuge eine Lösung für das Problem. Wir haben dieses Jahr noch drei Monate, man weiss noch nicht, was alles passieren wird. Aber wir hoffen auf etwas Gutes.

Antananarivo, 7. September 2020; geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo

 

Der Dschungelexpress von Madagaskar

Eine Fahrt in den betagten Waggons des „Dschungelexpress“ bedeutet „Madagaskar pur“. Es geht vorbei an den einzigen Teeplantagen der Insel, am See Sahambavy, einem Wochenendziel der reicheren Bergbewohner, vorbei an unzähligen Reisterrassen und Wasserfällen. Der Zug fährt entlang des Flusses Faraony und ermöglicht faszinierende Panoramablicke auf den Regenwald.

Der Dschungelexpress von Madagaskar
Die Bahnlinie wurde während der französischen Kolonialzeit erbaut und gilt aufgrund ihrer schwierigen Trassen-Führung als bautechnische Meisterleistung. 10 Jahre dauerte der Bau der 163 km langen Strecke mit unzähligen Tunneln und Brücken. Er forderte das Leben von über 1000 Arbeitern.

Auf dem filmischen Reiseplan steht auch eine Fahrt mit der Micheline, einem historischen Triebwagen, der noch mit Gummireifen auf den Schienen fährt.

Der Dschungelexpress von Madagaskar
von SUSANNE MAYER-HAGMANN
Erstsendung: 24.10.2014
Eisenbahn-Romantik, SWR Fernsehen