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Schutzgebiete in Madagaskar

  

Fast inflationär war die Schaffung von Schutzgebieten in Madgaskar in den frühen 2000er Jahren. Doch ein Naturpark entsteht nicht einfach durch ein papierenes Dekret. Die Zonen müssen erforscht, gepflegt und geschützt werden: auch der Naturschutz braucht eine aktive Bewirtschaftung.

  

Eigentlich war nie ganz klar, wieviele geschützte Zonen es in Madagaskar eigentlich gibt. Problem: die Verantwortung liegt bei mehreren Ministerien, die die Bewirtschaftung der Zonen an Organisationen abgeben. Die grösste Verwalterin ist die Nichtregierungsorganisation „Madagascar National Parks“, die 2008 aus der früheren ANGAP hervorging. Die MNP verantwortet das Management von 43 Parks. Zahlreiche internationale Organisationen und Universitäten betreuen den Rest der Schutzgebiete.

 
Die Zonen haben einen verschiedenen Status. Drei Grosszonen sind Weltnaturerbe der UNESCO: Masoala, Ranomafana und Andringitra. Vier weitere sind Biosphären-Gebiete (Mananara-Nord, Sahamalaza-Iles Radama, Küste südlich von Tulear und Kirindy Mité). Dutzende sind Madagaskar Nationalparks und ein paar wenige sind nur für Forscher zugänglich. Viele Unterkategorien definieren detailliert den Status jeder Schutzzone. Derzeit stehen 122 Zonen unter Schutz und mithin also rund 10% der Landesfläche. Madagaskar ist immerhin rund anderthalbmal so gross wie Deutschland. Im Folgenden beschreiben wir 93 dieser Schutzgebiete im Detail:

 

Mahavavy Kinkony

Schutzgebiete im Nordwesten von Madagaskar. Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Feuchtkomplexes Mahavavy Kinkony

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Identität:

  • 302.000 ha
  • Erstellt 2015
  • Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Feuchtkomplexes Mahavavy Kinkony besteht aus dem 1957 gegründeten klassifizierten Wald Tsiombikibo sowie dem biologisch interessanten Lac Kinkony, einem ehemaligen Jagdrevier aus dem Jahr 1972.
  • Verwaltung: Asity Madagascar

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Feuchtgebiet des Mahavavy Kinkony Komplexes umfasst den grossen Lac Kinkony, den zweitgrössten See von Madagaskar, weitere kleinere Seen südlich der Stadt Mitsinjo, den Unterlauf und das Delta des Mahavavy Flusses, den maritimen Raum im Norden, die Baie de Marambitsy im Westen sowie die Baie de Boeny im Osten sowie den Trockenwald von Tsiombikibo im Zentrum.
  • Um das Gebiet zu erreichen, nehmen Sie die Fähre von Mahajanga nach Katsepy. Dann im Anschluss die RNT19, auch bekannt als RIP112, für 70 km bis zum Dorf Mitsinjo, 15 km vor Namakia.
  • Der Zugang ist auch möglich mit dem Kanu oder Boot von Mahajanga aus nach Boeny Aranta oder Ampitsopitsoka oder aber mit dem Kanu von Namakia nach Ampitsopitsoka.
  • Es gibt ein Verwaltungsbüro in Mitsinjo, ein Verbindungsbüro in Makary am Lac Kinkony und ein Informationsbüro am Eingang zum Gebiet in Androhibe.
  • In Amptitsopitsoka (privat geführte Bungalows) gibt es touristische Infrastrukturen: Kanutouren im Mahavavy-Delta zur Beobachtung von Zug- sowie Küstenvögeln.
  • In Makary werden die Bungalows sowie die Zeltunterstände vom Gemeindeverband Vorofaly verwaltet. Desweiteren werden Vogelbeobachtungstouren über den See angeboten.
  • In Boeny Aranta, Bungalows sowie ein vom örtlichen Gemeindeverband verwaltetes Ferienhaus: verschiedene Touren zum Besuch des Kulturdenkmals Antoheribory, Trockenwälder, Mangroven sowie Salzminen.

Klima – Fauna und Flora:

  • Trockenes Klima der Nordwest-Region. Die kalte Jahreszeit liegt hierbei zwischen Juni und August mit einer Mindesttemperatur von 17 °C, die warme Jahreszeit hingegen von Dezember bis Februar mit einem Höchststand von über 35 °C. Von der Regenzeit spricht man zwischen November sowie April.
    Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Feuchtkomplexes Mahavavy Kinkony

    Schutzgebiet Mahavavy Kinkony

  • Das Schutzgebiet Mahavavy Kinkony stellt eine heterogene Landschaft dar: Die Buchten von Marambitsy sowie Boeny und das Mahavavy-Delta sind mit Mangroven bedeckt. Bei Tsiombikibo finden wir trockene, dichte Wälder, die in Makary, Ampitsopitsoka und Morafeno Kingana nur noch fragmentarisch vorkommen.  Die harmonische Landschaft zeichnet sich auch durch einen Auenwald am Ufer des Mahavavy Flusses aus. Im östlichen Teil finden wir Sümpfe. In den letzten Jahren sind Sekundärformationen sowie Grasland entstanden.
  • Die Flora ist typisch für den Trockenwald: Dalbergia, Eurythrophleum und auch Bauhinia pervillena.
  • Das Gebiet ist reich an Vögeln mit 128 Arten und  sieben Lemuren-, 27 Reptilien- und sechs Amphibienarten.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Landwirtschaft (Reisanbau), Viehzucht und Fischerei sind die Hauptaktivitäten der Bevölkerung.
  • Das Schutzgebiet beherbergt heilige Stätten (Doany) der Sakalava. Mitsinjo ist das Zentrum des Marambitsy-Stammes und hier finden jedes Jahr mehrere Veranstaltungen statt.
  • Es ist zudem durch intensive Süsswasserfischerei, die Umwandlung von Sümpfen in Reisfelder, Vogeljagd, Buschfeuer, Abholzung von Edelhölzern, Mangroven und Überfischung bedroht.
  • Auch die Invasion der Wasserhyazinthe Eichhrnia-Krassipen ist eine Bedrohung.
Karte zum Schutzgebiet Mahavavy Kinkony

Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Feuchtkomplexes Mahavavy Kinkony / © Asity Madagascar

Bombetoka Belemboka

Schutzgebiete im Nordwesten von Madagaskar. Das Schutzgebiet von Bombetoka Belemboka oder auch Bombetoka Beloboka

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Identität:

  • 71.943 ha
  • Erstellt im Jahr 2015
  • Seit 1958: Betsiboka Mangrovenwald, ein integraler Bestandteil des neuen Schutzgebietes
  • Verwaltung: Development and Environment Law Center (DELC) Madagaskar

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Schutzgebiet Bombetoka Belemboka bzw. Beloboka liegt im Mündungsgebiet des Betsiboka-Flusses, das von Flussmangroven (46.000 ha) bedeckt sowie von dichten Trockenwäldern umgeben ist.
  • Zugang auf dem Seeweg (Boot oder Piroge) von Mahajanga nach Sankoany, wo sich die Coelestin-Minen befinden, oder zum Dorf Mahataitromby, um zu den Trockenwäldern zu gelangen, oder bis zum Fluss Betsiboka zu den Mangrovenwälder.
  • Nehmen Sie die RN4 Mahajanga- Antananarivo, nach 15 km biegen Sie südwestlich ab und fahren 20 km bis zum Dorf Boanamary, wo Sie Kanus mieten können, um zum Schutzgebiet zu gelangen.
  • Es gibt vor Ort keine Infrastruktur. Die Besuchs- sowie die Aufenthaltsbedingungen sind mit dem Verantwortlichen auf dem Büro in Mahajanga zu besprechen.

Klima – Fauna und Flora:

  • Trockenes Klima der Nordwest-Region: kalte Jahreszeit zwischen Juni sowie August mit einer Mindesttemperatur von 16,5 °C und heisse Jahreszeit von September bis November mit einem Höchstwert von über 35 °C. Die Regenzeit liegt zwischen November sowie April.
    Schutzgebiet von Bombetoka Belemboka oder auch Bombetoka Beloboka

    Coquerel-Sifaka (Propithecus coquereli)

  • Das Schutzgebiet von Bombetoka Belemboka (Beloboka) zeigt Fragmente von dichten Trockenwäldern, ein xerophiles Dickicht auf Kalksteinfelsen. Der Auenwald verbindet Waldstücke entlang der Täler. Es gibt auch Sümpfe oder schwimmende Inseln auf lehmigen Untiefen. An den Ufern sowie an den 28 kleinen Inseln der Mündung gibt es alle Arten von Mangroven, je nach Salzgehalt, Überflutung oder Sedimentation.
  • Das Schutzgebiet beherbergt 111 Vogelarten, darunter Wasservögel: heilige Ibisse, rosa Flamingos, Löffler, Reiher, Enten, und Madagaskar-Adler. In seinem nördlichen Teil finden wir die Lemuren Propithecus cocquereli und Propithecus coronatus.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Die Wälder von Bombetoka befinden sich in einem Zustand fortgeschrittener Degradierung durch Abholzung sowie die Herstellung von Holzkohle.
  • Im oberen Teil der Betsiboka-Bucht verwandeln die Bewohner Mangroven in Reisfelder.
  • Wald- und Buschbrände sind häufig (Weidefeuer, Brandrodung).
Nr. 132 der Grafik ist das Schutzgebiet Bombetoka Belemboka

Nr. 132 – Schutzgebiet Bombetoka Belemboka

Naturreservat Antrema

Schutzgebiete im Nordwesten von Madagaskar. Das Naturreservat des Biokulturstandortes Antrema

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Identität:

  • 20.620 ha
  • Erstellt im Jahr 2015
  • Leitung: Muséum National d’Histoire naturelle (MNHN)

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Naturreservat des Biokulturstandortes Antrema befindet sich auf der Halbinsel Katsepy, in der Nähe der Mündung des Betsiboka-Flusses in der Gemeinde Antrema, die 12 km vom Dorf Katsepy entfernt ist.
  • Es ist keine touristische Infrastruktur vorhanden. Die Besuchs- sowie  die Aufenthaltsbedingungen sind mit dem Verantwortlichen im Büro zu besprechen. In Antrema gibt es eine Forschungsstation, die auch Verwaltungs- sowie Informationsbüro ist.
  • Das Reservat ist von der Stadt Mahajanga aus zugänglich, indem man ein Boot mietet und in der Nähe des Leuchtturms von Katsepy aussteigt oder indem man die Fähre nach Katsepy nimmt und 4 km westlich auf der Nebenstrasse (RNT19 oder RIP112) zum Parkeingang fährt.

Klima – Fauna und Flora:

  • Das Klima des Schutzgebiets Antrema ist das trockene Klima der Nordwest-Region. Die kalte Jahreszeit ist zwischen Juni sowie August mit einer Mindesttemperatur von 17 °C. Von der heissen Jahreszeit spricht man von Dezember bis Februar mit einem Höchststand von über 34 °C. Die Regenzeit liegt dann zwischen November sowie April.
  • Das Reservat Antrema besteht aus verschiedenen Vegetationstypen: sublitorale Sümpfe sowie Savannen, dichter Trockenwald auf weissem Sand, Sandsteinwälder, Sekundärwiesen mit teilweise Bismarckia nobilis-Palmen sowie krautigen Pflanzen: Cyperus, Scleria und Eleocharis.
  • In Boina Bay finden wir Mangroven.
  • Eine endemische Familie von Sphaerosepalaceae, vertreten durch Rhopalocarpus similis, ist in Antrema zu finden.
  • Das Naturreservat wurde teilweise auf Wunsch der Bevölkerung zum Schutz der Lemuren Propithecus coronatus, der Kronensifaka, die als gefährdet galt, geschaffen.  Es beherbergt auch fünf Arten von Amphibien sowie 26 Arten von Reptilien, 107 Arten von Vögeln, fünf Arten von Lemuren und Meeres-, Süsswasser- und Brackwasserfische.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft (Brandrodung = „Hatsake“), der eine Bedrohung für das Reservat darstellt, mit der Ausbeutung von Holz aus Mangroven, Meeresschildkröten, Krebsen und Seegurken.
  • Die Lemuren Propithecus coronatus werden von der lokalen Volksgruppe der Sakalava als heilige Vorfahren angesehen, die unter der Aufsicht von Prinz Tsimanendry, dem Hüter der Sakalava-Tradition, stehen. Er lebt im heiligen Dorf Doany.
Naturreservat des Biokulturstandortes Antrema

Naturreservat des Biokulturstandortes Antrema

Bongolava Waldkorridor

Schutzgebiete im Nordwesten von Madagaskar. Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Waldkorridors von Bongolava

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Identität:

  • 60.589 ha
  • Gegründet 2015
  • Ein 1961 klassifizierter Wald von 50.300 ha macht den grössten Teil der heutigen „Harmonischen Landschaft“ des Waldkorridors von Bongolava aus.
  • Verwaltung: Fikambanana Bongolava Maitso (FBM)

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Bongolava Waldkorridors befindet sich östlich der Bongolava Cuesta, die den östlichen Teil des Gebietes einnimmt. Es ist von verschiedenen Dörfern entlang der RN6 aus erreichbar: Antanandava, 50 km nördlich von Ambondromamy, Anjiajia, 140 km nördlich von Ambondromamy und Tsararivotra, 102 km  von Ambondromamy.
  • Für Informationen über den Besuch vor Ort wenden Sie sich bitte an die Regionaldirektion für Umwelt und Wälder der SOFIA-Region in Antsohihy sowie an die von Boeny in Mahajanga.

Klima – Fauna und Flora:

  • Trockenes Klima der Nordwest-Region: kalte Jahreszeit zwischen Juni sowie August mit einer Temperatur von 15 °C. Die warme Jahreszeit ist dann von September bis November mit einem Höchststand von über 38 °C. Die Regenzeit liegt jeweils zwischen November sowie April.
  • Die Flora besteht aus einem dichten, meist laubwerfenden Trockenwald mit Dalbergia, Commiphora sowie Hildegardia. In den Mergeltälern und entlang der Flüsse gibt es einen Auenwald. Einen sumpfigen Wald aus Raffia, Ficus sowie Pandanus findet man an Seen und lehmigen Tümpeln.
  • Fauna: Es gibt acht Lemurenarten, darunter den Microcebus Bongolavensis sowie 90 Vogelarten.
  • Es gibt bedrohte Arten wie die Süsswasserschildkröte (Erymnochelys madagascariensis (CR)-Réré) und zudem den Madagaskar-Adler (Haliaeetus vociferoides (CR)-Ankoay).

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Die Bevölkerung betreibt Brandrodung (tetika). Der Waldverlust beträgt 39 %.
  • Tsimihety-Bauern haben im Wald oder am Rand des Gebietes Kult- und Opferorte. Einige Waldgebiete sind bereits geschützt, wie zum Beispiel „Ala Fady“ (Heiliger Wald) aus Respekt vor den „Doany“, die durch Seen oder alte Bäume repräsentiert werden.
Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Waldkorridors von Bongolava

Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ des Waldkorridors von Bongolava

Schutzgebiet Menabe Antimena

Schutzgebiete im Süden von Madagaskar. Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ von Menabe Antimena

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Identität:

  • 210.310 ha
  • Verwaltet durch die Association Fanamby
  • Eingeschlossen ist das “Biologische Interessengebiet Kirindy Forest“ (10.000 ha Waldkonzession, die vom Centre National de Formation, d’Etude et de Recherche en Environnement et Foresterie verwaltet werden) oder CNFEREF. Dazu gehört auch das Andranomena Spezialreservat sowie die ehemalige Site d’intérêt biologique d’Analabe (Heaulme Concession 12.000 ha).

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ von Menabe Antimena ist Teil des Bedo Feuchtgebietes. Im Norden grenzt es an den Tsiribihina-Fluss, im Osten an die Anketrevo-Savanne sowie die Täler Mandroatsy und Bevoay. Im Süden an den Tandila-Fluss und das Andranomena-Reservat. Desweiteren umfasst es im Westen auch einen Küstenbereich sowie Dünen. Der Ort ist übersät mit kleinen Seen und meist ausgetrockneten Flüssen.
    Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ von Menabe Antimena

    Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ von Menabe Antimena

  • Das Gebiet ist von Morondava aus zugänglich. Nehmen Sie die RN35, die Morondava mit Marofototra (11 km) verbindet und biegen Sie dann nach Norden auf die RN8 ab, die durch die Baobaballee führt, um direkt in den Kirindy Wald zu gelangen.
  • Das Verwaltungsbüro des Parks sowie das Büro des Verantwortlichen liegen in Marofandilia.
  • Zu den touristischen Einrichtungen gehören eine Empfangsstation in Marofandilia sowie das Lodge Camp Amoureux, eine von der Gemeinde verwaltete Lodge, die 4,5 km vom Dorf Marofandilia entfernt liegt. 14 Bungalows (unter grossen Zelten) sowie ein Restaurant. Zwei organisierte, touristische Touren, insgesamt 2 km (Tagestour = 1 km, Nachtrundfahrt = 1 km).
  • Das Camp Kirindy bietet zudem Bungalows, Schlafsäle sowie Restaurants an: viele Touren führen in die Forschungsgebiete des Schutzgebietes.
  • In Tsangajoly bietet die Lodge de la Saline Unterkünfte in luxuriösen Bungalows mit einem Restaurant sowie Schwimmbad und bietet ornithologische oder forstliche Touren an.

Klima – Fauna und Flora:

  • Der nördliche Teil des Schutzgebietes hat ein trockenes Klima des Westens und der südliche Teil ein halbtrockenes Klima des Südwestens. Regenzeit ist zwischen November und April. Die kalte Jahreszeit liegt zwischen Juni und August mit einer Mindesttemperatur von 12 °C. Die heisse Jahreszeit hingegen zwischen Dezember und Februar mit Spitzenwerten von 34 °C (September bis November). Die Regenzeit ist von Dezember bis April.
  • Die Vegetation wird durch das trockene Klima, die Verfügbarkeit von Wasser, dem unterschiedlichen Wasserstand des Tsiribihina-Flusses und den Meeresströmungen beeinflusst. Der Wald ist dicht und trocken, während der Trockenzeit auch laubwerfend.
  • Man findet Adansonia rubrostipa, HIdelgarida, Commiphora, Dalbergia und Cedrelopsis.
  • Ein xerophiles Dickicht auf Dünen oder sandigen Flächen, oft auch kahl.
  • Die Mangroven sind weitläufig und vielfältig.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Die Vezo und Sakalava von Menabe sind die dominierenden ethnischen Gruppen in der Region.
  • Die Vezo leben vom Fischfang, während die Sakalava Landwirtschaft sowie Viehzucht betreiben, sowie Waldprodukte sammeln und jagen.
  • Der Wald wird als Grab- und Kultstätte für die Vorfahren genutzt. Es wird auch Holz für die Särge geschlagen. Darüber hinaus findet man im Schutzgebiet Menabe Antimena Beerdigungsstätten mit Aloalo-Gräbern, die für die Vezo geschützt sind. Die meisten wurden allerdings geplündert.
Schutzgebiet Menabe Antimena

Schutzgebiet Menabe Antimena

Andranomena Spezialreservat

Schutzgebiete im Süden von Madagaskar. Das Andranomena Spezialreservat 

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Identität:

  • 6.420 ha
  • Gegründet: 1955; effektiv: 1958
  • Es ist Teil der “Harmonischen Geschützten Landschaft“ von Antimena, hat aber noch seinen eigenen rechtlichen sowie landschaftlichen Status.
  • Verwaltung: Madagascar National Parks (MNP)

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Andranomena Spezialreservat liegt im Südwesten Madagaskars in der Region Menabe, 30 km nördlich der Stadt Morondava. Sie bildet die südliche Grenze des grossen Waldblocks von Menabe Central.
  • Das Hauptverwaltungsbüro befindet sich in Belo sur Mer. Das Verbindungsbüro hingegen in Morondava. Das MNP-Büro liegt am Eingang zum Park in Andranomena.
  • Es gibt keine Hotelinfrastruktur vor Ort.
  • Das Reservat verfügt über zwei bezeichnete 3 km lange Touren (Andranohazo sowie Tsinjolavitra).
  • Andranomena ist über die Strasse erreichbar: Nehmen Sie die RN35 zwischen Morondava sowie Marofototra (11 km) und biegen nach Norden auf die RN8 ab, um Andranomena (15 km) zu erreichen.

Klima – Fauna sowie Flora:

  • Halbtrockenes Klima des Südwestens: kalte Jahreszeit zwischen Juni sowie August mit einer Temperatur von 12 °C und heisse Jahreszeit von Dezember bis Februar mit einem Höchstwert von mehr als 33 °C (Dezember sowie Februar). Die Regenzeit ist zwischen November sowie April.
  • Der nördliche Teil des Spezialreservats besteht aus einem dichten trockenen Laubwald, der von der Bevölkerung stark genutzt wird.
  • Hier leben der Fossa (Cryptoprocta ferox), Nagetiere sowie Lemuren. Temporäre Seen mit Wasservögeln.
  • Der zentrale sowie der südliche Teil haben degradierte Formen. Es gibt temporäre Seen (Ranovory), die von grasbewachsenen Sümpfen umgeben sind. Die südlichen Grenzen bestehen aus Waldflächen und Sekundärdickicht, die einige heilige Baobabs enthalten.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Bedrohungen für den Park: Brandrodung, um Ackerland zu finden, Verbergen von gestohlenem Vieh, illegale Abholzung von Edelhölzern.
  • Waldflächenverlust von 13,5 %.
Andranomena Spezialreservat

Andranomena Spezialreservat

Kirindy-Mitea Nationalpark

Schutzgebiete im Süden von Madagaskar. Kirindy-Mitea oder auch Mité Nationalpark

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Identität:

  • 156.350 ha
  • Gegründet: Dezember 1997
  • Ein Teil des Marofihitra’s Classified Forest (gegründet 1963) ist im Kirindy Mité Nationalpark enthalten. Gegründet 1997.
  • Die Parkgrenzen wurden 2015 etwas verändert.
  • Verwaltung: Madagascar National Parks (MNP)

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Der Nationalpark Kirindy-Mitea oder Mité liegt in der Region Menabe, etwa 70 km südlich von Morondava.
  • Die Hauptverwaltung liegt in Belo sur Mer. So gibt es drei operative Büros in Andranopasy, Marofihitsy sowie in Soamanonga.
  • Ein Verbindungsbüro gibt es in Morondava.
  • Hotelangebote befinden sich in Belo sur Mer.
  • So verfügt der Kirindy-Mitea Nationalpark über vier bezeichnete Touren: Ankoatsifaka = 3 km, Ambondro-Sirave = 4 km, Agnolignoly = 1,5 km sowie Mahaboboky = 5 km.
  • Der Zugang ist über Bemanonga möglich, 7 km östlich von Morondava auf der RN35, dann 110 km nach Süden zum Parkeingang bei Manahy. Diese Strasse führt nach dem Regen (Dezember sowie April) über zwei wasserführende Flüsse.
  • Der Park ist auch mit dem Boot von Morondava aus erreichbar.

Klima – Fauna sowie Flora:

  • Es ist ein Übergangsgebiet der Vegetation des Westens sowie des Südens: trockener dichter Wald, der 70 % des Parks einnimmt, dorniger Dornbusch mit Didiereaceae sowie Euphorbiaceae und brackigem Küstensee.
  • So ist es zudem ein Lebensraum vieler Arten: Vögel, Reptilien, Lemuren (ca. 97 % endemische Arten)
  • Flora: 182 holzige Arten, drei Baobabarten, fünf Palisanderarten sowie sieben Mangrovenarten.
  • Fauna: 11 Säugetierarten, davon 10 endemisch, 47 Vogelarten, davon 33 endemisch, 23 Reptilienarten, alle endemisch, eine endemische amphibische Art, 50 Fischarten.
Kirindy-Mitea Nationalpark

Kirindy-Mitea Nationalpark

Schutzgebiet Mangoky Ihotry

Schutzgebiete im Süden von Madagaskar. Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ Mangoky Ihotry

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Identität:

  • 426.146 ha
  • Ehemaliges Jagdgebiet 1972
  • Schutzgebiet seit 2015
  • Verwaltet durch: Asity Madagascar

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Das Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ Mangoky Ihotry liegt zwischen dem Fluss Mangoky sowie dem Brackwassersee von Ihotry.
    Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ Mangoky Ihotry

    Schutzgebiet “Harmonische Landschaft“ Mangoky Ihotry

  • Man erreicht das Schutzgebiet über die RN9 zwischen Tulear sowie Morombe. Es ist eine Mischung aus trockenem, dichtem Wald, einem Süsswasserlebensraum sowie mit Küstengebieten mit Mangroven.
  • Das Verwaltungsbüro ist in Morombe, hier gibt es auch ein Informationszentrum, wo man die Bedingungen für einen Besuch absprechen kann.
  • Es gibt drei Empfangs-Basen in Ihotry, Ambohibe sowie Andranopasy.
  • Das Hotelangebot ist auf Morombe beschränkt, es gibt keine Unterkunftsinfrastruktur im Schutzgebiet selbst.

Klima – Fauna und Flora:

  • Halbtrockenes Klima des Südwestens: kalte Jahreszeit zwischen Juni sowie August mit einer Temperatur von ca. 13 °C und heisse Jahreszeit von Dezember bis Februar mit einem Höchstwert von mehr als 34 °C (Dezember sowie Februar) – Regenzeit zwischen November sowie April.
  • In seinem östlichen Teil entlang des Mangoky-Flusses befindet sich der trockene, dichte Wald. Im Nordosten dehnen sich die trockenen, dichten Wälder des Kirindy-Mitea aus. Im Mangoky-Delta finden wir ausgedehne Mangroven. Rund um Ihotry findet man sekundäre Wiesen und Weiden.
  • Die Flora wird von Adansonia Grandidieri (die grösste Adansonia-Art) bei Mangoky Ihotry dominiert. Es gibt die endemische Pflanzenfamilie Sphaerosepalaceae, vertreten durch Rhopalocarpus lucidus.
  • Die Vogelwelt ist reich mit 143 Arten.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Kulturelle Aspekte: Die lokale Bevölkerung praktiziert Hatsake (Umwandlung von Wald in Ackerland).
  • Es gibt die illegale Gewinnung von Mangrovenholz, die Überfischung sowie die Verwendung von Fischgift aus der Pflanze Euphoriba laro.
  • Seit 1996: 24,2 % Verlust in trockenen, dichten Wäldern, seit 2006 noch verschärft. Auch die Mangrovenwälder sind bedroht. Es wandern auch immer mehr Leute ins Schutzgebiet ein, um hier zu leben.
Schutzgebiet Mangoky Ihotry Asity Madagascar

Schutzgebiet Mangoky Ihotry verwaltet durch Asity Madagascar

Mikea Nationalpark

Schutzgebiete im Süden von Madagaskar. Der Mikea Nationalpark

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Identität:

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Der Mikea Nationalpark liegt im Südwesten Madagaskars zwischen den Bezirken Tulear sowie Morombe und erstreckt sich 120 km von Nord nach Süd.  Er wird von den Flüssen Manombo sowie von dem Mangoky begrenzt.
  • Er ist über Nebenstrassen von Tulear aus erreichbar. Der Eingang zum Park liegt 75 km nördlich von Tulear in Ankililaoka, wo auch das Büro des MNP ist.
  • Keine touristische Infrastruktur. Die Modalitäten des Besuchs sind mit dem MNP zu besprechen.

Klima – Fauna und Flora:

  • Halbtrockenes Klima im Südwesten: kalte Jahreszeit zwischen Juni sowie August mit einer Temperatur von 14 °C und heisse Jahreszeit von Dezember bis Februar mit einem Höchstwert von mehr als 35 °C (Dezember sowie Februar) – Regenzeit zwischen November sowie April.
  • Im östlichen Teil dominieren dichte Trockenwälder von 12 bis 15 m Höhe, man findet auch Commiphora, Dalebergia, Adansonia sowie Gyrocarpus mit über 18 m. Sträucher zwischen 4 und 10 m Höhe bestehend aus Euphorbien sowie Baudouinia. Das Unterholz wird von der Dracaena des Ruellia oder saftigen Reben wie Adenia oder Vanilla madagascariensis dominiert. Gegen das Meer hin im Westen gibt es die Übergangsformation zwischen dem trockenen, dichten Wald und dem dornigen, trockenen Dickicht.
  • 2 endemische Baobab-Arten: Adansonia grandidieri sowie Andasonia rubrostia.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Die verbreitete Brandrodung (Hatsake) verändert die Vegetation des Mikea Nationalparks und der Naturwald geht verloren: 13 % seit 1996.
Mikea Nationalpark

Mikea Nationalpark

Isalo Nationalpark

Schutzgebiete im Süden von Madagaskar. Der Isalo Nationalpark

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Identität:

Infrastruktur sowie Zugang:

  • Der Isalo Nationalpark liegt in der Gemeinde Ranohira, 269 km von Fianarantsoa sowie 80 km von Ihosy entfernt an der RN7.
  • Das MNP-Verwaltungsbüro befindet sich in Ranohira.
  • Das Hauptrezeptionsbüro mit Ökoladen liegt ebenfalls in Ranohira
  • Eine sekundäre Empfangsstelle gibt es in Mangily.
  • Eine Empfangsstelle in Namaza sowie fünf verteilte Kontrollpunkte.
  • Eine Dokumentationsstelle befindet sich in Isalo Zahavola.
  • Mehrere Hotels sowie neun ausgestattete Campingplätze.
  • 5 touristische Rundwege von insgesamt 31 km Länge: Grüner See = 1 km, Antsifotra = 3,5 km, Piscine naturelle = 6 km, Namaza = 7 km, Anjofo = 7,5 km)
  • 3 Wanderwege über insgesamt 80 km: Canyons = 20 km, Malaso = 21 km und Grand Tour = 40 km.
  • Die Touren sind mit Rastplätzen sowie mit Aussichts­punkten ausgestattet, zum Teil sind die Wege recht steil und ebenfalls recht ruppig.

Klima – Fauna und Flora:

  • Halbtrockenes Klima des Südwestens: kalte Jahreszeit zwischen Juni sowie August mit einer Temperatur von 12 °C und warme Jahreszeit von September bis November mit einem Höchstwert von mehr als 35 °C (Dezember sowie Februar) – Regenzeit zwischen November sowie April.
  • Endemische Felsvegetation: (Aloe, Euphorbia, Pachypoden, Kalanchoe,…)
  • Der Isalo Nationalpark beherbergt verschiedene endemische Arten, darunter vier Amphibien-, eine Reptilien- (Trachylepis nancycoutuae) und eine Nagetierart (Eliurus danieli), 94 Vogelarten sowie sieben Lemurenarten.

Kultur sowie sozioökonomische Praktiken:

  • Im Park befinden sich einige heilige Orte, wo die hier ansässige ethnische Gruppe, die Bara, verschiedene kulturelle Riten ausführt. Es gibt mehrere Bestattungsorte im Park.
Isalo Nationalpark

Isalo Nationalpark