Trinkgeld in Madagaskar

Frage:
Guten Tag. Wir haben bislang hier in Madagaskar einen guten ersten Tag hinter uns und freuen uns auf die weitere Reise quer durch die grosse Insel Madagaskar. Wir haben noch kurz eine Frage: Wie viel Trinkgeld ist es üblich am Ende der Reise dem Fahrer zu geben? So können wir dies schon im Voraus budgetieren.
Vielen Dank für die Hilfe und liebe Grüsse A & B

Antwort:
Unser System bei der PRIORI ist so, dass die Fahrer korrekt und fair bezahlt werden und nicht auf Trinkgeld als Lohnbestandteil angewiesen sind. Trotzdem sagt auch in Madagaskar niemand nein zu einem Trinkgeld.
Ich selber handhabe das immer so, dass ich statt Geld eher Sachen schenke (zwei, drei Säcke Kohle oder Hühner oder eine neue Matratze für das Kind des Fahrers…). Natürlich hat der Fahrer lieber Geld, weil er damit mehr anfangen kann. Andererseits sind solche Sachen das traditionelle ‘Geschenk der Strasse’ (volandalana), das der Fahrer nach Hause mitnehmen kann. In Madagaskar ist es üblich, dass der Reisende ein kleines Geschenk seiner Reise mitbringt, zB Früchte.
In plumpem Geldwert ausgedrückt sind xx CHF viel Geld und ein schönes Dankeschön. Aber noch besser ist es, dem Fahrer das Schulgeld eines seiner Kinder für ein Jahr zu finanzieren…
Generell sollte man die Trinkgeldkultur nicht weiter fördern. Ich gebe in Restaurants beispielsweise nur dann Trinkgeld, wenn ich wirklich sehe, dass das Personal sich einsetzt. Auf der Strasse sollte man ‘einfach so’ weder Geld noch Kleider noch Buntstifte verteilen. Das fördert nicht nur in Madagaskar eine Bettlermentalität, die es weder dort noch anderswo braucht.

Noch eine gute Reise und viele Erlebnisse in Madagaskar
Franz Stadelmann

Print Friendly, PDF & Email