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Schutzgebiete in Madagaskar

  

Fast inflationär war die Schaffung von Schutzgebieten in Madgaskar in den frühen 2000er Jahren. Doch ein Naturpark entsteht nicht einfach durch ein papierenes Dekret. Die Zonen müssen erforscht, gepflegt und geschützt werden: auch der Naturschutz braucht eine aktive Bewirtschaftung.

  

Eigentlich war nie ganz klar, wieviele geschützte Zonen es in Madagaskar eigentlich gibt. Problem: die Verantwortung liegt bei mehreren Ministerien, die die Bewirtschaftung der Zonen an Organisationen abgeben. Die grösste Verwalterin ist die Nichtregierungsorganisation „Madagascar National Parks“, die 2008 aus der früheren ANGAP hervorging. Die MNP verantwortet das Management von 43 Parks. Zahlreiche internationale Organisationen und Universitäten betreuen den Rest der Schutzgebiete.

 
Die Zonen haben einen verschiedenen Status. Drei Grosszonen sind Weltnaturerbe der UNESCO: Masoala, Ranomafana und Andringitra. Vier weitere sind Biosphären-Gebiete (Mananara-Nord, Sahamalaza-Iles Radama, Küste südlich von Tulear und Kirindy Mité). Dutzende sind Madagaskar Nationalparks und ein paar wenige sind nur für Forscher zugänglich. Viele Unterkategorien definieren detailliert den Status jeder Schutzzone. Derzeit stehen 122 Zonen unter Schutz und mithin also rund 10% der Landesfläche. Madagaskar ist immerhin rund anderthalbmal so gross wie Deutschland. Im Folgenden beschreiben wir 93 dieser Schutzgebiete im Detail:

 

Anjozorobe Angavo

Schutzgebiete im Hochland und in Zentralmadagaskar. Schutzgebiet  “Harmonische Landschaft“ des Anjozorobe Angavo Komplexes

Hier gelangen Sie zu den weiteren Schutzgebieten Madagaskars

Identität:

  • 41.100 ha
  • Erstellt im Jahr 2015
  • Verwaltung: Fanamby Association

Infrastruktur und Zugang:

  • Die geschützte “Harmonische Landschaft“ des Anjozorobe Angavo Komplexes besteht aus dem Anjozorobe-Angavo Waldkorridor, einem der Überreste natürlicher Wälder im zentralen Hochland. Der Waldkorridor erstreckt sich über die Regionen Analamanga sowie Alaotra Mangoro.
  • Das Verwaltungsbüro ist in Antananarivo und ein operatives Büro in Mandialaza.
  • Die touristische Infrastruktur besteht aus einer Lodge mit 10 ausgestatteten Bungalows, einem Restaurant sowie mit einem Bioladen.
  • Rund um die Lodge erstrecken sich 9 thematische Touren von je ca. 20 km Länge.
  • Es gibt auch Wanderwege durch den Waldkorridor.
  • Ein Teil des Geländes ist über eine Nebenstrasse der Stadt Anjozorobe über die RN3 erreichbar. Es ist ratsam, sich vorher mit der Fanamby Association in Anjozorobe oder Antananarivo in Verbindung zu setzen.
  • Der östliche Teil des Schutzgebietes ist auch von der RN2 bis zum Dorf Mahazina zugänglich, das 32 km westlich von Moramanga liegt. Fahren Sie 41 km nach Norden bis zum Dorf Mandialaza, wo sich das Saha Forest Camp befindet.

Klima – Fauna und Flora:

Anjozorobe Angavo_Indri Indri Lemur

Indri Indri

  • Das Klima ist das des zentralen Hochlandes: feucht bis subhumid. Niederschlag zwischen November und April. Die kalte Jahreszeit ist von Juni bis August mit einer Mindesttempe­ratur von ca. 8 °C. Die wärmste Jahreszeit erstreckt sich von Dezember bis Februar mit einer Spitzen-temperatur von bis zu 29 °C.
  • Im Gebiet finden wir einen immergrünen Wald mittlerer Höhe und einige Feuchtgebiete mit Ocotea sowie Cryptocarya, Diospyros, Garcinia, Weinmannia.
  • Die Flora besteht aus typischen Waldpflanzen, insbesondere Orchideen wie Angraecum compactum.
  • Die Fauna des Schutzgebietes besteht aus 112 Vogel- sowie 9 Lemurenarten, darunter der Indri Indri, 40 Amphibien-, 38 Reptilien-, 8 Nage-tierarten, darunter der Voalavo antsahabensis, der in der Region endemisch ist.

Kultur und sozioökonomische Praktiken:

  • Viele Migranten lassen sich in der Region nieder, um neues Land zu finden, und die Bevölkerung wächst in der Region beträchtlich.
  • Die Tabus von Knoblauch, Zwiebel sowie Rum sind im Gebiet weit verbreitet. In Andreba befindet sich eine heilige Quelle, die für die örtlichen Rituale wichtig ist.
  • Wanderfeldbau, Brände für die Viehzucht, Protestfeuer gegen die Macht, Abgrenzung von Grundstücken, illegaler Holzeinschlag, Holzkohleproduktion, Jagd auf Wildtiere sind die wichtigsten Bedrohungen für das Schutzgebiet.
  • Mehrere Pflanzen, darunter Psidia altissima sowie Lantana camara, sind invasive Arten in Waldgebieten.

Ambohijanahary Spezialreservat

Schutzgebiete im Hochland und Zentralmadagaskar. Ambohijanahary Spezialreservat

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Identität:

  • 24.750 ha
  • Erstellt im Oktober 1958
  • Verwaltung: Sauvegarde de l’Environnement et Développement Intégré de Madagascar (SEDIM)

Infrastruktur und Zugang:

  • Das Ambohijanahary Spezialreservat liegt 130 km westlich von Tsiroanomandidy sowie 47 km vom Dorf Ambaravaranala entfernt in der Nähe von RN1bis oder RNC195.
  • Ambohijanahary beherbergt das letzte grössere Waldstück im mittleren Teil der Insel. Es erstreckt sich über den westlichen Teil des zentralen Hochlandes.
  • Das Hauptbüro befindet sich in Tsiroanomandidy.
  • Es gibt keine touristische Infrastruktur.

Klima – Fauna und Flora:

  • Das Klima im Schutzgebiet ist typisch für das subhumide Klima des zentralen Hochlands aber auch für das trockene Klima des extremen Westens. Es regnet zwischen November und April. Die kalte Jahreszeit erstreckt sich von Juni bis August mit einer Mindesttemperatur ca. 10 °C und die wärmste Jahreszeit ist vom Dezember bis Februar mit einer Spitzentemperatur von bis zu 30 °C.
  • Die Wälder von Ambohijanahary sind westliche Erweiterungen der Feuchtgebiete.  Die Vegetation besteht aus zwei Arten von Wäldern, die jeweils einen Teil des Schutzgebietes einnehmen: dichter Tieflandwald mit Ocotea, Erythroxydum sphaerantum, Syzygium, Ilex mitis, Cyathea, Aphloia sowie offener Wald, der als Sekundärwald in Entwicklung ist. Der restliche Teil besteht aus Wiesen oder Sekundärweiden.
  • Die Fauna besteht hauptsächlich aus 17 Amphibien-, 13 Reptilien-, 55 Vogel-, 3 Lemuren­­arten.
Ambohijanahary Spezialreservat

Ambohijanahary Spezialreservat

Nationalparks Madagaskar – Infos und Preise

Madagaskars Natur ist einzigartig. Die Insel beherbergt eine der höchsten Biodiversitätsraten weltweit – 97 Prozent der hier lebenden Tiere sind nur hier zu finden, somit sind sie endemisch und führen oft den lateinischen Beinamen madagascariensis. Madagaskars Vorzeige-Tier, der Lemur, kommt in allen Teilen des Landes mit verschiedenen Arten vor. Er stellt für ziemlich jeden Madagaskar-Besucher ein Highlight dar. Auch Reptilien sowie Chamäleons erfreuen sich grosser Beliebtheit bei Reisenden.

Galerie: Madagaskar Norden Montagne d'Ambre Nationalpark PRIORI ReisenUm Madagaskars Flora und Fauna zu erleben, empfehlen wir Ihnen einige Nationalparks der Insel während Ihrer Reise zu besuchen. Mittlerweile gibt es in Madagaskar 47 ausgewiesene Naturparks, die unterschiedlichen Schutzstatus haben. Sie sind auf der ganzen Insel verteilt. Ihre Landschaftsformen, Tiere sowie Pflanzen unterscheiden sich sehr stark voneinander. Auf einer Rundreise ist es daher schön, mehrere Parks zu besuchen, um die Vielfalt Madagaskars zu erleben.

Madagaskars Naturparks sowie Nationalparks werden von der halbstaatlichen Organisation Madagascar National Parcs (MNP) mit Sitz in Antananarivo verwaltet. Eintrittskarten für die Nationalparks können im MNP-Büro in Antananarivo oder direkt am Eingang des jeweiligen Nationalparks gekauft werden.

Seit November 2015 sind die Nationalparks in Madagaskar in drei Kategorien eingeteilt und die Eintrittspreise entsprechend gestaffelt:

  • Die bekanntesten sowie meistbesuchten Nationalparks Madagaskars bilden nun die Kategorie „King“. Der Eintrittspreis für diese Reservate (Ankarana und Isalo), beläuft sich auf 65.000 Ariary (ca. 18 €) pro Person und Tag.
  • Die Kategorie „Phare“ bilden weitere wichtige Nationalparks – darunter z.B. Ranomafana, Montagne d’Ambre oder Tsingy de Bemaraha. Der Eintrittspreis für diese Parks wurde auf 55.000 Ariary (ca. 15 €) pro Person und Tag festgesetzt.
  • Weniger besuchte oder noch neue Nationalparks gehören nun der Kategorie „Parcs“ an, für die 45.000 Ariary (ca. 12 €) Eintritt gezahlt werden müssen. Dazu gehören z.B. Andasibe, Andringitra oder Masoala.

Kinder ausländischer Gäste zahlen einheitlich – in allen Kategorien – 25.000 Ariary (ca. 7,50 €). Für Madagassen ist der Eintritt auf 2000 Ariary für Erwachsene und 500 Ariary für Kinder festgesetzt.

Madagaskar Nationalparks Chamäleon im Kirindy WaldZusätzlich zum Parkeintritt müssen Sie vor Ort am jeweiligen Parkeingang einen lokalen Guide angeheuern. Die Preise für die Guides variieren je nach Park-Kategorie und zudem je nach Dauer der gewünschten Tour und des Aufenthalts im Park.

Für die Kategorie „Parcs“ liegt der Tagespreis für einen lokalen Guide etwa bei 20 bis 25 Euro pro Tag. Dieser Preis gilt für ein bis drei Personen.

Die verschiedenen möglichen Wanderrouten und Touren mit den benötigten Zeiten sind mit den Preisen an jedem Parkeingang angeschrieben. So können Sie spontan entscheiden, wie lange Sie im Nationalpark bleiben möchten. Sie sind übrigends in den madagassischen Naturparks immer zu Fuss unterwegs.

Wir vom PRIORI Madagaskarhaus helfen Ihnen gerne weiter und beraten Sie, welche Nationalparks und Schutzgebiete auf Ihrer Reiseroute liegen und sich am besten mit Ihrer Tour und Ihren Interessen verbinden lassen.
Wir haben zahlreiche Tourenvorschläge und Hinweise parat. Kontaktieren Sie uns jederzeit!