Zyklon Gezani 2026

Gezani: der bislang stärkste Zyklon der Saison 2025/2026

Noch während des Durchzugs des Zyklons Fytia formierte sich im Indischen Ozean bereits der nächste: Gezani. Er zog im Februar von Osten nach Westen und durchraste die Hafenstadt Tamatave mit 250km/h und schweren Regenfällen.

Gezani ist der siebte Zyklon der Saison, die jeweils im November beginnt, aber ihre Höhepunkte normalerweise im Januar und Februar erreicht.

Am Dienstag 10. Februar abends raste der Zyklon genau auf die Küstenstadt Tamatave zu. 24 Stunden später hatte der Madagaskar durchquert und bei Bekopaka (zwischen Maintirano und Belo sur Tsiribihina) wieder verlassen. Kurz vor Mozambique (Inhambane) nahm er erneut Kurs Richtung Madagaskar, ohne allerdings Landkontakt aufzunehmen. Er drehte sich nach Süden ab und verlor sich in den weiten Meeresgebieten zwischen Madagaskar und der Antarktis.

In der Hafenstadt Tamatave (Toamasina) hingegen hinterliessen Wind und Wasser erhebliche Schäden. Die Behörden deklarierten die Stadt als zu 75% zerstört.  Mutmasslich verloren mehrere Dutzend Menschen ihr Leben und um die 300’000 Leute Häuser, Hab und Gut. Madagaskar rief den nationalen Notstand aus. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz (SKH) schickte Nothilfe und Personal, insbesondere für die Aufbereitung von Trinkwasser.

Gezani brachte auf seiner direkten Durchmarschlinie infolge seiner Windkraft Zerstörung. Das wirkt sich auf die vielfach schlecht gebauten Häuser dramatisch aus. Typischerweise werden die Wellblechdächer weggeweht und Mauern eingedrückt.
Schlimmer sind die herangebrachten Wassermassen der Zyklone. Sie überschwemmen ganze Stadtteile, reissen Gräben in Infrastruktur und Wohngebiete. Oft bleiben die Wassermassen tagelang liegen, manchmal hüfthoch. Dadurch wird der Zugang zu sauberem Trinkwasser erschwert, Krankheiten und Seuchen breiten sich schnell. aus.

Auf der Südhalbkugel drehen sich die Zyklone immer im Uhrzeigersinn um einen windstillen Kern. Im Einfallsgebiet erleben die Bewohner also eine erste Phase aus Wind und Regen, dann absolute Ruhe ohne Regen. Dieses ‚Auge des Zyklons‘ kann mehrere Stunden betragen, sogar mit Sonnenschein und blauem Himmel. Der Durchmesser des Auges ist anhängig vom Wandertempo des Zyklons und seinem Ausmass. Danach fegen erneut Winde und Regen heran. Daher das Sprichwort: ein Zyklon schlägt zweimal zu.

Ein typischer Zyklon hat entlang seiner Bahn eine zerstörerische Windrotation von mehreren Dutzend Kilometern, kann aber Regenfälle auf einem Band von hundert und mehr Kilometern verursachen. So hat Gezani auch der Hauptstadt Antananarivo heftige Regenfälle gebracht, obwohl er 200 km nördlich vorbeizog.
Auf der Durchmarschline eines Zyklons bleiben Zerstörungen zurück, an den Randgebieten aber bringen die Niederschläge Fruchtbarkeit.

Als Gezani Tamatave verwüstete, regnete es zwar auf Ste Marie, 120 km Luftlinie von Tamatave entfernt, aber Windzerstörungen gab es keine.

Der Name Gezani wurde übrigens von Südafrika vorgeschlagen. Gezani ist ein Zulu-Wort und bedeutet: voll, befriedigt, komplett. Er ist der Ausdruck nach der Suche nach Vollkommenheit und Erfüllung.

Siehe dazu auch den Erlebnisbericht einer jungen Madagassin direkt aus Tamatave