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Reiseberichte Madagaskar

PRIORI legt grossen Wert auf seine stetige Entwicklung und Verbesserung, um so wichtiger sind uns die Rückmeldungen unserer Reisenden. In unserer Kategorie Reiseberichte erzählen unsere Gäste wie die allgemeine Organisation und Ihre Reise im Land verlaufen ist. Lassen Sie sich hiervon inspirieren!

CPAP-Gerät mit auf Madagaskarreise

Mit dem CPAP-Gerät um die Welt

Xaver Fust ist ein leidenschaftlicher Weltenbummler, der bereits die halbe Welt bereist hat. Die Diagnose Schlafapnoe war des halb für ihn kein Grund, auf seine Reisen zu verzichten; vielmehr begleitet ihn sein CPAP-Gerät seither von Alaska bis nach Madagaskar – betrieben von Autobatterien.

«Begonnen hat alles mit dem Schnarchen – und dieses war so laut, dass meine Frau eines Tages aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen ist», erzählt Xaver Fust. Doch selbst in einem separaten Zimmer störte sie das laute Schnarchen, sodass sich Xaver Fust entschloss, einen Arzt aufzusuchen. Nach Untersuchungen im Schlaflabor war die Diagnose Schlafapnoe schnell klar, wurden doch bis zu 45 Atemstillstände pro Stunde festgestellt. «Aber eigentlich bin ich ein völlig untypischer Schlafapnoe-Patient, und abgesehen vom Schnarchen und gelegentlichen Gedächtnisschwierigkeiten habe ich keinerlei Symptome», wundert sich Xaver Fust noch immer. Umso erstaunlicher ist seine Therapietreue. Seit der ersten Verordnung 1998 begleitet ihn sein CPAP-Gerät um die ganze Welt – sei es nach Alaska zur Bärenbeobachtung, in die Urwälder Costa Ricas, in die Wüste des Oman oder quer durch Madagaskar.

Autobatterien schaffen Abhilfe

«Ich wollte mir durch die Diagnose Schlafapnoe keinesfalls mein liebstes Hobby, das Reisen, verderben lassen und suchte des halb nach Möglichkeiten, das CPAP-Gerät auch abseits der Zivilisation betreiben zu können», so Xaver Fust. Fündig geworden ist er mit Auto- und Lastwagenbatterien: Wo immer der Weltenbummler auch ist, besorgt er sich zuerst eine solche Batterie und verkabelt sein Gerät nachts damit. Wenn er mit einem Auto unterwegs ist, ist das umso praktischer: «Bei unseren Wüstendurchquerungen im Oman habe ich unser Fahrzeug jeweils so nah wie möglich beim Zelt parkiert. So war es gar nicht nötig, die Batterie auszubauen: Ich konnte mein CPAP-Gerät direkt mit langen Kabeln an die Autobatterie anschliessen.»

Anders stellte sich die Situation auf Madagaskar dar, das Xaver Fust 2005 bereits zum zweiten Mal während eines Monats bereiste: Kaum angekommen in der Hauptstadt Antananarivo, kaufte er in einem Spezialgeschäft eine Lastwagenbatterie und probierte diese gleich im Laden auf ihre Funktionstüchtigkeit mit dem CPAP-Gerät aus. In der Folge gehörte die 14 kg schwere Batterie zum Reisegepäck von Xaver Fust und begleitete ihn unter anderem auf einer 4-tägigen Flussfahrt mit einem Einbaum, auf dem bereits 72 Liter Frischwasser mittransportiert werden mussten. «Wir haben auf dem Fluss jeweils auf Sandbänken in Zeiten geschlafen.

Eines Morgens war unser Zelt von staunenden Einheimischen umringt, die wohl dachten, ich sei ein Ausserirdischer mit meiner CPAP-Maske», erinnert sich Xaver Fust lachend. Er habe zwar versucht, den Zweck des Gerätes zu erklären, was jedoch nur bedingt gelang, sprechen die meisten Einheimischen doch nur Malagasy. Zumindest das Funktionsprinzip konnte der Weltenbummler aber demonstrieren: «Ich habe mit dem CPAP-Schlauch den Sand aus dem Zelt geblasen; das war wirklich praktisch.»

Neugierige Einheimische

Nach der Flussfahrt ging die Reise in Madagaskar auf einem von Zebus gezogenen Karren weiter; und auch hier sorgte die Lastwagenbatterie für zusätzliches Reisegewicht, aber erholsame Nächte. Das Tragen der CPAP-Maske war dabei alles andere als angenehm, wie Xaver Fust erzählt: «Es war meistens sehr heiss: Tagsüber hatten wir Temperaturen von 45 Grad Celsius, und am frühen Morgen war es jeweils bereits 32 Grad warm. Das machte das Tragen der Maske manchmal zu einer richtigen Tortur.» Dennoch ver­zichtete der Schlafapnoiker auch nicht auf seine Therapie, als die Lastwagenbatterie nach rund einer Woche entladen war und er sie auf einem kurzen Inlandflug nicht ins Flugzeug mitnehmen durfte: Auf der Masoala-Halbinsel lieh er sich eine Autobatterie von einem Fischer aus.

Seine eigene, leere Batterie verschenkte er einem einheimischen Taxifahrer. Bei der Rückkehr in die Hauptstadt zum Abschluss der Reise waren Xaver Fust und sein seltsames, von Autobatterien betriebenes Gerät, schon weit herum bekannt: «Irgendwie hat es sich wie ein Lauffeuer verbreitet, dass da ein komischer Kauz unterwegs ist», schmunzelt Xaver Fust. Die Flussreise mit dem Einbaum, die von einem kleinen einheimischen Reisebüro angeboten wird, erhielt sogar den Übernamen «circuit de la batterie», also etwa «Batterie-Rundreise».

Therapie selbst in Ausnahmesituationen

Mittlerweile hat Xaver Fust zur Überbrückung in Situationen, in denen es mit einer Batterie zu kompliziert wäre, eine Alternative gefunden: Mit der so genannten «Schnarchspange» ist es ihm gut möglich, mehrere Nächte ohne CPAP-Gerät zu schlafen. Dennoch ist das CPAP-Gerät zur Sicherheit immer dabei. So wird es ihn auch auf der nächsten geplanten Reise begleiten: Xaver Fust lässt sich 2011 vorzeitig pensionieren. Zusammen mit seiner Frau und einem befreundeten Paar möchte er dann von der Arktis bis Mexiko reisen – per Fahrrad. So wird Xaver Fust einmal mehr beweisen, dass sich Schlafapnoe-Patienten nicht von ihrer Krankheit unterkriegen lassen müssen; und dass mit etwas Erfindergeist und Aufwand eine konsequente Therapie selbst in Ausnahmesituationen möglich ist.

 

Die Reise fand 2005 statt und der Bericht wurde 2010 in der zürch’AIR – dem Jahresmagazin der Lungenliga veröffentlicht.

Marojejy Trekking

Reisebericht zum Marojejy Trekking im Mai 2017

Unser Guide Mosesy holt uns zusammen mit seinem Fahrer „Pecto“ am Flughafen Sambava ab. Welche Überraschung, eine gute Kollegin von uns war schon vor 7 Jahren mit Mosesy im Marojejy unterwegs. Sie bringen uns ins Hotel Mimi und informieren uns, dass sie uns in einer Stunde wieder abholen werden. Mosesy hat für uns (von sich aus, damit uns nicht langweilig sei) eine Führung auf Afrikas grösster Kokosplantage organisiert. Wir erfahren viel über die Aufzucht, Anbau, Ernte und Verarbeitung der Palmen sowie Nüsse. Natürlich kommen wir auch in Genuss von frischem Kokoswasser. Am Nachmittag gehen wir auf eigene Faust durch den Markt von Sambava. (Mosesy hätte uns auch hier begleitet).

Reisebericht Marojejy Trekking

Marojejy Trekking: Tag 1

Am anderen Morgen geht es los. Das Hotel Mimi ist weit herum bekannt für gute Küche sowie hervorragende Backstube. So wird hier Pectos Wagen vollgeladen mit Kisten und Kübeln. Auf guter Strasse fahren wir gegen Mandena, schon von weitem sehen wir unser Ziel das Marojejy-Massiv. Der Gipfel trägt eine Wolkenkappe und die Höhe des Berges jagt uns doch etwas Respekt ein. Da wird es wirklich viele Höhenmeter zu bewältigen geben.

Beim Parkbüro erledigt Mosesy den Papierkram und wir erleichtern unsere Rucksäcke nochmals um ein paar Sachen, die wir glauben entbehren zu können. Der ganze Proviant wird nun in Körbe, Taschen, Rucksäcke verstaut und von den Trägern zum Camp 1 (450m ü.M) gebracht. Barfuss oder in Flipflop tragen sie das Material auf Rücken, Kopf oder Schultern.

Wir fahren noch ein kleines Stück bis Mandena, schultern die Rucksäcke und starten unser Abenteuer. Zuerst führt der Weg ca. 3 Kilometer durch Reisfelder Richtung Regenwald. Wir sind begeistert von all den Farben sowie Eindrücken. Das für uns ungewohnte schwülheisse Klima lässt den Schweiss in Strömen fliessen. Wir passieren einen Unterstand wo zwei ältere Männer Wache halten. Zwei Monate bevor die Vanilleernte beginnt, wird der Weg Tag und Nacht bewacht.

Kurz darauf erreichen wir die Grenze zum Marojejy Nationalpark. Der Schatten ist willkommen und der Weg führt leicht aufwärts zum Camp Mantella. Dort erwartet uns bereits ein gedeckter Tisch. Marcel, unser Koch ist eifrig am kochen. Unser erstes Menu besteht aus Rüeblisalat mit Tomatenscheiben dekoriert, Thunfischtranche mit Reis, zum Dessert frische Mandarinen. Es ist unglaublich was wir in diesen Tagen serviert bekommen, alles auf dem Feuer gekocht/gewärmt. Eigentlich haben wir uns auf einfaches Essen eingestellt und werden jeden Tag aufs Neue überrascht. Alles wird in Schüsseln in riesigen Mengen serviert.

Beim Abstecher zum nahen Wasserfall nutzen wir den Bach unterwegs zum Bad. Von dort geht’s weiter durch das Blutegelparadies bis zum Cascade de Humbert. Gegen die unliebsamen Sauger reibt sich Mosesy die Füsse mit Salz ein, besprüht sich dann aber gerne mit unserem Mückenspray, der die Viecher etwas fernhält.

Zurück im Camp werden wir schon bald wieder zu Tisch gerufen. Suppe, Gurkensalat, Zebusteak mit Reis, gebratene Bananen. Über uns spannt sich unterdessen ein grandioser Sternenhimmel auf, doch wir kriechen schon früh in unsere Schlafsäcke. Die sechs Hütten sind mit je vier Bettstellen sowie Wolldecken ausgestattet. Mit all den Nachtgeräuschen des Regenwaldes schlafen wir schnell ein.

PRIORI Reisebericht: Marojejy Trekking Tag 1

Marojejy Trekking: Tag 2

Der Morgen beginnt grau und verhangen. Zum Frühstück gibt es Brötchen aus der Mimi Backstube, Konfitüren sowie Honig. Das Honigglas wird innert Minuten von Wildbienen in Beschlag genommen. Marcel verwöhnt uns mit perfekten Spiegeleiern. Gut gestärkt machen wir uns für den heutigen Aufstieg bereit. Da es bereits zu regnen beginnt, montieren wir unsere Regenkleider und Wanderschuhe. Zügig geht’s aufwärts zu Camp 2 (775m ü.M.), abermals durch ein „Blutegelreservat“.

Die Viecher pirschen sich von allen Seiten an und erlaben sich an unserem Blut. Im Camp 2 gibt es beim gedeckten Essplatz eine Pause, unterdessen sind wir pflotschnass, aussen Regen – innen Schweiss. Da es so warm ist, stört die Nässe gar nicht. Unter der Bank hat sich eine Boa ein trockenes Plätzchen gesucht. Auch viele schöne Spinnen haben ihre Netze im Schutz des Regendaches gespannt.

Weiter geht es im strömenden Regen Richtung Camp 3, der Rucksack wird immer schwerer und der Weg steiler. Unser Tracker hat unterwegs Seidensifakas gesichtet. Was für ein Schauspiel, wie Gummibälle springen sie von einer Baumkrone zur nächsten. Wir verfolgen die Gruppe eine Weile Waldab und –auf. Die momentane Regenpause ist willkommen. Mosesy erzählt uns viel Wissenswertes über die Tiere. Fotos werden geschossen und wir geniessen das Treiben der Tiergruppe. Wir begegnen auch roten Tausendfüssern und einem grünen Riesensaftkugler (Zoosphaerium neptunus), Blattschwanzgeckos (König der Tarnung), Stabheuschrecken, div. Vögel, Bambuslemuren, Ringelschwanzmungo, Spinnen in allen Variationen.

Der weitere Aufstieg ist steil und verlangt uns alles ab. Mosesy schlägt ein strammes Tempo an. Mit kurzen Beinen ist man/frau ganz klar im Nachteil 😉 Zum Glück können wir uns oft an Wurzeln sowie an Ästen hochziehen. Es regnet wieder unaufhörlich und wir erreichen am Ende unserer Kräfte Camp 3 ( zwei Hütten, 1250m ü.M).

Nachdem wir unsere nassen Sachen aufgehängt haben, geniessen wir das trockene Plätzchen. Hier ist es merklich kühler, somit für uns viel angenehmer. Unsere Madagassen hingegen drängen sich mit Wolldecken um den Feuertopf.

Strahlend bringt uns Marcel ein BIER und Salzgebäck . Er ist einfach der Beste!!!

Auch heute werden wir reich bekocht. Mosesy bringt nach dem Essen eine Gottesanbeterin, wirklich ein skurriles Tier. Er bespricht mit uns den morgigen Tag. Falls der Regen in der Nacht bis 3.00h aufhört, wollen wir um 6.30 zum Gipfelaufstieg starten. Todmüde sinken wir ins Bett. Die ganze Nacht regnet es munter weiter und hört erst kurz vor sechs Uhr in der Früh auf.

PRIORI Reisebericht: Marojejy Trekking Tag 2

Marojejy Trekking: Tag 3

Wir gehen eigentlich in der Überzeugung zum Frühstück, dass wir heute ohne Gipfelsturm wieder absteigen. Doch da kennen wir Mosesy schlecht. Er lässt keinen Zweifel aufkommen, nicht aufzusteigen. So trödeln wir noch etwas während des Essens, was sich in der Folge lohnt. In den Baumkronen turnt ein grösserer brauner Lemur umher. Vom Frühstückstisch aus lässt er sich beobacheten. Kurz darauf wird die Überraschung noch grösser. Gleich neben unserem Camp entdecken wir einen Seidensifaka im Geäst. Alle sind begeistert, auch unsere Crew ist ganz aus dem Häuschen. „You are so lucky, you are so lucky“ Der putzige Kerl liefert die perfekte Show, er stopft sich mit Blättern voll und lässt sich jede Menge Zeit. Offenbar kommen die Sifakas sonst nicht so nahe zum Camp. Unser Tag könnte nicht besser beginnen.

Durch den unverhofften Besuch, ist es bereits nach acht und wir starten mit ganz leichtem Gepäck (Wasser und etwas Proviant) Richtung Gipfel. Ohne Ballast auf dem Rücken fühlen wir uns federleicht und in der angenehm kühlen Luft kommen wir gut voran. Der Weg geht steil bis sehr steil aufwärts. Auch jetzt benutzen wir Wurzeln sowie Pflanzen als Haltegriffe. Damit der Handgriff nicht schmerzhaft wird, heisst genau hinzuschauen. Stacheln, Dornen und scharfkantige Blätter hinterlassen ihre Spuren an unseren Händen. Mosesy lässt uns vorangehen und das Tempo bestimmen. Hin und wieder regnet es kurz. Die Vegetation wird allmählich niedriger und bald wachsen nur noch Büsche. Immer wieder bleiben wir stehen und bestaunen die exotische Flora und Fauna. Winzige Orchideen, tausende Farne, Ameisennester, die im Regen in luftiger Höhe an Ästen hängen und und und.. .

Wir sind glücklich sowie überwältigt. (An die nassen Schuhe und Kleider haben wir uns längst gewöhnt). An einigen Passagen sind Seile angebracht, damit sie überwindbar werden. Immer höher bringt uns der Weg. Nach knapp drei Stunden ist der Gipfel schon nah. Er hüllt sich jedoch in dichten Nebel und ein starker Wind weht.

Leider regnet es wieder heftig. So beschliessen wir nach kurzer Stärkung den Rückweg anzutreten. Über den steilen Pfad geht es wieder zurück. Zwischendurch öffnet sich der Nebel und gibt einen beeindruckenden Blick frei über den Marojejy. Teilweise müssen wir rückwärts absteigen, weil der Weg so glitschig und steil ist. Das Zeitgefühl ist uns abhanden gekommen und wir staunen, dass bei unserer Rückkehr ins Camp Simpona schon 14.00 Uhr ist. Nach dem Mittagessen packen wir unseren Rucksack und weiter geht es bergab Richtung Camp 2 Marojejy. Der Regen hat ein Einsehen und bei der Aussichtsplattform reissen die Wolken auf, der blaue Himmel zeigt sich und wir werden belohnt mit einer grandiosen Aussicht über den Regenwald sowie die nahen Berge.

Schon wieder ein unerwartetes Geschenk. Wir können uns kaum satt sehen, doch wir müssen weiter. Es wartet noch ein steiler Abstieg und nach 17.00 beginnt es zu dämmern. Unsere Knie sind Gummi und die Beine Pudding. Im letzten Tageslicht überqueren wir den breiten Bach beim Camp 2. Durch den starken Regen führt er viel Wasser. Aber wir schaffen es heil hinüber. Wir sind überglücklich, aber auch todmüde. Nach dem Abendessen kriechen wir (heute mal richtig spät ;-)) um halb neun in unsere Schlafsäcke. Die Regenmusik auf dem Dach und das Rauschen des nahen Baches lassen uns schnell einschlafen.

PRIORI Reisebericht: Marojejy Trekking Tag 3

Marojejy Trekking: Tag 4

Um 6.00 heisst es aufstehen, wir ziehen unsere feuchten Kleider sowie Schuhe wieder an. Das ist zwar im ersten Augenblick „sehr gruusig“, im zweiten „gruusig“ und im dritten hat man sich schon daran gewöhnt. Innert kürzester Zeit ist sowieso alles wieder nass, da es auch heute morgen wie aus Kübeln giesst. Nur schon der Weg über die steilen glitschigen Stein- und Holzstufen zum überdachten Essplatz hinauf (und hinunter), ist eine Herausforderung. Getoastetes Brot und ein Riesenomelett stärken uns für den heutigen Tag.

Gut eingepackt wegen des Regens, aber vor allem wegen der Blutegel, laufen wir los. Unterdessen leisten unsere Wanderstöcke wieder gute Dienste, da es hier nicht gar so steil ist. Im Geäst zeigt sich kurz ein brauner Lemur. Immer wieder queren wir Bäche, was nach dem starken Regen nicht immer einfach ist. Die Steine sind rutschig und jeder zieht mal einen Schuh voll raus. Irgendwann bemerke ich, dass Romans Brille fehlt. Er hat sie wohl bei so einer Rutschpartie verloren. Wir gehen zwar noch ein Stück bis zum letzten Bach zurück, doch die Sucherei bleibt ohne Erfolg.

Der Regen hat nun endgültig aufgehört, und je weiter wir absteigen umso wärmer und schwüler wird es. Durch die Brillen-Suchaktion haben wir viel Zeit verloren, deshalb geht es nun zügig Richtung Mandena. Am Wegrand kriecht behäbig ein Chamäleon, Dorfbewohner sind mit Holz und Körben unterwegs, Frauen sitzen vor ihren Hütten und flechten sich die Haare, viele winken uns. Ein Mann führt sein Schwein an der Leine über den Weg, eine junge Frau stampft Reis, Kinder spielen und winken zurück. Auch hier ist alles aufgeweicht vom heftigen Regen. Im Dorf gibt es noch ein letztes Festessen, Salat mit Poulet sowie Reis, zum Abschluss Früchte.

Pecto ist schon da mit seinem Wagen, und so verabschieden wir uns von Marcel unserem Koch und unserem Träger. Auf der Rückfahrt holen wir im Besuchercenter unser Restgepäck ab, und verabschieden uns auch von unserem Tracker, der extra vorbeikommt um ADE zu sagen. Wir sind schmutzig, stinkig, verschrammt aber überglücklich.

PRIORI Reisebericht: Marojejy Trekking Tag 4

Fazit zum Marojejy Trekking

Trotz (oder gerade wegen) enormer Anstrengung, Blasen an den Füssen, Schrammen und Schnitte an Händen sowie Beinen, Dauernässe, Blutegeln, dünnem Mist (sprich: Durchfall) und verlorener Brille war es eine unglaubliche Erfahrung, die eigenen Grenzen wieder einmal zu erleben und zu erkennen, dass vieles was uns wichtig erscheint gar nicht so wichtig ist. Es ist alles relativ.

Dazu die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt, die freundlichen Menschen, die uns begleitet und verwöhnt haben, auch ihre ehrliche Freude wenn sie Sifakas sowie andere Tiere sahen und uns zeigen konnten.

Wir sind uns bewusst, dass wir das absolute Luxuspaket erhalten haben. Im Vorfeld haben wir uns auf ein einfaches Leben im Regenwald eingestellt. Umso überraschter waren wir über das üppige Morgenessen, das warme, mehrgängige Mittag- und Abendessen, immer mit Fleisch oder Fisch. Es war alles phantastisch, mit Liebe gekocht und serviert und doch beschlich uns jeweils ein zwiespältiges Gefühl, wenn wir bedachten, dass unsere Begleiter selber eher selten Fleisch auf dem Teller haben. (Kritik auf sehr hohem Niveau ;-))

Wir genossen auch die Einsamkeit, trafen wir doch ausser am ersten Tag, auf keine anderen Gruppen.

Das Marojejy Trekking war einer der absoluten Höhepunkte unserer Madagaskarreise.

Wir bedanken uns für die perfekte Planung durch PRIORI.

Irmgard und Roman Stössel


Hier finden Sie auch noch einmal den gesamten Reisebericht inklusive der Bilder im PDF-Format.


Madagaskar per Bike

„Madagaskar per Bike“ beschreibt anhand von Karten, Texten und Fotos eine einmonatige Reise, die Markus Keim und Beate Hecher durch Madagaskar im Juni 2016 mit dem Mountainbike unternommen haben. Dabei danken sie sich bei Franz Stadelmann von PRIORI, der im Vorfeld der Reise, bei der Planung der Strecken sehr behilflich war!

Vorwort:

Unsere fast 4 wöchige Bike-Tour auf Madagaskar, die wir zu zweit vom 31. Mai bis 29. Juni 2016 unternommen haben, war für uns bis dahin die schönste Fahrradreise. Die landschaftlichen Eindrücke und auch die meist freundlichen Menschen, die wir auf dieser Reise getroffen haben,
bleiben uns für immer in positiver Erinnerung!

Madagaskar ist zudem eine für Radfahrer ideale Insel, da es noch wenig motorisierten Verkehr gibt. Dagegen ist das halbe Land zu Fuß auf den Straßen der Insel unterwegs. Auf unserer Tour haben wir gefühlt 10.000 Madagassen gegrüßt. Einzig in und um Antananarivo ist es ratsam dem Verkehr und Chaos auszuweichen.

Wir haben im Vorfeld der Reise fast 2 Monate verbracht die Tour zu planen und zu organisieren. Das war zwar ziemlich aufwendig, aber jede dafür investierte Minute hat sich mehr als gelohnt.

Zum Tourverlauf:

Wir haben uns nach längeren Recherchen entschlossen unsere Tour von Antananarivo nach Sarodrano (ca. 15 km südlich von Tulear) durchzuführen. Bei der Planung der Etappen haben wir uns an den Verlauf der Nationalstraße RN7 orientiert und versucht, dort wo es strategisch machbar war, MTB Strecken einzubauen.

Von Antananarivo nach Antsirabe hatten wir ein Auto mit einem Fahrer bei uns, da wir uns die ersten Tage akklimatisieren wollten und vor allem dem chaotischen Verkehr in und um Antananarivo auszuweichen.

Von Antsirabe bis Ambalavao waren wir alleine unterwegs. Ab Ambalavao hatte man uns geraten ein Begleitauto zu buchen, da der Süden Madagaskars unsicher sei. Wir konnten dies bis auf den sehr eigentümlichen Ort Mahaboboka, der später beschrieben wird, nicht verifizieren.

Mit unserem heutigen Wissen würden wir erst ab Ranohira ein Begleitauto nehmen. Trotzdem konnten wir uns auf der gesamten Tour mit dem Fahrer gut absprechen, sodass wir die Strecken ungestört gefahren sind.

Von Sarodrano nach Antananarivo haben wir uns dann in drei Tagen mit dem Auto zurück bringen lassen, weil Inlandsflüge zum damaligen Zeitpunkt oft kurzfristig in Madagaskar abgesagt wurden und wir sicher gehen wollten, dass wir am Tag unserer Rückreise nach Europa wieder rechtzeitig in Antananarivo sind.

Kulturschock?

Wenn man am Flughafen von Antananarivo ankommt, ist man sich zunächst nicht ganz sicher, ob es eine gute Wahl war auf Madagaskar eine Radtour zu planen. Für uns war Madagaskar die ersten zwei, drei Tage sehr fremd. Wir waren die ersten Tage ausschließlich damit beschäftigt die mannigfaltigen Eindrücke um uns herum einzuordnen.

Man muss wissen, dass Madagaskar zu den 10 ärmsten Ländern der Welt gehört. Viele Menschen in Madagaskar haben nicht mal das Geld, um sich Schuhe zu kaufen. Der Großteil der Madagassen, vor allem auf dem Land, hat weder Strom noch Heizung. Das Kochen und Wärmen wird fast zu 100% mit Brennholz oder Holzkohle durchgeführt. Wasser ist vor allem im Süden des Landes Mangelware.

Um zu überleben müssen die Menschen, meistens Kinder, mühevoll Wasser von entfernten Wasserstellen transportieren. Ein ganzes Land ist auf der Insel zu Fuß unterwegs, da sich die allerwenigsten eine Busfahrt leisten können und die Mehrheit kein Auto besitzt.

Europäische Radfahrer treffen auf staunende Madagassen:

Als wir im Vorfeld über die Plattformen GPSies und Google Earth unsere Tour geplant haben, waren wir davon überzeugt, dass wir größtenteils alleine in der Natur mit unseren Rädern unterwegs sein würden. Weit gefehlt! Es kam oft vor, dass wir während unserer Essenspausen am Wegesrand von zufällig vorbeikommenden Madagassen über die gesamte Zeit der Pause angestarrt wurden. Zunächst dachten wir noch die Staunenden wollten etwas von uns. Wir haben den Betrachtern verschiedene Dinge (Kekse, Wasser, Zigaretten etc.) angeboten. Aber jeder hat mit einer verneinenden Geste abgewunken. Für die meisten waren wir einfach exotischer Fernsehersatz.

Die meisten Madagassen haben zudem sehr viel Zeit. Stress spielt in Madagaskar kaum eine Rolle. Manchmal kam es auch vor, dass Rad fahrende Kids über mehrere Kilometer mit uns gefahren sind nur um unsere Räder und unser Outfit zu bestaunen. Uns ist all die Wochen nichts abhanden gekommen. Es gab auch keinen Moment der Angst oder eines unangenehmen Gefühls. Wenn man Menschen als Menschen begegnet, ist das zu 99% immer entspannt und nach diesem Motto haben wir uns auch auf Madagaskar bewegt.

Trotzdem sollte man in Madagaskar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land nicht nachts mit dem Rad unterwegs sein. Wir sind bei unseren Touren immer bei Sonnenaufgang gestartet und haben noch vor Sonnenuntergang unser Ziel erreicht.

Fotos:

Da wir während der Tour möglichst wenig Gepäck mitnehmen wollten, haben wir auf einen Fotoapparat verzichtet. Alle nachfolgenden Bilder wurden mit dem Handy fotografiert.

GPS Tracks:

Die GPS Daten der Tour können unter https://www.gpsies.com/mapFolder.do?id=66155 heruntergeladen werden.

Den genauen Streckenverlauf sowie viele Zusatzinfos zu den Tagesetappen erhalten in folgendem Blätterkatalog von Issuu.

Möchten Sie ebenfalls Madagaskar per Bike bereisen, dann schauen Sie doch einmal in unser Rubrik Themenreisen – Fahrradreisen vorbei.

Für individuelle Reisen und Routenverläufe stehen wir Ihnen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite. Kontaktieren Sie uns gerne!

Trinkwasser für Madagaskar

Schweizer Reisegruppe besucht zehn Dörfer mit Trinkwasserbrunnen – ein subjektiver Bericht

„Vasaha! Vasaha! Die Kinder lachten und lachten, wenn die zwölf Weissgesichter und Fremden (=Vasaha) irgendwo auftauchten. Erst recht, wenn wir ihnen die Fotos von ihnen auf den Displays der Fotoapparate zeigten. Unser Auftauchen war gewissermassen Weihnachten, Ostern und Sommerferien gleichzeitig in einer Gegend ohne Fernsehen, Smartphones, Zeitungen, Xbox und all den anderen Vergnügungen junger Leute dort, wo elektrischer Strom eine Selbstverständlichkeit ist.

Wir haben insgesamt zehn Dörfer besucht, ganz kleine und recht grosse mit mehreren Weilern. Alle sind sie äusserst dankbar für den Zugang zu sauberem Wasser in ihrer Nähe. Früher liefen die Frauen für einen dieser gelben Wasserkanister mit 20 l Füllung täglich bis zu 13 Kilometer (während wir mit einer App unsere Schritte zählten und uns gegenseitig anspornten, damit es täglich 10’000 wurden…).

Begleitet wurden wir während der ganzen Woche von einer vierköpfigen Delegation der Organisation Taratra, die im ganzen Land die armutsbetroffene Bevölkerung in der Wahrnehmung ihrer Grundbedürfnisse (sei dies nun Wasser, Recht auf Land oder weitere Voraussetzungen für die Entwicklung von Lebensqualität in den Dörfern) unterstützen. Speziell mit dem Geschäftsleiter Arsène Raveloson und der Leiterin der Regionalstelle Betioky Hanta Rahantanirina führten wir lange Gespräche über Erfolge und Schwierigkeiten dieser Unterstützung.

Wichtig für unsere Gruppe war zu wissen, dass jedes Dorf den Brunnen selber warten muss und dafür eine Kommission einsetzt, die den Wasserbezug der Familien überwacht, dafür die Gebühren einzieht (z. B. pro Liter 50 Ariary, was 1.5 Rappen entspricht und unter madagassischen Verhältnissen nicht zu vernachlässigen ist) und die notwendigen Wartungsarbeiten selber versieht oder anordnet. Nur in einem der Dörfer fanden wir einen teilweise angerosteten Brunnen vor, obwohl dieser noch nicht viele Jahre in Betrieb ist. Hier kündigten die Verantwortlichen an, dass weitere Gespräche mit den Dorfverantwortlichen folgen würden, um zu klären ob hier etwas verpasst wurde, und was zu tun sei.

Während der fünf Tage fuhren wir mehr als 600 Kilometer mehrheitlich auf Sandpisten. Abgesehen davon, dass wir weder an die grosse Hitze noch an die Holperfahrten gewohnt sind, gab uns dieses Erlebnis einen Einblick in den Zustand der malgache Infrastruktur in
einer vernachlässigten Gegend der roten Insel. Meistens wurden uns anlässlich der Versammlung mit Frauen, Männern und Kindern aus dem Dorf weitere Wünsche vorgetragen, die sich zum Beispiel auf Schulhäuser bezogen oder auf den Bau einer Kirche. Hier muss sorgfältig unterschieden werden, welche Aufgaben der öffentlichen Versorgung zum Staat gehören, und welche durch NGOs wahrzunehmen wirklich sinnvoll ist. Hin und wieder trafen wir auf Gemüsegärten, die beim Ausfluss der Trinkwasserbrunnen angelegt worden waren.

Das Wissen darüber, wie man Gemüse zieht und pflegt, schien uns aber unterschiedlich gut vorhanden. Bei späteren Fahrten mit dem Bus auf der Strasse zwischen Antsirabe und Antananarivo sahen wir weite und einwandfrei gepflegte Gemüsefelder und haben uns gefragt, warum der interne Know-how-Transfer so schlecht funktioniert. Der Hinweis auf die schlechten Strassenverbindungen macht dann die Sache leider wieder klarer.

Oft empfingen uns die Dorfkinder mit Gesang und Tanz sowie mit den vorher abgegebenen Landesfähnchen. Wir revanchierten uns, wenn es passte mit «Wenn eine tannigi Hose hät …», das gefiel ihnen dank seinem lüpfigen Rhythmus gut. Man setzte sich unter hohe Bäume im Kreis und der Dorfälteste oder -chef begrüsste unsere Gruppe. Alles lief nach dem immer gleichen rituellen Schema ab: Von der Eröffnung und gegenseitigen Vorstellung über die Besichtigung (teilweise feierlichen Eröffnung) des Brunnens zum Austausch der Geschenke (ein Tier für uns – Truthahn, Ziege, Huhn – ein Fussball mit Luftpumpe sowie Malkreide und eine Schiefertafel für die Dorflehrerin) sowie manchmal mit anschliessendem Mittagessen in ihrem – fensterlosen – Versammlungsraum.

Spezielle Beobachtungen:

Hin und wieder erhob sich eine Frau und sprach zu uns. Das ist in solch naturnahe lebenden Gemeinschaften keine Selbstverständlichkeit. Es passt aber zur Tatsache, dass auch in anderen Gegenden Madagaskars Frauen Führungspositionen innehaben.

Unterschiedliche Betriebstemperaturen fanden wir vor in den grösseren Gemeinden, die aus mehreren Weilern bestehen und ihr Wasser mithilfe von Solarpanels an mehrere weiter entfernte Stationen pumpen («villages écologiques»). Da waren dann keine Kinder mehr am Singen, man wurde vom mehr oder weniger motivierten Bürgermeister empfangen und beim Gang zur Pumpe von den Marktverkäufer/innen neugierig beobachtet. Ob hier bereits die Korruption ihr Unwesen treibt und Beziehungen zu Interessensverbindungen werden? Wir sahen nicht hinter die Kulissen, machten uns aber dazu unsere Gedanken.

Ebenfalls interessant war der Unterschied der Kostengestaltung für das Wasser je nach Grösse der Gemeinde. In den kleinen Dörfern gilt noch das Clanmodell. Auch weil man sich gegenseitig kennt und kontrolliert ist es praktikabel, jeder Familie pro Monat einen Betrag zu verrechnen und danach den Wasserbezug ohne Limite zuzulassen. Wohingegen in den grösseren Gemeinden sowohl die Übersicht schwieriger wie auch die Bevölkerungsstruktur heterogener wird, und man an den einzelnen Bezugsstellen pro bezogenem Kanister einen Betrag abliefern muss. Das ist zwar nachvollziehbar, unterstützt aber eine Entwicklung, die es ärmeren Familien oder Einzelpersonen (z. B. alleinerziehenden Müttern) schwerer macht, die für sie notwendige Quantität Wasser zu beziehen. Ich habe in diesem Zusammenhang auf das alternative Verwaltungsmodell von Ressourcen der Commons hingewiesen, mit dem weltweit positive Erfahrungen gemacht wird, und das vor allem dafür sorgt, dass alle an der Ressource Interessierten verantwortlich in die Pflege und Erhaltung einbezogen werden.

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt auf Madagaskar 65.2 Jahre (Frauen etwas mehr als Männer), das sind gegen 15 Jahre weniger als in der Schweiz. Die mangelhafte Trinkwasserversorgung ist ein wichtiger Beitrag zu diesem eklatanten Missstand, aber auch die schlechten Verbindungen zu Stationen der Gesundheitsversorgung sowie allgemein die Armut und durchaus auch der Ahnenkult der Landbevölkerung (wie überall entwickelt sich die städtische Bevölkerung Richtung Säkularisierung), der dazu führt, dass man z. B. bei Pestbefall lieber nicht ins Spital geht, weil man im Falle des Ablebens nicht traditionsgemäss beigesetzt wird. Dagegen hilft auf Dauer gute Bildung am besten. Aber ohne einen Staat, der wenigstens einigermassen seine Aufgaben des Service Public (Bildung, Gesundheit, Infrastruktur) wahrnimmt, und damit auch die dringend notwendigen Investitionen anzieht, ist alles nichts. Das Eine bedingt das Andere und umgekehrt. Mora mora scheint die einzig mögliche Haltung zu sein, gepaart mit Hartnäckigkeit.

Mit sauberem Wasser tragen wir dazu bei, dass die Menschen ihren täglichen Bedarf decken können und somit Kopf und Herz eher frei haben für die Frage, wie ihre Kinder eine bessere Zukunft erhalten können. Dazu beizutragen ist für uns reiche Vasaha aus dem Norden eine Chance und ein Geschenk. Ich empfehle es allen.“

Gaby B.

Trinkwasser für Madagaskar - GAH - Andi HofmannTrinkwasser für Madagskar

Im Süden Madagaskars haben seit 2006 dank der Unterstützung durch die „GAH“ (Groupe Andi Hofmann) in Zusammenarbeit mit der Nicht-Regierungsorganisation Taratra ca. 40’000 Menschen in 52 Dörfern Zugang zu sauberem Trinkwasser (Stand Oktober 2017).

Hier finden Sie zudem den Rechenschaftsbericht von „Trinkwasser für Madagaskar“ zu den Aktivitäten 2016-2017.

Madagaskarreise im August 2017

Im August 2017 machte sich Familie K. mit uns auf den Weg nach Madagaskar. In Ihrem Reisebericht schildern sie ihre Eindrücke vom Land. Sie dokumentieren ihre Madagaskarreise mit ihren Fotos entlang der Reiseroute und erzählen von ihren gemeinsamen Erlebnissen mit ihrem Fahrer und Guide Gaetan.

„Liebes Team von Priori sowohl in Basel, als auch in Madagaskar

Wir sind gut wieder in München gelandet und in Gedanken und mit dem Herzen immer noch ein bisschen in Madagaskar. Um es kurz zusammenzufassen: Es war eine fantastische Reise voller vielfältiger Eindrücke. Die Organisation war sehr gut, alles hat wunderbar geklappt.

Der längere Zwischenstopp nachts in Abu Dhabi war zwar etwas nervig, aber dafür hatten wir ja auf dem Heimflug einen unkomplizierten Zwischenstopp mit 3-tägigem Badeaufenthalt auf Mahé. Der einzige eher negative Eindruck war die Ankunft und der Abflug in/von Antananarivo. Wir wurden trotz Ihrer Vorwarnung einfach etwas überrumpelt von den aufdringlichen Kofferträgern und den bettelnden Kindern. Alle anderen Begegnungen mit den Menschen waren sehr positiv, ein Lächeln und Grüsse wurden praktisch immer mit einem Lächeln und einem Gruß erwidert.

Die Kinder freuten sich über ein gemeinsames Fußballspiel. Sie wollten fotographiert werden, bzw. selbst fotographieren und amüsierten sich dann über ihre Bilder. Natürlich wirkt die allgegenwärtige Armut auf uns Europäer bedrückend, andererseits strahlten die meisten Menschen unserem Eindruck nach mehr Zufriedenheit aus, als mancher betuchte Westeuropäer hierzulande.

Beeindruckt hat mich auch das tägliche Zusammenhelfen der Menschen, ihr Improvisationsvermögen und die verblüffenden Sprach- und Naturkenntnisse einiger Guides. 

Mit Abstand am begeisterten waren wir von unserem Fahrer Gaetan, der viel mehr leistete, als uns von A nach B zu bringen (unter nicht immer einfachen Bedingungen). Sondern fast schon wie ein Reiseleiter dazu beitrug, in sein Land einzutauchen. Sein Wissen, seine Hilfsbereitschaft, aber vor allem auch seine Persönlichkeit haben nicht unerheblichen Anteil daran, dass diese Reise für uns etwas ganz besonderes wurde.

Natürlich hat uns die Natur begeistert, und hier am allermeisten die Lemuren. Verliebt haben wir uns in das „Palmarium“. Aber auch auf der Isalo Ranch und dem dazugehörigen Nationalpark hätten wir länger bleiben können. Mein Landschaftsfavorit waren die Tsingys de Bemahara, aber auch der Kirindywald und die Baobabs haben uns beeindruckt. Der Ranomafana Bergregenwald war für mich auch ein Erlebnis, da ich noch nie zuvor einen Regenwald gesehen habe. Leider gab es dort so viele großen Touristengruppen, sodass das Naturerlebnis nicht ganz so intensiv war. Der Anja Park hat uns allen ausgesprochen gut gefallen. Überhaupt gefielen meiner Tochter die Gegenden am meisten, wo sie Lemuren antraf.

Mein Mann und ich würden gerne wieder einmal nach Madagaskar reisen. Eventuell um dann den Norden kennenzulernen, eine Eisenbahnfahrt und eine längere Fahrt auf dem Kanal des Pangalanes zu machen… Toll wäre es, wenn wir dann „unseren“ Fahrer wieder hätten.

Vielen Dank noch einmal für die gute Organisation! Gerne schicken wir Ihnen einen noch unseren Reisebericht mit ein paar Fotos.

Mit vielen Grüßen“

Familie K.

Besondere Begegnung in Madagaskar

Vor 22 Jahren fand die Begegnung in Madagaskar von Herrn Stadelmann und Herrn F. statt. Nun erreicht uns folgende Nachricht und gibt Einblick in die Geschichte und Entwicklung sowie das jahrelange Engagement von PRIORI vor Ort.

Sehr geehrter Herr Stadelmann,

Ich denke Sie werden sich nicht an unser Treffen erinnern. Aber die Begegnung mit Ihren Ideen hat auch fast 22 Jahre nach unserem kurzen Treffen in Tana noch nicht an Aktualität und Reiz verloren. Wir hatten damals zu viert einen madagassisch stämmigen Kollegen auf seine Heimatinsel begleitet. Hier suchten wir nach einer Möglichkeit für ihn mit seinem deutschen Studienabschluss in Madagaskar ein Auskommen zu finden. Dazu hatten wir uns im Vorfeld unter anderem auch diverse Adressen europäischer „Entwicklungsprofis“  vor Ort verschafft und dann vor Ort angefragt.

So „landeten“ wir auch im PRIORI-Büro in Antananarivo. Bei Ihnen stießen wir allerdings mit allen unseren Geschäfts- und Beschäftigungsideen bei Ihnen auf große Skepsis und eine klare Meinung. „Wenn der junge Mann in Europa studieren konnte, müssen seine Eltern über sehr guten Einfluss auf Madagaskar verfügen. Dann braucht er eigentlich keine Hilfe, sondern wird schon einen Weg gezeigt bekommen.“ Und Sie befürchteten, dass seine Tätigkeit dann nicht unbedingt zum Vorteil der Menschen sei, die sich für ihn engagierten. Sie haben uns dann noch erzählt, was PRIORI machte und machen wollte. Wenn ich mir dann anschaue, was heute daraus geworden ist, kann ich nur gratulieren.

An die Geschichte von damals musste ich denken, als ich vor einigen Wochen zufällig einen madagassischen Studenten hier in Deutschland traf. Im Gespräch tauschten wir uns über diese wunderschöne Insel und ihre Möglichkeiten und Probleme aus. So kam ich auf die Idee mal wieder nach PRIORI Reisen zu suchen. Was dank Internet ja mittlerweile eine leichte Übung ist. Hier habe ich mit viel Freude ihre Geschichten gelesen. Da bekommt man doch nochmal richtig Lust aufs Reisen 😉

Beste Grüsse

Wolfgang F.

Madagaskar-Reisebericht eines Arztes

Madagaskar-Reisebericht von Dr. Johannes Wantzen

Ein spannender Madagaskar-Reisebericht über ein Madagaskar, das ein Tourist niemals so sehen wird.  Dr. Johannes Wantzen, der mit seiner Familie drei Jahre lang auf Madagaskar lebte und arbeitete, führt in einer SWR-Dokumentation über die Insel Madagaskar. Dieses immer mit Fokus auf das Gesundheitswesen und die ärztliche VersorgungWeiterlesen

Reisebericht – Kapuziner-Bruder zu Besuch in Madagaskar

Kapuziner-Bruder Christoph erzählt vom religiösen Madagaskar

Einen interessanten sowie ausführlichen Madagaskar-Reisebericht vom Dezember 2015 hat Kapuziner-Bruder Christoph des Kapuziner-Missionssekretariat der Provinz Österreich-Südtirol verfasst.
Er beschreibt darin seine Eindrücke von seinem Besuch auf der Insel Nosy Be sowie in dem kleinen Ort Befandriana im Nordwesten Madagaskars. Er schildert seine Treffen mit der Kirchengemeinde und einem Patenschaftsprojekt des Ordens. Zusätzlich berichtet er von seinen Ausflügen, die er während seines Besuchs unternommen hat. Der Bericht gibt Einblicke in das religiöse Leben auf Madagaskar und auch in den Alltag vieler Madagassen.Kapuziner-Bruder Reisebericht Madagaskar

 

 

Den vollständigen Madagaskar-Bericht von Bruder Christoph können Sie hier lesen. 

 

 

 

Beobachtungen in Madagaskar

Eindrückliche Beobachtungen und Erlebnisse

Die Berlinerin Jara verbringt im ersten Halbjahr 2014 ein paar Monate in Madagaskar und schildert ihre Beobachtungen. Einerseits entdeckt sie die grosse Insel individuell und mit dem ortsüblichen Taxi-Brousse (Buschtaxi). Andererseits arbeitet sie mit bei unserer über 20 Jahren ortsansässigen Reiseorganisation PRIORI in Antananarivo. Beides sind und bleiben nachhaltige Erlebnisse für die Absolventin des nachhaltigen Tourismusmanagement.

Im Rahmen des Einsatzes für PRIORI entdeckt sie kulturelle Nuancen. Sie verbessert ihre Französischkenntnisse und lernt, madagassische Interpretationen der Realität zu verstehen. Zudem erlebt sie auf einer Reise durch den Norden der grossen Insel – die 1,5 mal so gross ist wie Deutschland – wie vielfältig dieser Inselkontinent im Indischen Ozean ist.

Die Tourismusfachfrau begleitet ebenso ein PRIORI-Pionier-Projekt von ruralem Tourismus im Zentrum von Madagaskar. Dieses möchte im Sinn von Fair-Trade und Nachhaltigkeit eine lokale Initiative stärken. Sie erlebt, dass holde Ideen schwieriger sind umzusetzen, als theoretisch erhofft.

Ein paar ihrer Erlebnisse und Fotos hat Jara auf ihren nuancenreichen, persönlichen Blog gepackt: https://schoenschreiber.wordpress.com/

Reisebericht: Beobachtungen von Jara Schreiber Madagaskarhaus

 

 

 

Schlangenbeschwörer in Madagaskar

Und nun sind sie auch in der Hauptstadt Madagaskars aktiv: Schlangenbeschwörer.

Schlangenbeschwörer in Antananarivo, Madagaskar.Zur Unterhaltung der Massen agieren sie mit den Tieren und geben vor, kleine Kunststücke mit ihnen zu vollbringen. Die Dompteure unterstreichen den Nervenkitzel mit dramatischen Worten und suchen damit, das Publikum zum Stehen zu bringen. Es braucht in Madagaskar nicht viel dazu. Die Leute lassen sich gern von besonderen und aussergewöhnlichen Aktionen verführen. Der Schlangenbeschwörer baut darauf. Sein Gehilfe versucht derweil, von den Passanten Geld einzusammeln. Dies geschieht gleich vor dem neuerbauten Rathaus in Antananarivo und dies ist ebenfalls eine berüchtigte Zone der Taschendiebe. Wen kümmerts? Die Leute lassen sich vom Nervenkitzel bannen und nur wenige mögen wissen, dass es in Madagaskar keine für den Menschen giftige Schlangen gibt. Die vom Dompteur benutzte Boa ist ein friedliches, etwas über einen Meter langes Reptil, das am liebsten schläft. So grenzt die Vorführung an Tierquälerei. Aber niemand regt sich auf: in Madagaskar, einem der letzten Tierparadiese der Welt, ist man im konkreten Leben nicht sonderlich tierfreundlich.

Antananarivo, 1. Sept 2013 (www.priori.ch)