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Ostern 2021 in Madagaskar

Corona-Ostern 2021 in Madagaskar

Wie hat unser PRIORI-Team in Antananarivo seine Ostertage verbracht?  Die PRIORI-Büros waren während den Ostertagen geschlossen und auch unser Piratenmuseum hatte zu.

Hier berichten die PRIORI-Mitarbeiterinnen und der Mitarbeiter über ihre Osterzeit während Covid-19.

Ostern 2021 in Antananarivo Madagaskar

Bettina

Bettina
An Ostern in die Kirche und dann einen kleinen Ausflug vor die Stadt. Es tut gut, sich etwas aus der Millionenstadt Antananarivo hinaus zu bewegen. Aber meine Familie in Tamatave konnte ich leider nicht besuchen. mehr


Bodo PRIORI Antananarivo

Bodo (3. von rechts)

Bodo
Ich bin ein Familienmensch und verbrachte die Osterzeit bei meiner Familie. Wir konnten jedoch unser Heimatdorf nicht besuchen, obwohl es nur 80 km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt ist. Ostern lag auch für mich im Schatten von Corona. mehr


Fanasina Antananarivo PRIORI

Fanasina

Fanasina
Es ist Tradition, am Ostermontag hinaus vor die Stadt zu gehen und ein Picknick zu machen. In kleinem Rahmen taten wir dies. Doch Covid schränkte uns ein. Immer noch und wie lange noch? mehr


Dina Antananarivo Madagaskar

Dina

Dina
Ostern heisst Familie. Wir trafen uns in kleinem Kreis und spielten Karten. Natürlich gab es ein besonderes Essen. Und ich hatte etwas mehr Zeit. Einfach Zeit. Denn in Antananarivo zu leben, bedeutet auch viel Stress und braucht Energie. mehr


Lucie PRIORI Madagascar

Lucie

Lucie
Meine Kinder lieben Ravitoto und so besorgte ich mir die grünen Maniokblätter auf dem Markt und noch zwei, drei feine Sachen mit dazu. So verbrachte ich ganz ruhige Ostern mit meinen erwachsenen Kindern. mehr


Michael Madagaskar PRIORI

Michael

Michaël
Wir sind uns bewusst, dass wir in diesen Zeiten der Seuche vorsichtig sein müssen und so war Ostern nicht wie in früheren Jahren. Das hat aber unsere beiden Kinder nicht gestört. Wir hatten eine gute Zeit. mehr


2021 Wanderungen in Antananarivo Madagaskar

2021 Wanderungen in Antananarivo

Corona verunsichert die Leute auch in Madagaskar. Der Ferntourismus brach 2020 komplett ein. Reguläre Flüge von und nach Madagaskar gibt es bis zur Stunde (Beginn März 2021) nicht. Trotzdem geben die lokalen Tourismusakteure nicht auf.

Das regionale Tourismusbüro ORTANA, das für die Hauptstadt und Umgebung zuständig ist, also für die Region Analamanga, gilt als das aktivste Tourismusbüro in Madagaskar. Die regionalen Tourismusbüros der 22 Regionen (politische Einheiten, die die früheren sechs Provinzen ablösten) sind als Zusammenschluss des staatlichen und privaten Sektors gedacht. Nicht in allen Regionen klappt das zufriedenstellend.

ORTANA hingegen bemüht sich sehr, Analamanga bekannt zu machen. Diese Zone – fast ein Drittel der Landesfläche der Schweiz – beinhaltet die Hauptstadt Madagaskars: Antananarivo. Der Ort war vor zweihundert Jahren ein grosses Dorf, heute leben in der Agglomeration geschätzte fünf Millionen Menschen.

ORTANA organisiert seit Jahren Ausflüge in die nähere Umgebung, um auch den Ortsansässigen die Möglichkeit zu geben, ihre Heimat zu erkunden. Das Angebot wird jeweils von dreissig bis sechzig Leuten wahrgenommen. ORTANA stellt dabei den Transport und die Verpflegung und strukturiert den Tagesablauf. Die Preise sind moderat. Die Ausflüge finden jeweils samstags und alle zwei Wochen statt. Jede Wanderung hat ein Schwerpunktthema. So wird beispielsweise das Handwerk der Seidenraupenverarbeitung beleuchtet oder ein geschichtsträchtiger Ort besucht.

Für viele Madagassen der Mittelklasse ist dies eine Möglichkeit, etwas Landluft zu schnuppern, in Gesellschaft zu wandern und Neues kennenzulernen. Für 2021 sind folgende Wanderungen vorgesehen:

2021 Wanderungen in Antananarivo
Ambatornena «La contrée du Vakinirnananara»
Kilonjy – Miadanimerina «La filiature à soie»
Ambohitrolornahitsy «La beauté de l’Avaradrano»
Ambohitrandriamanitra «L’Amoronkay»
Ankadinandriana -Arnbatomanga – Ankadimanga «Cap vers l’Est»
Ambohitantely «La Réserve Spéciale d’Analamanga»
Ambatomanga (circuit balisé) «Vakiniadiana et ses artisans»
Ambohidrabiby – Arnbohimanga «Au coeur de l’Avaradrano»
lharanandriana «Le casque de Behenjy»
Arnbohibehasina «Le village et ses vestiges»
Ambohiborona «Vue sur la Vakiniadiana»
Manankasina «La région d’Imamo»
Andringitra Avaratra «Le deuxième sommet d’Analamanga»
Lohalambo «Découvrir l’Atsimondrano»
D’Andranovaky à Ampanotokana «Entre collines et vallées»
Ampefy «Ampefy et ses lacs»
Ambohijoky Ambatornalaza «Colline sacrée de l’ainée»
Ambatoharanana «L’héritage des missionnaires»

RN2 Antananarivo-Tamatave

RN2 Antananarivo-Tamatave

Die Hauptstadt Antananarivo ist mit der Hafenstadt Tamatave durch die RN2 verbunden: die Route Nationale numéro 2. Jetzt zu Zeiten von Corona geht es ruhig zu.

Untenstehende Fotos sind am 22. Januar 2021 aufgenommen und geben einen Eindruck der Landschaft und des Verkehrsaufkommens. Corona / Covid-19 hat das tägliche Leben auch in Madagaskar verlangsamt. Obwohl derzeit keine Reiserestriktionen oder Ausgehverbote herrschen, sind kaum Leute unterwegs.

Der Verkehr auf der RN2 ist normalerweise sehr dicht. Es ist die am meisten befahrene Fernstrasse Madagaskars. Denn der am Indischen Ozean gelegene Hafen Tamatave (Toamasina) ist der weitaus wichtigste der Insel Madagaskar. Die RN2 führt vom Hafen bergan auf das Hochland nach Antananarivo und als RN7 weiter nach Antsirabe. Diese Industriestadt ist auf den Import- und Exporthafen von Tamatave angewiesen. Daher ist das Verkehrsaufkommen zwischen Tamatave-Antananarivo-Antsirabe das deutlich höchste in ganz Madagaskar.

Normalerweise reiht sich entlang der RN2 Lastwagen an Lastwagen. Jetzt, Ende Januar 2021, sind nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Doch wie üblich sind ein paar Fahrzeuge wegen Pannen hängen geblieben. In Madagaskar gibt es keinen ACS/TCS/ADAC, der innert kürzester Zeit zum Pannenort kommt. In Madagaskar muss sich jeder Fernfahrer selber helfen, um seinen Truck wieder flott zu kriegen. Es herrscht jedoch eine grosse Solidarität unter den Lastwagenfahrern.

Wer also in der Hauptstadt auf der RN2 unterwegs ist, kann jetzt – dank der ruhigen Verkehrslage – die Landschaft richtig geniessen. Ende Januar finden wir uns mitten in der Regenzeit, die ja gleichzeitig auch die heisse Jahreszeit ist. Somit stehen die Felder in grüner Pracht und die unzähligen Reisparzellen strahlen in dunkelgrünem Kleid. Hier und dort sind Strassenarbeiter beschäftigt, Schäden entlang der Route zu beheben. Politiker haben zwar immer wieder eine Autobahn zwischen Antananarivo und Tamatave versprochen, doch bis zur Stunde gibt es in ganz Madagaskar keinen einzigen Meter Autobahn.

Die rund 360 Kilometer Distanz zwischen Antananarivo und Tamatave benötigen im Normalfall zwischen sieben und neun Stunden Fahrzeit. Die Spannbreite hängt ab von der Verkehrsdichte, der Wetterlage und von den Unfällen. Die Strasse ist an mehreren Stellen so schmal, dass zwei Lastwagen nur mit Konzentration und Vorsicht kreuzen können. Unfälle sind häufig. Oft nicht durch Lastwagen verursacht, sondern von ungeduldigen Autofahrern, die sich mit waghalsigen Überholmanövern vordrängeln. Besonders gefährlich sind die übermotorisierten SUV der Neureichen, die ihre Allradfahrzeuge und ihre eigenen Fahrkünste gern überschätzen. Daher ist Madagaskar kein Selbstfahrerland wie es Namibia oder anderswo ist.

Die RN2 ist theoretisch durchgehend asphaltiert. Mangelnder oder unzureichender Strassenunterhalt führt jedoch immer wieder zu tischgrossen Schlaglöchern, zu Ausschwemmungen und zu weichen Strassenrändern. Daher ist es sehr gefährlich, die RN2 (wie auch alle anderen Routen in Madagaskar) nachts zu befahren. Abgesehen davon funktionieren die Lichter nicht bei allen Fahrzeugen – obwohl es, theoretisch, eine verpflichtende Motorfahrzeugkontrolle und regelmässige Untersuchungen gibt.

Entlang der RN2 finden sich zahlreiche Dörfer und Siedlungen. Zwei grössere Orte sind zu erwähnen: die Kleinstädte Moramanga und Brickaville. Von Antananarivo nach Moramanga sind es etwas mehr als 100 km, von Moramanga nach Brickaville knapp 150 km und von Brickaville nach Tamatave gut 100 km.

Die quirlige Kleinstadt Moramanga liegt am Eingang zum Seitental, das zum Lac Aloatra führt. Die Zone um den See Aloatra ist eine der Reiskammern Madagaskars und Abbaugebiet von Bergbauprodukten. Daher führt auch eine Seitenlinie der Eisenbahn dorthin. Moramanga entstand als Etappenpunkt beim Eisenbahnbau vor gut 100 Jahren und hat sich als Handels- und Nachschubstandort für die hügelige Umgebung etabliert. Moramanga liegt auf knapp 1000 m ü. M, Antananarivo auf 1250 m ü. M.
Brickaville am Rianila Fluss war Nachschubort für den Eisenbahnbau und dann auch Brückenkopf für die Eisenbahn und Strassenbrücke über den Rianila Fluss. Dank seinem Standort als Nadelör wuchs der Ort heran. Doch es ist nicht zu übersehen, dass Brickaville stagniert. Die nur rund 100 km entfernte Stadt Tamatave strahlt bis hierhin und zieht dank ihrer Schulen, Universitäten und Handelsmöglichkeiten die Lokalbevölkerung mehr an als Brickaville. Im Rahmen der Malgachisierung der 1970er Jahren, initiiert durch den damaligen Diktator Ratsiraka, wurde aus Brickaville Ampasimanolotra. Doch der neue Name hat sich nicht durchgesetzt. Der Ortsname Brickaville geht auf den französischen Eisenbahningenieur Charles Bricka zurück.

kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo

Kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo

Ich heisse Tiaray. Heute freue ich mich sehr, Ihnen über das spezielle Thema „Street food in Antananarivo“ zu berichten. Antananarivo ist die Hauptstadt von Madagaskar.

Madagaskar, die Perle im Indischen Ozean, liegt östlich des afrikanischen Kontinents und ist durch den Kanal von Mozambik getrennt. Der Indische Ozean begrenzt die Ostküste.

Vom Norden bis zur Südspitze erstreckt sich die Insel über eine Länge von rund 1.590 km und vom Osten bis zur Westküste über eine Breite von 590 km, mit einer Gesamtfläche von 592.000 km2. Die Bevölkerung wird derzeit auf rund 28 Millionen geschätzt.

Antananarivo ist die Hauptstadt der grossen Insel. Der Name bedeutet wörtlich „die Stadt der tausend Soldaten“. In Antananarivo gibt es aber auch tausende von Essenstände, Gargottes, Restaurants und ebenso zahlreiche „Fast-Food““ oder Schnellgaststätten. Über die verschiedenen Facetten der sogenannten „Street Food“ bzw. „Schnellimbisse“ werde ich Ihnen heute gern berichten.

Den Alltagstrott der Madagassen sowie die verschiedenen madagassischen Spezialitäten werden Sie heute hautnah kennenlernen und dabei werden Sie herausfinden, was die Bevölkerung gern isst.

Ich werde Sie in drei verschiedene und viel besuchte Viertel im Stadtzentrum führen. Also in den Geschäftsbereich in der Nähe des Sees Anosy, in den Stadtbezirk von 67 ha, wo wir überall die 18 verschiedenen ethnischen Volksgruppen der Insel treffen und schliesslich gehen wir auf den berühmten und grossen Markplatz Analakely im Herzen der Stadt.

Kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo
Wir sind im Stadtviertel Anosy und zwar auf dem berühmten Soamanatombo-Markt eingetroffen. Für ein ausgedehntes Frühstück hat der Madagasse kaum Zeit, eine Schüssel Reis zu essen. Die Frühaufsteher freuen sich schon um 5 Uhr morgens oder um 4 Uhr morgens sogar schon um 3 Uhr auf ihre erste Tasse Tee oder Kaffee, dabei essen sie gern leicht gesüsste Reisfladen (oder Mofogasy) oder gesalzene Reisfladen „Ramanonaka“ oder das berühmte „Menakely“. Diese Frühstücksessen sind mit Reismehl gebacken und fritiert.

Ja, Sie sehen, der unentbehrliche Reis ist immer da, wir Insulaner können nicht darauf verzichten…

Und wenn der Madagasse Zeit hat, isst er noch gern dazu ein oder zwei Tassen Reisbrühe mit Spinat oder „Vary Amin’anana“ – dazu ein oder zwei Zentimeter geräuchertes Zebufleisch „Kitoza“ oder Wurst. Letztendlich trinken die Leute dazu immer eine Tasse Tee oder Kaffee (mit oder ohne Milch).

Einige Madagassen bevorzugen früh am Morgen die warmen „Soupe jarret“ (Suppe gekocht mit Zebufüssen), die Gemüsesuppe oder die hausgemachte Nudelsuppe (Soupe Chinoise à la Malagasy). Die leckeren Suppen werden einfach auf madagassisch mit „Lasopy“ übersetzt.

Gegen 10 Uhr knabbern die Leute vor dem Mittagessen die üblichen „croquettes de caca- pigeon“, oder Fleisch am Spiess bzw. Brochettes (oder „Masikita“) oder sogar Komposé. Komposé ist eine lokale Vorspeise bzw. ein Gemüsegericht aus gekochten Karotten, Kartoffeln und roter Rübe (Rande / rote Bete), alles mit Mayonnaise gemischt.

Die Madagassen gehören zu den grossen Reisessern auf der ganzen Welt. Dreimal am Tag essen sie Reis und zwar soviel wie möglich. Zum Mittagessen nehmen sie trockenen Reis, das Gegenteil von der weich gekochten Reisbrühe beim Frühstück. Erinnern Sie sich noch an den „Vary Amin’anana“ früh am Morgen?

Es ist gerade halb eins, Zeit für das Mittagessen. Seit 10 Uhr vormittags haben die Köche und Köchinnen an ihren Essensständen alles vorbereitet und warten jetzt sehnsüchtig auf die ersten Kunden.

Kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo
Wir sind wieder im Stadtviertel von Anosy, immer noch auf dem Soamanatombo-Marktplatz. Hier finden Feinschmecker eine reichliche Auswahl an verschiedenen leckeren Gerichten. Wir Madagassen essen gerne Reis mit vielen verschiedenen Beilagen. Im Allgemeinen bestehen diese Beilagen aus Schweinefleisch, aus Zebufleisch oder Fischgerichten und diese werden mit verschiedenen getrockneten Bohnen wie weisse Bohnen, Kaperbsen, Bambara-Erbsen (oder „Voanjobory“ auf madagassisch) oder madagassischen Linsen (Voanemba, Tsiasisa) zusammengekocht. Das Fleisch wird auch mit Gemüsen wie grüner Kohl, Karotten, Choucroute oder Cristophine oder ganz einfach mit den heimischen Spinaten wie „Anamalaho“ und „Anamadinika“ serviert. Diese wachsen wild auf den Gemüsefeldern, schmecken aber wirklich hervorragend: matsiro sagen die Madagassen!

Die Kosten der speziellen Gerichte in diesen Schnellimbissen variieren zwischen 2.000 und 3.000 Ariary bzw. kosten weniger als einen Euro. Die Landeswährung heisst Ariary und der offizielle Kurs für einen Euro liegt zur Zeit bei rund 4600 Ariary.

Wir Madagassen wünschen uns gegenseitig beim Essen mazotoa (ausgesprochen heisst es „maztou“), dies bedeutet auf deutsch guten Appetit!

Für das Dessert essen wir gern Bananen, die leckere Frucht finden wir das ganze Jahr über auf dem Markt. Aus den verschiedenen saisonalen Früchten werden ausgezeichnete Obstsalate zusammengemischt. Diese leckeren „Salade de fruits“ bestehen mindestens aus drei verschiedenen Obstsorten, wie Banane gemischt mit Wassermelone und mit Papaya oder Mango. Sie entscheiden, welche von diesen Mischungen Ihnen am besten schmeckt!

Hauptsache, diese Früchte werden sorgfältig zubereitet. So können Sie diese sorgenlos geniessen. Diese Früchte werden den Gästen immer frisch und schnell serviert!

Nach dem Feierabend und beim „Afterwork“ treffen sich viele in Restaurants zu „Grillades“ und „Brochettes“. Sie sollten im Viertel von 67 ha den berühmten und beliebten Treffpunkt „Super Milomboko“ nicht verpassen. Auch „bei Abdoul“ müssen Sie das spezielle „Pakopako“ unbedingt probieren. Es geht hier um einen dicken und geschmackvollen Pfannkuchen. Das Rezept dazu stammt von der Nordküste der Insel, ist aber sehr beliebt bei allen Madagassen, auch hier in der Hauptstadt. Diese „Pakopako“ werden immer mit den dünn geschnittenen und sauren Gurkenscheiben und den leckeren Moussakiki (Zebu-Fleischspiess) warm serviert.

Diese verschiedenen Gerichte werden regelmässig mit Bier serviert. Beliebt und international renommiert ist das madagassische Bier namens THB (oder Three Horses Bier). Es findet sich buchstäblich in der Ecke und jedem Winkel der grossen Insel.

Die Leute trinken auch gern neben den üblichen süssen Getränken wie Fanta, Soda oder Coca Cola den frischen Saft „Vesou“. Dieser Zuckerrohrsaft ist gemischt mit frisch gepressten Zitronen oder mit Ingwer. Diese spezielle Mischung gibt Energie und ist ein Genuss für die Gaumen! Diese erquickenden Getränke finden Sie im Stadtzentrum Analakely und sind wirklich empfehlenswert!

Es lohnt sich, diese vielen schmackhaften und einmaligen Rezepte aus der ganzen Insel zu probieren, wenn Sie hier in der Hauptstadt vorbeikommen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse. Ich hoffe sehr, diese Entdeckungsreise zwischen Zunge und Gaumen hat Ihnen gut gefallen.

Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Jahr 2021. Vielen Dank und hoffentlich bis bald auf der Insel ! Tiaray

Tiaray ist Lehrerin und arbeitet punktuell als Reiseleiterin für PRIORI

Einkauf von Lebensmitteln

Einkauf von Lebensmitteln

Der Grossteil der Madagassen lebt von Tag zu Tag. Man strengt sich an, etwas zu verdienen, damit man etwas kaufen kann und jeden Abend etwas zu Essen mit nach Hause bringt.

Wir haben in Madagaskar drei Jahreszeiten: Trocken-, Regen- und Winterzeit.

Während und kurz nach der Regenzeit ist es die richtige Zeit, um Reis, Gemüse, etc. zu pflanzen, damit man dann in der Winterzeit ernten kann. So nennt man die Erntezeit „Fararano“ oder «Ende des Wassers». Das heisst, im Winter hat man genug zu essen. Die Trockenzeit nennt man „Maintany“. Ein Teil der Bauern versucht, auch die Zwischensaison zum Anbau von Gemüse oder Reis zu nutzen. Daraus ergibt sich jedoch eine sehr geringe Ernte, die nicht ausreichend ist, um durch die Regenzeit zu kommen. Die Regenzeit, genannt „Maitsoahitra» oder „grünes Gras“ ist die schwierigste Zeit in Madagaskar. Die Landschaft ist zwar sehr schön, aber das kann man leider nicht essen und es gibt immer Regen und auch Überflutungen, so dass zum Teil die Anpflanzungen geschädigt oder gar zerstört werden.

Das Leben der Madagassen ist also von diesem Zyklus bestimmt.
Der grösste Anteil des Reises in Madagaskar stammt aus dem Speicherort Ambatondrazaka, im Nordosten Madagaskars oder aus dem Norden von Antananarivo. Das Gemüse und die Früchte stammen aus der Umgebung von Antsirabe sowie aus dem Süden von Antananarivo und aus dem Westen der Hauptstadt, in Richtung Arivonimamo und Ampefy.

In Antananarivo produziert man auch etwas auf den sogenannten «Betsimitatatra» (breit aber ohne Entwässerung) und der weiteren Umgebung, aber es reicht nicht für die Versorgung der Stadtbewohner.

Die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte hängen von deren Herkunft und von den Jahreszeiten ab.

In Antananarivo haben die Leute unterschiedliche Lebensstandards. Die Möglichkeit, wo man einkaufen kann, hängt also davon ab, wie die Leute leben und was sie haben.

So kann man wohl drei Kategorien unterscheiden:

Zum einen gibt es die armen Leute. Die meisten von ihnen schauen am Morgen, was sie am Tag essen könnten. Sie machen also jeden Tag einen Einkauf und planen schon dabei, was sie verdienen müssen, um den nächsten Einkauf zahlen zu können. Sie kaufen also bei einer Epicerie ein und machen eine Art mündlichen Vertrag, in dem die Käufer versprechen, ihren Kredit zu bezahlen. Anschliessend wird in einem Notizbuch vermerkt, was sie kaufen und wie viel sie bezahlen müssen.

Falls ein Käufer nicht genug Geld hat, um seine Schulden zu bezahlen, wird er bestraft. Als Strafe bekommt er für den nächsten Tag keinen Kredit mehr von dem Verkäufer. Das ist schon eine bittere Erfahrung für ihn.

Die Selbständigen gehören auch dazu. Wenn man zum Beispiel Tischler, Metallarbeiter (die Fenster oder Verandas bauen) oder ähnliches ist, ist der Verdienst nicht stabil. Manchmal verdient man viel, manchmal gibt es keine Arbeit, besonders während der Regenzeit (zwischen November und April). Ihr Einkauf gestaltet sich also je nach Möglichkeit durch das Einkommen.

Zum Zweiten wären da die «normalen» Leute, die ein «normales Leben» haben – wohl so etwas wie der «Mittelstand». Das heisst, diese Leute verdienen etwas Geld wöchentlich, halbmonatlich oder monatlich. Sie machen Grosseinkauf auf dem Markt, immer dann, wenn sie ihr Gehalt, jeden Monat oder jede Woche, bekommen. Während dieser Zeit kümmert man sich zuerst um das Wichtigste: Man kauft einen Sack Reis von 25 kg oder 50 kg, der zwischen 60 000 und 120 000 Ariary kostet (ca. 13-26 EURO). Dann ist Schulgeld für die Kinder zu entrichten (mindestens 45 000 Ariary pro Monat/pro Kind = ca. 10 EURO), ebenso Miete (mindestens 100 000 Ariary (ca. 21 EURO) für ein einfaches Zimmer mit einer kleinen Küche und einer Gemeinschaftstoilette) und alle Lebensmittel und Pflegemittel, die man aufbewahren kann, wie Getreide, Öl, Salz, Seife, etc. Der Rest des Geldes, falls es noch einen gibt, ist für Kleider und zum Beispiel für die Gebühr für die Fahrt mit dem Taxi Brousse. Für alle Ausgaben, die darüber hinaus gehen, muss man zu Anfang des Schuljahres und der Regenzeit noch Gelder bei Verwandten oder der Kreditbank leihen.

In den hier beschriebenen Haushalten machen die Familienmitglieder ihren Einkauf selbst, entweder Vater oder Mutter.

Und schliesslich gibt es die reichen Leute, die entweder ihre eigene Firma haben, Politiker in der Regierung sind, Ranglistenoffiziere beim Militär oder ganz einfach Business-Leute. Sie kaufen ein, wenn sie Lust dazu haben. Den dringenden Einkauf macht die «Dame des Hauses» und eine Haushälterin macht den Rest.

Die Madagassen sagen immer: „Ny kibo tsy mba lamosina, ny tsinay tsy mba vatsy“, was auf Deutsch so viel bedeutet, wie «Der Bauch ist kein Rücken, der Magen ist kein Ort zum Speichern“.

Man sieht, beim Einkaufen hat jede Familie ihre eigene, kleine Politik, mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld umzugehen.

Oktober 2020, geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

RN4 Madagaskar:
Die Brücken des Betsiboka und Kamoro
Brückenbau in Madagaskar

Die RN4 verläuft von der Hauptstadt Antananarivo nach Norden und führt nach Maevatanana. Das kleine Landstädtchen liegt an der Grenze vom Hochland hin zur Küstenebene. Maevatanana ist auch die Hauptstadt der Region Betsiboka, benannt nach dem Fluss, der das Territorium in Süd-Nord-Richtung durchfliesst.

Die Kleinstadt Maevatanana liegt auf nur 70 m ü. M. am Fluss Ikopa, der die Wasser aus der Hauptstadt heranführt. 40 km nördlich von Maevatanana fliesst der Ikopa in den Betsiboka ein, der sich seinerseits das grosse Binnendelta von Mahajunga ergiesst.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücke über den Betsiboka

Madagaskar, die Brücke über den Betsoboka

20 km östlich von Maevatanana führt bei PK 336+700 eine geradlinige Stahlbrücke über den stürmischen Fluss Betsiboka.

An dieser Stelle wurde bereits 1934 eine erste Hängebrücke mit einer Spannweite von 130 m vom französischen Unternehmen Leinekugel Le Coq erstellt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Hängebrücke 1942 durch die sich rückziehenden Vichy-Truppen beschädigt. Der Mittelteil der Brücke lag zwar im Wasser, doch die anrückenden britisch-südafrikanischen Truppen konnten die eingefallene Fahrbahn trotzdem nutzen.

Am 11. September 1942 überquerte ein alliierter Stosstrupp die Brücke – trotz Beschuss der französischen Vichy-Armee. Die vom Krieg schwer beschädigte Eisenbrücke wurde abgerissen und an fast gleicher Stelle eine einfache Metallbrücke im Stil von Bailey mit gitterartigen Metallverstrebungen erstellt. Die einspurige Brücke mit 280 m Länge ist jetzt noch in Gebrauch. 2015 wurde sie renoviert.

Mit dieser Brücke führt die RN4 über ein dramatisches Szenario zwischen Wasserfall und Stromschnellen, die stufenweise hinunter in eine Schlucht führen. Während der Regenzeit drücken sich die gewaltigen Wassermengen schäumend zwischen die Felsen. Ein eindrückliches Erlebnis.

Am Ende der Trockenzeit wirken die Massen etwas weniger aufregend. Immer jedoch sind sie rotgefärbt mit Erosionserde.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücke über den Kamoro

Die charakteristische Hängebrücke über den Kamoro schaffte es im September 2017 auf eine neue Serie madagassischer Banknoten, es war der 1000 Ariary Geldschein.

Bei PK 406 führt die imposante Hängebrücke auf 206,5 Metern über den Fluss Kamoro. Die Hängebrücke wurde vom Unternehmen Gaston Leinekugel Le Cocq erbaut. (Das Unternehmen baute zwischen 1931 und 1934 drei eiserne Hängebrücken in Madagaskar: Mananjary, Betsiboka und Kamoro.)

Die Brücken über den Kamoro Fluss in Madagaskar

Die Hängebrücke über den Kamoro hat eine Spannweite von 206,5 Metern. Die 12 Befestigungsseile verlaufen über die beiden metallenen H-Pylone 22,7 m über der Fahrbahn. Die Fahrbahnträger hängen an den Trageseilen. Die zweihüftige Brücke ist vernietet.

Die elegante Brücke beinhaltet 876 Tonnen Metall. Während der eine Pylon auf einem landseitigen Sockel steht, ruht der andere auf einer Stützmauer. Von dort führt eine Zufahrtsbrücke von 56 Metern bis zum Land. Die Fahrbahn von vier Metern Breite erlaubt auf der Totallänge von 262,5 m keinen Kreuzungsverkehr.

Die ehrwürdige Brücke geriet allmählich ins Alter. Sie bildete zunehmend einen einspurigen Flaschenhals zwischen der Hauptstadt und dem Norden, durch den sich täglich rund 1000 Fahrzeuge drücken. Es gab keine Alternative zu dieser Brücke: sie war die einzige über den 145 km langen Kamoro Fluss.

2017 wurde sie vom Unternehmen Eiffage TP ausgebessert, finanziert von der Weltbank.

Die Société Eiffage ist ein 1993 durch Fusion entstandenes Baukonglomerat, zu dessen Ursprung nebst vielen anderen Bauunternehmen auch das Unternehmen von Gustave Eiffel (Eiffelturm in Paris) gehört.

Die Brücke ist ein Zeugnis industrieller Kultur und erhaltenswert. Fälschlicherweise wird sie als Eiffelbrücke bezeichnet.

Die Brücken des Betsiboka und Kamoro

Die Brücken über den Kamoro Fluss in Madagaskar

Eiffage TP erhielt auch den Auftrag für den Neubau einer 265,5 Meter langen Brücke gleich nebenan, ebenfalls finanziert durch die Weltbank. Die Arbeiten dauerten zwei Jahre und erfolgten ohne Arbeitsunfall.

Die neue Hängebrücke steht 14 Meter flussabwärts. Ihre 36 Meter über die Fahrbahn hinausragenden Betonpfeiler (Pylone) scheinen leichter und fragiler zu sein als die behäbigen Eisenpfeiler nebenan. Die zweispurige Fahrbahn von 7 Metern Breite liegt 206 Meter zwischen den Pfeilern auf einem verschraubten Eisenbett. 80 Kilometer Stahlkabel wurden benötigt und 4600 m3 Beton verbaut.

Am 17. Juli 2017 wurde die neue Brücke eingeweiht. Der damalige Staatspräsident sagte: ‘Die beiden Bauwerke symbolisieren die Vergangenheit und die Zukunft. Wir dürfen nicht ignorieren, was früher gemacht wurde zur Entwicklung unseres Landes’.

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Juni 2020 in Antananarivo

Antananarivo Madagaskar Juni 2020. Avenue de l'Indépendance

Antananarivo Madagaskar Juni 2020. Avenue de l’Indépendance

Covid-19 in Madagaskar

15. Juni 2020 Antananarivo : Die Situation heute
PRIORI-Mitarbeiter berichten aus der Hauptstadt Antananarivo

Juni 2020 in Antananarivo
(15. Juni 2020) In Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars, verläuft die Avenue de l’indépendance rund 800 m vom Bahnhof bis zur Strasse Rabefiraisana vor dem Restaurant Gastro Pizza. Sie bildet das Zentrum der Millionenstadt, die sich weit hinaus in die Landschaft frisst.

Die Avenue der Unabhängigkeit liegt im Stadtzentrum von Analakely, das bedeutet kleiner Wald. Früher gab es an diesem Ort Sümpfe und einen kleinen Wald, danach wurde das Gebiet gerodet. Dort, wo seit Urzeiten frisches Quellwasser sprudelte, wurde der Bahnhof von Antananarivo gebaut. Auch heute noch wird er Bahnhof Soarano genannt: Bahnhof des Quellwassers.

Diese Strasse ist ja eigentlich die Bahnhofstrasse. Doch in Madagaskar wurde sie nie so genannt. Erst war sie als Avenue Fallières“ bekannt. Zu dieser Zeit führte sie vom Bahnhof entlang von Wald bis zum Fuss eines Hügels. 1935 begann der Bau der Arkaden, also einer Fussgängerzone entlang von Geschäften mit Schaufenstern und überdacht mit Rundbögen. Das war für damalige Zeiten eine topmoderne Architektur – und ist es geblieben. Die Bahnhofstrasse wurde nach 1945 zur Avenue de la Liberation umgetauft und erst ab dem 26. Juni 1960 bekam die breite Strasse den Namen Avenue de l’Indépendance.

Juni 2020 in Antananarivo
Jahrzehntelang fand hier in Analakely jeden Freitag der Wochenmarkt statt. Das war, so sagte man, der grösste offene Markt der Welt. Der Markt war als Zoma bekannt. Zoma bedeutet Freitag. Jeden Freitag also kamen Tausende und Zehntausende von Menschen hier zum Markt, als Verkäufer und als Käufer. Die ganze Innenstadt war ganztags vollgestopft, mit Waren, mit Menschen und mit weissen Sonnenschirmen. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Freitagsmarkt dann abgeschafft und in mehrere kleinere Marktareale aufgeteilt.

Die Avenue de l’indépendance und das Rathaus waren immer auch Orte von Veranstaltungen und Demonstrationen. Besonders in den unruhigen Jahren zwischen 1972 und 1975 und dann wieder ab 1991 wurden politische Auseinandersetzungen erstaunlich friedlich und manchmal auch handgreiflich auf der Strasse ausgetragen. So überlebte das Rathaus nicht: es wurde abgebrannt.

Der Juni ist in Madagaskar der Monat für die Kinder. Man organisiert viele Versammlungen, Veranstaltungen und spricht immer über Kinderrechte. Aber in diesem Jahr 2020 sieht aufgrund des Corona Virus alles anders aus. So feiern wir dieses Jahr den Kindermonat Juni leider nicht. Normalerweise im Juni gehört die Avenue den Kindern, dort gibt es jeweils Spielsachen wie Karussell, kleine elektrische Autos, Pferde reiten, Verkäufer von allerlei Süssigkeiten, einem Platz für Souvenirfotos und Musik den ganzen Monat. Aber jetzt ist die Avenue einfach ruhig. Die Arkaden mit ihren Banken, ihren unterschiedlichen Büros, ihren Restaurants und Geschäften sind noch da und offen. Sie warten auf Besucher.

Juni 2020 in Antananarivo
In der Mitte der Avenue gibt es auch drei Gartenareale mit der Palmart Bismarkia nobilis / Satrana. Dieser grüne Platz ist für Leute von ausserhalb der Stadt ein Ort, um sich zu erholen oder Mittagessen einzunehmen. Jetzt sind diese Gärten geschlossen.

Im Monat Juni hissen fast alle Madagassen die nationale Flagge in den Farben rot, weiss und grün, und alle Strassen und Arkaden werden mit dieser Nationalfahne dekoriert. Der Nationalfeiertag findet jedes Jahr am 26. Juni statt, den an diesem 26. Juni 1960 erlangte Madagaskar die Unabhängigkeit von Frankreich. Derzeit gibt es auf der Avenue viele fliegende Händler, die Flaggen verkaufen.

Die Festlichkeiten zum Nationalfeiertag finden seit vielen Jahren auf dem Sportplatz von Mahamasina statt. Doch dort sind derzeit Bauarbeiten in Gang. Also werden die Militärs ihre Parade am 26. Juni 2020 in der Avenue machen und 3200 Personen von Armee, Gendarmerie und Polizei werden an dieser Veranstaltung teilnehmen.