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Michaël an Ostern

Michael Antananarivo PRIORI

Michael

Zu Ostern gehen wir regelmässig in die Kirche und feiern dieses religiöse Kirchenfest vom Tod und der Auferstehung von Jesus Christi mit den anderen Gläubigen. Doch jetzt während der Corona-Zeit haben wir: ich, meine Frau und unsere beiden Kindern Mickaela 3,5 Jahre und Camael 9 Monate beschlossen, den Ostersonntag am 04. April 2021 ausnahmsweise zu Hause zu verbringen.

Früh am morgen hatten wir die katholische Messe im Fernsehen angeschaut. Wir wollten die grossen Menschenansammlungen in der Kirche meiden. Gegen 10 Uhr haben wir gemeinsam das Mittagessen in der Küche vorbereitet. Die kleine Mickaela ist immer hilfsbereit, sie ist sehr neugierig und bei jeder Gelegenheit ist sie immer an meiner Seite und stellt mir viele Fragen. Ich habe dann das Huhn geschlachtet, es für paar Minuten in warmem Wasser eingelegt und dann die Federn ausgerupft, eine mühsame Arbeit!

Michael PRIORI Antananarivo

Mickaela

Das Hühnchen habe ich später in Stücke geschnitten, die erste Hälfte kommt dann in einen grossen Topf und daraus wird eine schmackhafte Hühnersuppe. Diesen Eintopf essen die Kinder sehr gern. Der zweite Teil kommt in die Pfanne und wird mit Tomaten und Zwiebelsauce gebraten. Die Hühnerbrust habe ich auch kleingeschnitten und sie wird später mit Weissmehl und Eier paniert.

Meine Frau Rosine wäscht und bereitet schon die ganzen Gemüse vor, diese werden wir später als Vorspeise mit Nudeln zubereiten. Der Monat April ist die Saison der Zitrusfrucht, den Saft mischen wir mit Ingwer und Zucker. Diesen speziellen hausgemachten Zitronensaft trinken wir sehr gern, zudem ist er auch sehr wirksam jetzt bei der Corona-Zeit.

Rosine isst auch sehr gern Früchte, so freut sie sich immer, uns jedesmal eine ihrer Obstspezialitäten zu zaubern. Heute bereitet sie für die ganze Familie einen speziellen Fruchtsalat vor: Avocado mit Goyaven und Orangen, schmeckt einfach lecker!

Das ganze Mittagessen ist endlich um halbdrei fertig, doch haben wir fast keinen Hunger mehr, denn inzwischen haben wir immer vom Huhn, von der Vorspeise oder vom Dessert probiert. Bei der ganzen Vorbereitung haben wir miteinander Spass gehabt, wir haben viel gelacht, auch zusammen gesungen. Rosine muss immer ein Auge auf Camael haben, er krabbelt jetzt überall durch die Küche und möchte alles anfassen.

Nach dem Essen haben wir alles wieder aufgeräumt, das Geschirr gespült und die Kinder haben wir auf das Bett für eine kleine Siesta gelegt. Am Ostermontagvormittag sind wir zu unserem Elternhaus gelaufen. Dort haben wir meine Brüder mit ihren Kindern getroffen und so haben wir auch einen schönen unvergesslichen Familientag verbracht.
Dies war unser Ostermontag während der Corona-Zeit.

Antananarivo, 6. April 2021. Michaël arbeitet im PRIORI-Büro in Antananarivo

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Fanasina an Ostern

Fast die Hälfte der Madagassen hier in der Hauptstadt sind Christen und Ostern gehört zu einem der wichtigsten Ereignisse für die Gläubigen. Die Osterzeit ist auch für uns eine gute Gelegenheit, uns mit der fernen Familie, Verwandten und Freunden zu treffen. Sonntags gehen dann die meisten in die Kirche und am Ostermontag fahren viele Familien raus und unternehmen einen kurzen Tagesausflug ausserhalb der Stadt.

Fanasina PRIORI Antananarivo

Fanasina 

Trotz der Pandemie von Covid-19 auf der ganzen Insel habe ich mich entschieden, mit meinem Mann einen kurzen Tagesausflug in der Umgebung von Antananarivo zu unternehmen. Der Staatspräsident hat am Samstag, dem 3. April offiziell angekündigt, dass die Stadtbewohner in Antananarivo für die nächsten zwei Wochen wegen der schnellen Verbreitung dieser gefährlichen Krankheit nicht ausserhalb der Region Analamanga reisen dürfen. Gewöhnlich unternehmen wir immer mit der ganzen Familie am Ostermontag einen kurzen Trip in der schönen gebirgigen Region von Ampefy, rund 120 km von der Hauptstadt entfernt. Dieses Jahr 2021 war dies leider nicht möglich.

Am Ostermontag sind wir um 08h00 abgefahren und sind auf der Nationalstrasse RN 2 weitergefahren. Das Dorf Ambanitsena liegt rund 22 km von der Hauptstadt entfernt und dieses Kleinstädtchen ist für seine hausgemachten Bratwürste sehr berühmt. Am Rand der Nationalstrasse reihen sich die kleinen Krämerladen mit ihren vielen Verkaufsständen mit frischem Gemüse und Früchten. Hier herrscht ein reger Autoverkehr am Wochenende und die Bauern und die Landbewohner versuchen, Ihre Lokalprodukte zu verkaufen. Jetzt im April ist die Fruchtsaison von Goyaven, Ananas und Kakis, alles sehr lecker und auch sehr vitaminreich, dies essen wir natürlich als Kraftnahrung besonders gern jetzt während der Corona-Zeit. Am Flussufer sehen wir die fröhlichen Frauen, die in dem sauberen Fluss ihre Wäsche waschen. Die Kinder plätschern und schwimmen lachend im Wasser und die Angler versuchen ihr Glück unter einem Baum. Wir sind froh, die lärmende Stadt hinter uns zu haben und geniessen die abwechslungsreiche Landschaft.

Fanasina PRIORI Madagaskar

Fanasina 

Nach 45 Minuten erreichen wir das grosse Dorf Ambanitsena. Wörtlich übersetzt bedeutet dieser Name, „der Markt unter dem Dorfplatz“. Vor Ort reihten sich die zahlreichen kleinen Garküchen mit verschiedenen Gerichten wie Reissuppe oder Gemüsesuppe. Gemischter Salat mit Makkaroni-Nudeln bezeichnet man in Madagaskar als „Composé“. Dazu gibt es natürlich die schmackhaften Bratwürste oder „Saosisy“, die Spezialität dieses Dorfes. Die Fahrgäste der Taxi Brousse und die Fahrer der LKW auf dem Weg zur Hafenstadt Tamatave legen hier immer eine kleine Zwischenpause ein und lieben diese leckere Wurst als Zwischenverpflegung. Ein Stück Bratwurst kostet 1‘000 Ariary (rund 25 Rappen) je nach Grösse und Länge. Je nach Jahreszeit gibt es auch eine grosse Auswahl verschiedener Früchte. Das ganze Jahr sind die süssen Bananen und Papaya erhältlich, Saisonfrüchte sind Litschis und Mangos (Reifezeit ist November und Dezember), die saftigen Mandarinen, Orangen und Ananas sind zwischen April und Juni reif. Diese kommen alle von den umliegenden Dörfern, sind sehr preiswert und vor allem gesund!

Wir haben viel von den Würsten und Früchten probiert und fühlen uns satt, also ist es höchste Zeit, die nächste Sehenswürdigkeit auf diese Nationalstrasse Nr 2 zu besuchen. Wir fahren also wieder Richtung Antananarivo zurück, um auf dem Rückweg noch einen kurzen Blick auf den schönen Ausflugsort Imerikasinina zu werfen. Dieses Dorf liegt etwa 12 km von der Hauptstadt entfernt. Von einem Hügel aus haben wir einen schönen Panoramablick auf die weiten Reis- und Gemüsefelder. Jetzt am Ostermontag ist die Stimmung ganz anders, viele Familien sind mit ihren Kindern trotz Covid-19 rausgefahren. Vorsichtshalber tragen die Familienangehörigen ihre Schutzmasken. Auf einem breiten Platz finden sich verschiedene Unterhaltungen für die Familie und besonders für die Kinder wie Ringelspiel, Karussell und Karting.

Fanasina Antananarivo PRIORI

Fanasina 

Auf dem Weg nach Hause haben wir noch ein Stück von dem madagassischen Kuchen „Kobaravina“ gekauft (wörtlich übersetzt bedeutet dies Kuchen, umwickelt mit Bananenblättern „Koba“). Diese Leckerei wird überall am Strassenrand rund um Antananarivo verkauft und besteht aus gekochtem Reismehl, gemahlenen Erdnüssen und Zucker. Ein Stück davon haben wir nach Hause gebracht, denn alle Familienangehörige essen diese Spezialität vom Hochland sehr gern.

Wie die vielen Länder auf der ganzen Welt leidet auch die Insel Madagaskar seit März 2020 unter den Folgen der Corona-Viren. Diese Pandemie hat unser Leben total verändert. Solange die Strassen gesperrt sind, kann ich meine Eltern und die Familie im Dorf nicht besuchen. Dieser kurze Ausflug am Ostermontag habe ich aber richtig genossen und konnte dabei wieder Energie für die ganze Woche tanken.

Antananarivo, den 06. April 2021. Fanasina arbeitet im PRIORI-Büro in Antananarivo

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Corona: was gilt jetzt in Madagaskar?

Informationen aus erster Hand –
PRIORI Reisen schätzt die allzeit gute Verbindung zur madagassischen Botschaft sehr!

Basel, 4. Dezember 2020 Gerade in so schwierigen Zeiten wie jetzt, ist es für uns noch wichtiger, aktuelle Informationen für unsere Reiseinteressierten aus erster Hand zu erhalten.

PRIORI Madagaskarhaus Basel

PRIORI Madagaskarhaus Basel

So freuten wir uns sehr über den Besuch von vier Vertretern der madagassischen Botschaft in Genf diese Woche bei uns in Basel. Beim ganz «corona-konformen» Mittagessen konnten wir wichtige Informationen zu den aktuellen Einreisemöglichkeiten und -auflagen erhalten und uns gegenseitig über die Meinungen zur Lage in der Schweiz und in Madagaskar, den Prognosen für die kommenden Monate und mögliche Reiseprogramme in Corona-Zeiten austauschen.

Es wurde klar, dass für ein Land wie Madagaskar zurzeit glücklicherweise weniger die gesundheitliche Gefahr durch Corona im Vordergrund steht, als vielmehr die gravierenden Einbrüche in der Wirtschaft durch den Wegfall der Einnahmen durch den Tourismus. Hotels stehen leer, Restaurants werden nur noch von einheimischen Gästen frequentiert, Fahrer und Guides haben keine Kunden und Nationalparks kaum Besucher. Dies alles vor dem Hintergrund fehlender staatlicher Hilfen, wie sie uns hier in der Schweiz zur Verfügung stehen.

Allerdings möchte man die isolierte Lage Madagaskars, der viertgrössten Insel der Welt, gelegen im warmen Indischen Ozean, weiterhin nutzen und die Einwohner so gut wie möglich vor Neuinfektionen durch ausländische Gäste schützen.

Aus diesem Grund besteht immer noch die Ein- und Ausreisesperre in Madagaskar, sowohl auf dem Seeweg, wie auch für den internationalen Flughafen der madagassischen Hauptstadt Antananarivo, Ivato. Hier werden seit Mitte März keine «kommerziellen» Flüge zugelassen, lediglich Repatriierungsflüge finden noch vereinzelt statt.

Anders sieht es aus auf Nosy Be. Die Insel vor der Insel, gelegen im Nordwesten Madagaskars, im Kanal von Mosambik, hat seine «Pforten» geöffnet für Besucher aus einigen Ländern Europas, so auch für Gäste aus der Schweiz.
Selbstverständlich sind auch hier entsprechende vorbereitende Massnahmen erforderlich, die man bei uns im Detail erfragen kann. Auch nach Einreise hat sich der Gast an bestimmte Regeln zu halten, die zu seiner eigenen Sicherheit und der der Gastgeber aufgestellt wurden. So ist es beispielsweise nicht gestattet, von Nosy Be auf die Hauptinsel zu reisen.

Dies sollte jedoch das Erleben und die Entspannung der Gäste nicht trüben, haben die Duftinsel Nosy Be und die sie umgebenden Inseln, wie beispielsweise die Lemureninsel Nosy Komba, doch so viel Interessantes zu bieten!

Weisse, mit Palmen bestandene Strände, klares, türkisblaues Wasser mit Korallenbänken, die zum Schnorcheln und Tauchen einladen, eine einzigartige Naturkulisse, die Kulinarik Madagaskars und die grosse Gastfreundschaft der Madagassen.

Sind Sie also reif für die Insel und möchten aus dem Winter Europas in die Wärme der Südhalbkugel entfliehen, ohne grosse Risiken einzugehen, dann starten Sie mit uns zu den Inseln der Insel, die uns so sehr am Herzen liegt!

Geschrieben von Anke Madagaskarhaus Basel, 4. Dezember 2020