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Madagaskar News

PRIORI Reisen – Madagaskar News: Nachrichten, aktuelle Meldungen und Informationen sowie brandaktuelle News aus Madagaskar sowie zum Madagaskarhaus.

Ostern 2021 in Madagaskar

Corona-Ostern 2021 in Madagaskar

Wie hat unser PRIORI-Team in Antananarivo seine Ostertage verbracht?  Die PRIORI-Büros waren während den Ostertagen geschlossen und auch unser Piratenmuseum hatte zu.

Hier berichten die PRIORI-Mitarbeiterinnen und der Mitarbeiter über ihre Osterzeit während Covid-19.

Ostern 2021 in Antananarivo Madagaskar

Bettina

Bettina
An Ostern in die Kirche und dann einen kleinen Ausflug vor die Stadt. Es tut gut, sich etwas aus der Millionenstadt Antananarivo hinaus zu bewegen. Aber meine Familie in Tamatave konnte ich leider nicht besuchen. mehr


Bodo PRIORI Antananarivo

Bodo (3. von rechts)

Bodo
Ich bin ein Familienmensch und verbrachte die Osterzeit bei meiner Familie. Wir konnten jedoch unser Heimatdorf nicht besuchen, obwohl es nur 80 km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt ist. Ostern lag auch für mich im Schatten von Corona. mehr


Fanasina Antananarivo PRIORI

Fanasina

Fanasina
Es ist Tradition, am Ostermontag hinaus vor die Stadt zu gehen und ein Picknick zu machen. In kleinem Rahmen taten wir dies. Doch Covid schränkte uns ein. Immer noch und wie lange noch? mehr


Dina Antananarivo Madagaskar

Dina

Dina
Ostern heisst Familie. Wir trafen uns in kleinem Kreis und spielten Karten. Natürlich gab es ein besonderes Essen. Und ich hatte etwas mehr Zeit. Einfach Zeit. Denn in Antananarivo zu leben, bedeutet auch viel Stress und braucht Energie. mehr


Lucie PRIORI Madagascar

Lucie

Lucie
Meine Kinder lieben Ravitoto und so besorgte ich mir die grünen Maniokblätter auf dem Markt und noch zwei, drei feine Sachen mit dazu. So verbrachte ich ganz ruhige Ostern mit meinen erwachsenen Kindern. mehr


Michael Madagaskar PRIORI

Michael

Michaël
Wir sind uns bewusst, dass wir in diesen Zeiten der Seuche vorsichtig sein müssen und so war Ostern nicht wie in früheren Jahren. Das hat aber unsere beiden Kinder nicht gestört. Wir hatten eine gute Zeit. mehr


Corona Madagaskar März 2021

Einreisebestimmungen MADAGASKAR (Stand 09.03.2021 / PRIORI Reisen GmbH)

Coronavirus:
Die Einreise ist möglich
Touristische Reisen nach Nosy Be sind wieder möglich, solange Reisende nicht aus derzeitigen Risikoländern einreisen. Bitte informieren Sie sich aufgrund der volatilen Lage individuell vorab bei Ihrer zuständigen Auslandsvertretung über die aktuelle Einstufung Ihres Abreiselandes.

Die folgenden Grenzübergänge sind geschlossen:
Seeweg

Reisen innerhalb des Landes:
Reisen innerhalb des Landes sind bis auf Weiteres nur teilweise möglich. Es wird ein negativer COVID-19-Test benötigt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die betreffende Fluggesellschaft.

Quarantänemassnahmen:
Bei der Einreise kommt es zu Quarantänemassnahmen. Diese gelten bis auf Weiteres. Die Quarantäne dient dazu, das Ergebnis eines vor Ort durchgeführten Tests abzuwarten. Die Dauer kann dabei variieren. Anfallende Kosten sind von den Reisenden zu übernehmen.

Wichtig bei der Einreise:
Es muss ein negativer COVID-19-Test vorgewiesen werden. Dieser muss nach PCR-Methode durchgeführt worden sein und darf nicht älter als 72 Stunden sein. Reisende werden vor Ort auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis muss in Quarantäne in einem dafür vorgesehenen Hotel abgewartet werden. Die Dauer kann dabei variieren. Die anfallenden Hotelkosten müssen vom Reisenden selbst getragen werden. Reisende müssen bei der Ankunft persönliche Angaben, zum Beispiel zu Kontakt- und Adressdaten und dem Reiseverlauf, machen. Bei der Ankunft kommt es zu Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen. An den Grenzübergangsstellen besteht Maskenpflicht.

Wichtig am Zielort:

  • Es kommt zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Diese gelten bis auf Weiteres.
    Hotels/Ferienunterkünfte: teilweise geöffnet
  • Restaurants/Cafés: geöffnet
  • Geschäfte: geöffnet
  • Museen/Sehenswürdigkeiten: geöffnet
  • Gotteshäuser: geöffnet
  • Maskenpflicht: ja – in der Öffentlichkeit
  • Mindestabstand: 1.00 Meter
  • Versammlungsverbot: ja (bis auf Weiteres) muss eingehalten werden

Regionale Abweichungen sind möglich.

Coronavirus:
Aufgrund der steigenden Infektionszahlen mit der Atemwegserkrankung COVID-19 muss derzeit mit verstärkten Gesundheitskontrollen und damit verbundenen verlängerten Wartezeiten bei Reisen gerechnet werden. Aufgrund von Krankheitsfällen in nahezu allen Ländern der Welt besteht ein generelles Ansteckungsrisiko über die Tröpfcheninfektion. Reisende sollten sich deshalb über die Ausbreitung der Erkrankung und mögliche Schutzmassnahmen in ihrem Reiseziel informieren. Dabei sollten sie auch die unterschiedlichen Standards und Kapazitäten der Gesundheitssysteme berücksichtigen.

Reisewarnung aufgrund von COVID-19:
Aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 wurde von den zuständigen Stellen eine Reisewarnung ausgesprochen.
siehe auch:
Auswärtiges Amt Deutschland
EDA Schweiz

Risikogebiet:
Aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 wurde das Zielgebiet vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt. Dies kann Auswirkungen auf die Rückreise haben.

Die Einreise ist mit folgenden Reisedokumenten möglich:
Reisepass.
Der Reisepass muss 6 Monate über das Einreisedatum hinaus gültig sein. Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Reisedokumente vollständig sind, sich in gutem Zustand befinden und über ausreichend freie Seiten verfügen.

Als verloren/gestohlen gemeldete Dokumente:
Es wird davon abgeraten mit verlorenen / gestohlen gemeldeten Dokumenten einzureisen. Es kann vorkommen, dass diese im System der Grenzkontrollstellen noch als verloren / gestohlen gemeldet sind und es zur Verweigerung der Einreise kommt.

Anforderungen der Fluggesellschaft:
Bitte erkundigen Sie sich vor Reiseantritt bei Ihrer Fluggesellschaft bezüglich der mitzuführenden Dokumente. In Einzelfällen weichen die Anforderungen der Fluggesellschaften von den staatlichen Regelungen ab.

Visabestimmungen:
Es wird ein Visum benötigt.

Mitzuführende Dokumente:

  • Visumantrag
  • Weiter- oder Rückflugticket
  • Meldebescheinigung
  • Bestätigung der Fluggesellschaft über die Beförderung ohne Visum
  • Biometrische Passfotos
  • Kopie einer ausreichend gültigen Reisekrankenversicherung

Einreise auf dem Land- und Seeweg:
Das Visum muss im Voraus beantragt werden.

Gesundheitliche Hinweise:
Folgende Impfungen sind bei der Einreise vorgeschrieben: Gelbfieber (siehe unten)

Folgende Impfungen sind bei der Einreise empfohlen:

  • Impfungen gemäss der WHO-Empfehlungen für die routinemässige Immunisierung
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition
  • Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition
  • Cholera
  • Tollwut, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition

Masern:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten daher ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls vervollständigen.

Malaria:
Bitte beachten Sie, dass in einigen Gebieten Malaria vorherrscht. Eine prophylaktische Behandlung mit Malariamedikamenten wird empfohlen.

Schwangere:
Bitte beachten Sie, dass für Schwangere folgende gesundheitliche Gefahren bestehen:
Chikungunya-Fieber

Gelbfieber:
entsprechender Nachweis ist mitzuführen. Die Impfung wird von allen Reisenden gefordert, die älter sind als 9 Monate. Dies gilt auch bei Transitaufenthalten von über 12 Stunden am Flughafen eines Landes, das Gelbfieber-Infektionsgebiet ist.

Aktuelle Länder mit Gelbfieber-Infektionsgefahr:
Afrika:  Äquatorialguinea, Äthiopien, Angola, Benin, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Südsudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik   Zentral- und Südamerika:  Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Kolumbien, Panama, Paraguay, Peru, Suriname, Trinidad und Tobago, Venezuela

Schlussbestimmungen:
Bitte beachten Sie, dass die gesundheitlichen Hinweise stets abhängig vom individuellen Gesundheitszustand des Reisenden sind und nicht die Konsultation eines Arztes bzw. Tropenmediziners ersetzen. Die Einreise-, Visa- und Impfbestimmungen können sich jederzeit kurzfristig ändern oder es können individuelle Ausnahmefälle auftreten. Nur die zuständige Auslandsvertretung kann rechtsverbindliche Aussagen treffen oder über die hier aufgeführten Informationen hinausgehende Hinweise liefern. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig!

Stand 09.03.2021 / PRIORI Reisen GmbH
Diese Informationen sind ohne Gewähr. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Auslandsvertretung
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2021 Wanderungen in Antananarivo Madagaskar

2021 Wanderungen in Antananarivo

Corona verunsichert die Leute auch in Madagaskar. Der Ferntourismus brach 2020 komplett ein. Reguläre Flüge von und nach Madagaskar gibt es bis zur Stunde (Beginn März 2021) nicht. Trotzdem geben die lokalen Tourismusakteure nicht auf.

Das regionale Tourismusbüro ORTANA, das für die Hauptstadt und Umgebung zuständig ist, also für die Region Analamanga, gilt als das aktivste Tourismusbüro in Madagaskar. Die regionalen Tourismusbüros der 22 Regionen (politische Einheiten, die die früheren sechs Provinzen ablösten) sind als Zusammenschluss des staatlichen und privaten Sektors gedacht. Nicht in allen Regionen klappt das zufriedenstellend.

ORTANA hingegen bemüht sich sehr, Analamanga bekannt zu machen. Diese Zone – fast ein Drittel der Landesfläche der Schweiz – beinhaltet die Hauptstadt Madagaskars: Antananarivo. Der Ort war vor zweihundert Jahren ein grosses Dorf, heute leben in der Agglomeration geschätzte fünf Millionen Menschen.

ORTANA organisiert seit Jahren Ausflüge in die nähere Umgebung, um auch den Ortsansässigen die Möglichkeit zu geben, ihre Heimat zu erkunden. Das Angebot wird jeweils von dreissig bis sechzig Leuten wahrgenommen. ORTANA stellt dabei den Transport und die Verpflegung und strukturiert den Tagesablauf. Die Preise sind moderat. Die Ausflüge finden jeweils samstags und alle zwei Wochen statt. Jede Wanderung hat ein Schwerpunktthema. So wird beispielsweise das Handwerk der Seidenraupenverarbeitung beleuchtet oder ein geschichtsträchtiger Ort besucht.

Für viele Madagassen der Mittelklasse ist dies eine Möglichkeit, etwas Landluft zu schnuppern, in Gesellschaft zu wandern und Neues kennenzulernen. Für 2021 waren folgende Wanderungen vorgesehen:

2021 Wanderungen in Antananarivo
Ambatornena «La contrée du Vakinirnananara»
Kilonjy – Miadanimerina «La filiature à soie»
Ambohitrolornahitsy «La beauté de l’Avaradrano»
Ambohitrandriamanitra «L’Amoronkay»
Ankadinandriana -Arnbatomanga – Ankadimanga «Cap vers l’Est»
Ambohitantely «La Réserve Spéciale d’Analamanga»
Ambatomanga (circuit balisé) «Vakiniadiana et ses artisans»
Ambohidrabiby – Arnbohimanga «Au coeur de l’Avaradrano»
lharanandriana «Le casque de Behenjy»
Arnbohibehasina «Le village et ses vestiges»
Ambohiborona «Vue sur la Vakiniadiana»
Manankasina «La région d’Imamo»
Andringitra Avaratra «Le deuxième sommet d’Analamanga»
Lohalambo «Découvrir l’Atsimondrano»
D’Andranovaky à Ampanotokana «Entre collines et vallées»
Ampefy «Ampefy et ses lacs»
Ambohijoky Ambatornalaza «Colline sacrée de l’ainée»
Ambatoharanana «L’héritage des missionnaires»

siehe auch Wanderungen in Antananarivo 2022 

Tamatave Corona 2021

Tamatave Januar / Janvier / January 2021

Am Sonntag 24. Januar 2021 ist es ruhig in Tamatave (Toamasina) in Madagaskar.

Die Handelsstadt am Indischen Ozean ruht. Tamatave ist der grösste Seehafen von Madagaskar und das Tor zur Welt. Hier wird exportiert und importiert. Doch sonntags ist Feiertag.
Nur wenige Leute sind unterwegs, denn es ist auch heiss und die Sonne brennt vom Himmel. Kaum jemand trägt eine Gesichtsmaske. Es ist, also ob Corona Covid-19 nicht existieren würde.

Tamatave_janvier2021_115

Der Bahnhof des Manguiers von Tamatave ist ja längst eher ein Businesscenter geworden mit Restaurant, Büros und ein paar Verkaufsläden. Passagierverkehr findet kaum noch statt. Also ist es hier eher ruhig, am Sonntag sowieso. Die Zeiger der Bahnhofsuhr sind überflüssig geworden. Der Bahnhof ‚bei den Mangobäumen‘ schläft.
Tamatave_janvier2021_66Der Markt hat in Tamatave einen hohen Stellenwert.  Die Markthallen sind am Sonntag teilweise geöffnet. Das Marktgeschehen ist allerdings überschaubar. Auch hier hat Covid-19 / Corona einen Rückgang der Aktivitäten verursacht.
Tamatave_janvier2021_17Die Handwerksarbeiten finden kaum mehr Käufer. Die Produkte aus Sisal, aus Raphia,  Gras und Bambus bleiben auf den Verkaufsregalen ebenso wie die Gewürze wie schwarzer Pfeffer und Wildpfeffer, Piripiri / Chili, Zimt, Nelken. Tamatave_janvier2021_19 Tamatave_janvier2021_18 Tamatave_janvier2021_57

Direktverkauf: Eher noch finden die ambulanten Händler Kunden auf der Strasse. Dieser Händler führt auf seinem Karren gleich auch eine Waage mit.
Der Stosskarren, gefertigt aus Recyclingmaterialien, wird ‚calèche‘ genannt, was in deutscher Sprache eher Kutsche als Wagen bedeutet. Auf jeden Fall ist das Transportmittel ideal, um auf den zwei Quadratmetern Frischprodukte zu transportieren und gleichzeitig zu verkaufen. Heute gibt es Papaya, Bananen und Kokosnüsse.Tamatave_janvier2021_03

Die Kokosnüsse werden vom Verkäufer gleich mit seinem ‚coupe-coupe‘ (Machete) aufgehauen und trinkbereit serviert. Kokosnusssaft ist ein beliebtes und erfrischendes Getränk.Tamatave_janvier2021_13

Eis, kalte Joghurt und Sojamilch sind ebenso geschätzte Leckereien zwischendurch. Der Verkäufer kühlt seine Produkte mit Eis und schützt den Kasten mit einem Sonnenschirm. Jetzt im Januar ist es in Tamatave sehr heiss. Temperaturen über 30 Grad sind üblich, ebenso wie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Tamatave_janvier2021_20

Das frisch renovierte Rathaus sitzt am Beginn einer Palmenallee, die bis zum Meer führt. Tamatave hat in den letzten Jahren an Schönheit und Sauberkeit gewonnen. Die Stadt am Indischen Ozean nähert sich wieder dem alten Charme der Hafenstadt zu Zeiten der Passagierschiffe.

RN2 Antananarivo-Tamatave

RN2 Antananarivo-Tamatave

Die Hauptstadt Antananarivo ist mit der Hafenstadt Tamatave durch die RN2 verbunden: die Route Nationale numéro 2. Jetzt zu Zeiten von Corona geht es ruhig zu.

Untenstehende Fotos sind am 22. Januar 2021 aufgenommen und geben einen Eindruck der Landschaft und des Verkehrsaufkommens. Corona / Covid-19 hat das tägliche Leben auch in Madagaskar verlangsamt. Obwohl derzeit keine Reiserestriktionen oder Ausgehverbote herrschen, sind kaum Leute unterwegs.

Der Verkehr auf der RN2 ist normalerweise sehr dicht. Es ist die am meisten befahrene Fernstrasse Madagaskars. Denn der am Indischen Ozean gelegene Hafen Tamatave (Toamasina) ist der weitaus wichtigste der Insel Madagaskar. Die RN2 führt vom Hafen bergan auf das Hochland nach Antananarivo und als RN7 weiter nach Antsirabe. Diese Industriestadt ist auf den Import- und Exporthafen von Tamatave angewiesen. Daher ist das Verkehrsaufkommen zwischen Tamatave-Antananarivo-Antsirabe das deutlich höchste in ganz Madagaskar.

Normalerweise reiht sich entlang der RN2 Lastwagen an Lastwagen. Jetzt, Ende Januar 2021, sind nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Doch wie üblich sind ein paar Fahrzeuge wegen Pannen hängen geblieben. In Madagaskar gibt es keinen ACS/TCS/ADAC, der innert kürzester Zeit zum Pannenort kommt. In Madagaskar muss sich jeder Fernfahrer selber helfen, um seinen Truck wieder flott zu kriegen. Es herrscht jedoch eine grosse Solidarität unter den Lastwagenfahrern.

Wer also in der Hauptstadt auf der RN2 unterwegs ist, kann jetzt – dank der ruhigen Verkehrslage – die Landschaft richtig geniessen. Ende Januar finden wir uns mitten in der Regenzeit, die ja gleichzeitig auch die heisse Jahreszeit ist. Somit stehen die Felder in grüner Pracht und die unzähligen Reisparzellen strahlen in dunkelgrünem Kleid. Hier und dort sind Strassenarbeiter beschäftigt, Schäden entlang der Route zu beheben. Politiker haben zwar immer wieder eine Autobahn zwischen Antananarivo und Tamatave versprochen, doch bis zur Stunde gibt es in ganz Madagaskar keinen einzigen Meter Autobahn.

Die rund 360 Kilometer Distanz zwischen Antananarivo und Tamatave benötigen im Normalfall zwischen sieben und neun Stunden Fahrzeit. Die Spannbreite hängt ab von der Verkehrsdichte, der Wetterlage und von den Unfällen. Die Strasse ist an mehreren Stellen so schmal, dass zwei Lastwagen nur mit Konzentration und Vorsicht kreuzen können. Unfälle sind häufig. Oft nicht durch Lastwagen verursacht, sondern von ungeduldigen Autofahrern, die sich mit waghalsigen Überholmanövern vordrängeln. Besonders gefährlich sind die übermotorisierten SUV der Neureichen, die ihre Allradfahrzeuge und ihre eigenen Fahrkünste gern überschätzen. Daher ist Madagaskar kein Selbstfahrerland wie es Namibia oder anderswo ist.

Die RN2 ist theoretisch durchgehend asphaltiert. Mangelnder oder unzureichender Strassenunterhalt führt jedoch immer wieder zu tischgrossen Schlaglöchern, zu Ausschwemmungen und zu weichen Strassenrändern. Daher ist es sehr gefährlich, die RN2 (wie auch alle anderen Routen in Madagaskar) nachts zu befahren. Abgesehen davon funktionieren die Lichter nicht bei allen Fahrzeugen – obwohl es, theoretisch, eine verpflichtende Motorfahrzeugkontrolle und regelmässige Untersuchungen gibt.

Entlang der RN2 finden sich zahlreiche Dörfer und Siedlungen. Zwei grössere Orte sind zu erwähnen: die Kleinstädte Moramanga und Brickaville. Von Antananarivo nach Moramanga sind es etwas mehr als 100 km, von Moramanga nach Brickaville knapp 150 km und von Brickaville nach Tamatave gut 100 km.

Die quirlige Kleinstadt Moramanga liegt am Eingang zum Seitental, das zum Lac Aloatra führt. Die Zone um den See Aloatra ist eine der Reiskammern Madagaskars und Abbaugebiet von Bergbauprodukten. Daher führt auch eine Seitenlinie der Eisenbahn dorthin. Moramanga entstand als Etappenpunkt beim Eisenbahnbau vor gut 100 Jahren und hat sich als Handels- und Nachschubstandort für die hügelige Umgebung etabliert. Moramanga liegt auf knapp 1000 m ü. M, Antananarivo auf 1250 m ü. M.
Brickaville am Rianila Fluss war Nachschubort für den Eisenbahnbau und dann auch Brückenkopf für die Eisenbahn und Strassenbrücke über den Rianila Fluss. Dank seinem Standort als Nadelör wuchs der Ort heran. Doch es ist nicht zu übersehen, dass Brickaville stagniert. Die nur rund 100 km entfernte Stadt Tamatave strahlt bis hierhin und zieht dank ihrer Schulen, Universitäten und Handelsmöglichkeiten die Lokalbevölkerung mehr an als Brickaville. Im Rahmen der Malgachisierung der 1970er Jahren, initiiert durch den damaligen Diktator Ratsiraka, wurde aus Brickaville Ampasimanolotra. Doch der neue Name hat sich nicht durchgesetzt. Der Ortsname Brickaville geht auf den französischen Eisenbahningenieur Charles Bricka zurück.

Reisen in Madagaskar

Innerhalb von Madagaskar ist eine Reise derzeit machbar.

Freitag, 22. Januar 2021, Antananarivo. Das Büro einer der mehreren Personentransportfirmen ist geöffnet. Ein paar Passagiere warten auf die Abfahrt. Es herrscht nicht der gleiche Andrang wie zu ’normalen‘ Zeiten.

Jetzt im Januar ist die heisse Jahreszeit. Es ist morgens um acht Uhr bereits ziemlich heiss, die Sonne scheint. Der Himmel ist blau und wolkenlos. Vor wenigen Tagen durchquerte der Zyklon Éloïse die Insel: von Antalaha über das Hochland bis Maintirano, dann weiter über den Kanal von Mozambique. Der Zyklon hinterliess zwar Überschwemmungen, doch glücklicherweise kaum bleibende Schäden.

Die Leute haben ihre Weihnachtsferien bei der Familie verbracht. So kehren nun eher Leute zur Hauptstadt und zu ihren Arbeitsplätzen zurück, als von der Hauptstadt wegreisen. Daher ist der Andrang nicht gross. Aber auch in Madagaskar machen die Diskussionen um Corona Covid-19 Angst. Madagaskar_reisen_2021
Die Abfahrtshalle des Busbahnhofs ist nur wenig besetzt. Das Tragen von Masken ist obligatorisch. Die Mehrheit hält sich mehr oder weniger daran. Es gibt immer wieder Aktionen der Polizei, die maskenlose Leute anhält und zu Gemeinschaftsarbeit verbrummt. Madagaskar_ferien_2021
Im Prinzip funktioniert der Personentransport wieder ’normal‘. Die Taxi Brousse und die Navettes fahren wieder. Navettes werden jene Kleinbusse genannt, die quasi nach Fahrplan verkehren.
Die eingesetzten Fahrzeuge sind zumeist Minibusse. Nur auf wenigen Linien verkehren grössere Reisebusse. Sie werden Boeing genannt.
Firmendestinationen sind Antsirabe, Antsiranana (Diego-Suarez), Mahajanga, Toamasina (Tamatave) und Fianaranstsoa. Als Destinationskürzel werden die IATA-Flughafenkürzel benutzt.
Eine Tafel zeigt die verfügbaren Plätze für die einzelnen Kurse. Derzeit verkehrt nur ein Kurs pro Tag für Destinationen wie Antsiranana und Morondava. Hingegen werden Antsirabe, Mahajanga, Toamasina und Fianarantsoa zweimal pro Tag bedient. In ’normalen‘ Zeiten sind die Kursfrequenzen weit höher.
Madagaskar_2021Auch Madagaskar sucht sich gegen Covid-19 zu schützen, obwohl die Zahl der Infizierten laut Statistik gering ist. Das mag mit der jungen Bevölkerung zu tun haben, vielleicht auch mit der Sonneneinstrahlung und Vitamin D und vielleicht ist die Statistik etwas schwammig.
Tatsache hingegen ist, dass die Bevölkerung 2020 dramatisch verarmt ist und der Prozess weitergeht. Viele können nicht verreisen, weil sich schlicht das Geld dazu nicht haben. Madagaskar_transport
Die Preise richten sich nach Distanz und Sitzkomfort. Die Klasse VIP bietet sogar WIFI. In jedem Fall aber ist der Sitzplatz garantiert und die Menge des mitgeführten Gepäcks limitiert. Dies ist der grosse Unterschied zu den Taxi Brousse. Dort wird ins Fahrzeug reingestopft, solange es geht. Und die Mitnahme von Gepäck ist quasi unlimitiert: auch Möbel und Tiere werden transportiert.Madagaskar_covid

Im Busterminal sind Restaurants und Snack Bars geöffnet, wie generell in Madagaskar. Verpflegung ist also überall zugänglich. Ein Busterminal sieht sich eher in der Kategorie Flughafen und strebt dieses Niveau an: Lautsprecher, elektronische Anzeigetafel, Informationsschalter.

kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo

Kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo

Ich heisse Tiaray. Heute freue ich mich sehr, Ihnen über das spezielle Thema „Street food in Antananarivo“ zu berichten. Antananarivo ist die Hauptstadt von Madagaskar.

Madagaskar, die Perle im Indischen Ozean, liegt östlich des afrikanischen Kontinents und ist durch den Kanal von Mozambik getrennt. Der Indische Ozean begrenzt die Ostküste.

Vom Norden bis zur Südspitze erstreckt sich die Insel über eine Länge von rund 1.590 km und vom Osten bis zur Westküste über eine Breite von 590 km, mit einer Gesamtfläche von 592.000 km2. Die Bevölkerung wird derzeit auf rund 28 Millionen geschätzt.

Antananarivo ist die Hauptstadt der grossen Insel. Der Name bedeutet wörtlich „die Stadt der tausend Soldaten“. In Antananarivo gibt es aber auch tausende von Essenstände, Gargottes, Restaurants und ebenso zahlreiche „Fast-Food““ oder Schnellgaststätten. Über die verschiedenen Facetten der sogenannten „Street Food“ bzw. „Schnellimbisse“ werde ich Ihnen heute gern berichten.

Den Alltagstrott der Madagassen sowie die verschiedenen madagassischen Spezialitäten werden Sie heute hautnah kennenlernen und dabei werden Sie herausfinden, was die Bevölkerung gern isst.

Ich werde Sie in drei verschiedene und viel besuchte Viertel im Stadtzentrum führen. Also in den Geschäftsbereich in der Nähe des Sees Anosy, in den Stadtbezirk von 67 ha, wo wir überall die 18 verschiedenen ethnischen Volksgruppen der Insel treffen und schliesslich gehen wir auf den berühmten und grossen Markplatz Analakely im Herzen der Stadt.

Kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo
Wir sind im Stadtviertel Anosy und zwar auf dem berühmten Soamanatombo-Markt eingetroffen. Für ein ausgedehntes Frühstück hat der Madagasse kaum Zeit, eine Schüssel Reis zu essen. Die Frühaufsteher freuen sich schon um 5 Uhr morgens oder um 4 Uhr morgens sogar schon um 3 Uhr auf ihre erste Tasse Tee oder Kaffee, dabei essen sie gern leicht gesüsste Reisfladen (oder Mofogasy) oder gesalzene Reisfladen „Ramanonaka“ oder das berühmte „Menakely“. Diese Frühstücksessen sind mit Reismehl gebacken und fritiert.

Ja, Sie sehen, der unentbehrliche Reis ist immer da, wir Insulaner können nicht darauf verzichten…

Und wenn der Madagasse Zeit hat, isst er noch gern dazu ein oder zwei Tassen Reisbrühe mit Spinat oder „Vary Amin’anana“ – dazu ein oder zwei Zentimeter geräuchertes Zebufleisch „Kitoza“ oder Wurst. Letztendlich trinken die Leute dazu immer eine Tasse Tee oder Kaffee (mit oder ohne Milch).

Einige Madagassen bevorzugen früh am Morgen die warmen „Soupe jarret“ (Suppe gekocht mit Zebufüssen), die Gemüsesuppe oder die hausgemachte Nudelsuppe (Soupe Chinoise à la Malagasy). Die leckeren Suppen werden einfach auf madagassisch mit „Lasopy“ übersetzt.

Gegen 10 Uhr knabbern die Leute vor dem Mittagessen die üblichen „croquettes de caca- pigeon“, oder Fleisch am Spiess bzw. Brochettes (oder „Masikita“) oder sogar Komposé. Komposé ist eine lokale Vorspeise bzw. ein Gemüsegericht aus gekochten Karotten, Kartoffeln und roter Rübe (Rande / rote Bete), alles mit Mayonnaise gemischt.

Die Madagassen gehören zu den grossen Reisessern auf der ganzen Welt. Dreimal am Tag essen sie Reis und zwar soviel wie möglich. Zum Mittagessen nehmen sie trockenen Reis, das Gegenteil von der weich gekochten Reisbrühe beim Frühstück. Erinnern Sie sich noch an den „Vary Amin’anana“ früh am Morgen?

Es ist gerade halb eins, Zeit für das Mittagessen. Seit 10 Uhr vormittags haben die Köche und Köchinnen an ihren Essensständen alles vorbereitet und warten jetzt sehnsüchtig auf die ersten Kunden.

Kulinarischer Spaziergang durch Antananarivo
Wir sind wieder im Stadtviertel von Anosy, immer noch auf dem Soamanatombo-Marktplatz. Hier finden Feinschmecker eine reichliche Auswahl an verschiedenen leckeren Gerichten. Wir Madagassen essen gerne Reis mit vielen verschiedenen Beilagen. Im Allgemeinen bestehen diese Beilagen aus Schweinefleisch, aus Zebufleisch oder Fischgerichten und diese werden mit verschiedenen getrockneten Bohnen wie weisse Bohnen, Kaperbsen, Bambara-Erbsen (oder „Voanjobory“ auf madagassisch) oder madagassischen Linsen (Voanemba, Tsiasisa) zusammengekocht. Das Fleisch wird auch mit Gemüsen wie grüner Kohl, Karotten, Choucroute oder Cristophine oder ganz einfach mit den heimischen Spinaten wie „Anamalaho“ und „Anamadinika“ serviert. Diese wachsen wild auf den Gemüsefeldern, schmecken aber wirklich hervorragend: matsiro sagen die Madagassen!

Die Kosten der speziellen Gerichte in diesen Schnellimbissen variieren zwischen 2.000 und 3.000 Ariary bzw. kosten weniger als einen Euro. Die Landeswährung heisst Ariary und der offizielle Kurs für einen Euro liegt zur Zeit bei rund 4600 Ariary.

Wir Madagassen wünschen uns gegenseitig beim Essen mazotoa (ausgesprochen heisst es „maztou“), dies bedeutet auf deutsch guten Appetit!

Für das Dessert essen wir gern Bananen, die leckere Frucht finden wir das ganze Jahr über auf dem Markt. Aus den verschiedenen saisonalen Früchten werden ausgezeichnete Obstsalate zusammengemischt. Diese leckeren „Salade de fruits“ bestehen mindestens aus drei verschiedenen Obstsorten, wie Banane gemischt mit Wassermelone und mit Papaya oder Mango. Sie entscheiden, welche von diesen Mischungen Ihnen am besten schmeckt!

Hauptsache, diese Früchte werden sorgfältig zubereitet. So können Sie diese sorgenlos geniessen. Diese Früchte werden den Gästen immer frisch und schnell serviert!

Nach dem Feierabend und beim „Afterwork“ treffen sich viele in Restaurants zu „Grillades“ und „Brochettes“. Sie sollten im Viertel von 67 ha den berühmten und beliebten Treffpunkt „Super Milomboko“ nicht verpassen. Auch „bei Abdoul“ müssen Sie das spezielle „Pakopako“ unbedingt probieren. Es geht hier um einen dicken und geschmackvollen Pfannkuchen. Das Rezept dazu stammt von der Nordküste der Insel, ist aber sehr beliebt bei allen Madagassen, auch hier in der Hauptstadt. Diese „Pakopako“ werden immer mit den dünn geschnittenen und sauren Gurkenscheiben und den leckeren Moussakiki (Zebu-Fleischspiess) warm serviert.

Diese verschiedenen Gerichte werden regelmässig mit Bier serviert. Beliebt und international renommiert ist das madagassische Bier namens THB (oder Three Horses Bier). Es findet sich buchstäblich in der Ecke und jedem Winkel der grossen Insel.

Die Leute trinken auch gern neben den üblichen süssen Getränken wie Fanta, Soda oder Coca Cola den frischen Saft „Vesou“. Dieser Zuckerrohrsaft ist gemischt mit frisch gepressten Zitronen oder mit Ingwer. Diese spezielle Mischung gibt Energie und ist ein Genuss für die Gaumen! Diese erquickenden Getränke finden Sie im Stadtzentrum Analakely und sind wirklich empfehlenswert!

Es lohnt sich, diese vielen schmackhaften und einmaligen Rezepte aus der ganzen Insel zu probieren, wenn Sie hier in der Hauptstadt vorbeikommen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse. Ich hoffe sehr, diese Entdeckungsreise zwischen Zunge und Gaumen hat Ihnen gut gefallen.

Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Jahr 2021. Vielen Dank und hoffentlich bis bald auf der Insel ! Tiaray

Tiaray ist Lehrerin und arbeitet punktuell als Reiseleiterin für PRIORI

Corona: was gilt jetzt in Madagaskar?

Informationen aus erster Hand –
PRIORI Reisen schätzt die allzeit gute Verbindung zur madagassischen Botschaft sehr!

Basel, 4. Dezember 2020 Gerade in so schwierigen Zeiten wie jetzt, ist es für uns noch wichtiger, aktuelle Informationen für unsere Reiseinteressierten aus erster Hand zu erhalten.

PRIORI Madagaskarhaus Basel

PRIORI Madagaskarhaus Basel

So freuten wir uns sehr über den Besuch von vier Vertretern der madagassischen Botschaft in Genf diese Woche bei uns in Basel. Beim ganz «corona-konformen» Mittagessen konnten wir wichtige Informationen zu den aktuellen Einreisemöglichkeiten und -auflagen erhalten und uns gegenseitig über die Meinungen zur Lage in der Schweiz und in Madagaskar, den Prognosen für die kommenden Monate und mögliche Reiseprogramme in Corona-Zeiten austauschen.

Es wurde klar, dass für ein Land wie Madagaskar zurzeit glücklicherweise weniger die gesundheitliche Gefahr durch Corona im Vordergrund steht, als vielmehr die gravierenden Einbrüche in der Wirtschaft durch den Wegfall der Einnahmen durch den Tourismus. Hotels stehen leer, Restaurants werden nur noch von einheimischen Gästen frequentiert, Fahrer und Guides haben keine Kunden und Nationalparks kaum Besucher. Dies alles vor dem Hintergrund fehlender staatlicher Hilfen, wie sie uns hier in der Schweiz zur Verfügung stehen.

Allerdings möchte man die isolierte Lage Madagaskars, der viertgrössten Insel der Welt, gelegen im warmen Indischen Ozean, weiterhin nutzen und die Einwohner so gut wie möglich vor Neuinfektionen durch ausländische Gäste schützen.

Aus diesem Grund besteht immer noch die Ein- und Ausreisesperre in Madagaskar, sowohl auf dem Seeweg, wie auch für den internationalen Flughafen der madagassischen Hauptstadt Antananarivo, Ivato. Hier werden seit Mitte März keine «kommerziellen» Flüge zugelassen, lediglich Repatriierungsflüge finden noch vereinzelt statt.

Anders sieht es aus auf Nosy Be. Die Insel vor der Insel, gelegen im Nordwesten Madagaskars, im Kanal von Mosambik, hat seine «Pforten» geöffnet für Besucher aus einigen Ländern Europas, so auch für Gäste aus der Schweiz.
Selbstverständlich sind auch hier entsprechende vorbereitende Massnahmen erforderlich, die man bei uns im Detail erfragen kann. Auch nach Einreise hat sich der Gast an bestimmte Regeln zu halten, die zu seiner eigenen Sicherheit und der der Gastgeber aufgestellt wurden. So ist es beispielsweise nicht gestattet, von Nosy Be auf die Hauptinsel zu reisen.

Dies sollte jedoch das Erleben und die Entspannung der Gäste nicht trüben, haben die Duftinsel Nosy Be und die sie umgebenden Inseln, wie beispielsweise die Lemureninsel Nosy Komba, doch so viel Interessantes zu bieten!

Weisse, mit Palmen bestandene Strände, klares, türkisblaues Wasser mit Korallenbänken, die zum Schnorcheln und Tauchen einladen, eine einzigartige Naturkulisse, die Kulinarik Madagaskars und die grosse Gastfreundschaft der Madagassen.

Sind Sie also reif für die Insel und möchten aus dem Winter Europas in die Wärme der Südhalbkugel entfliehen, ohne grosse Risiken einzugehen, dann starten Sie mit uns zu den Inseln der Insel, die uns so sehr am Herzen liegt!

Geschrieben von Anke Madagaskarhaus Basel, 4. Dezember 2020

Einkauf von Lebensmitteln

Einkauf von Lebensmitteln

Der Grossteil der Madagassen lebt von Tag zu Tag. Man strengt sich an, etwas zu verdienen, damit man etwas kaufen kann und jeden Abend etwas zu Essen mit nach Hause bringt.

Wir haben in Madagaskar drei Jahreszeiten: Trocken-, Regen- und Winterzeit.

Während und kurz nach der Regenzeit ist es die richtige Zeit, um Reis, Gemüse, etc. zu pflanzen, damit man dann in der Winterzeit ernten kann. So nennt man die Erntezeit „Fararano“ oder «Ende des Wassers». Das heisst, im Winter hat man genug zu essen. Die Trockenzeit nennt man „Maintany“. Ein Teil der Bauern versucht, auch die Zwischensaison zum Anbau von Gemüse oder Reis zu nutzen. Daraus ergibt sich jedoch eine sehr geringe Ernte, die nicht ausreichend ist, um durch die Regenzeit zu kommen. Die Regenzeit, genannt „Maitsoahitra» oder „grünes Gras“ ist die schwierigste Zeit in Madagaskar. Die Landschaft ist zwar sehr schön, aber das kann man leider nicht essen und es gibt immer Regen und auch Überflutungen, so dass zum Teil die Anpflanzungen geschädigt oder gar zerstört werden.

Das Leben der Madagassen ist also von diesem Zyklus bestimmt.
Der grösste Anteil des Reises in Madagaskar stammt aus dem Speicherort Ambatondrazaka, im Nordosten Madagaskars oder aus dem Norden von Antananarivo. Das Gemüse und die Früchte stammen aus der Umgebung von Antsirabe sowie aus dem Süden von Antananarivo und aus dem Westen der Hauptstadt, in Richtung Arivonimamo und Ampefy.

In Antananarivo produziert man auch etwas auf den sogenannten «Betsimitatatra» (breit aber ohne Entwässerung) und der weiteren Umgebung, aber es reicht nicht für die Versorgung der Stadtbewohner.

Die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte hängen von deren Herkunft und von den Jahreszeiten ab.

In Antananarivo haben die Leute unterschiedliche Lebensstandards. Die Möglichkeit, wo man einkaufen kann, hängt also davon ab, wie die Leute leben und was sie haben.

So kann man wohl drei Kategorien unterscheiden:

Zum einen gibt es die armen Leute. Die meisten von ihnen schauen am Morgen, was sie am Tag essen könnten. Sie machen also jeden Tag einen Einkauf und planen schon dabei, was sie verdienen müssen, um den nächsten Einkauf zahlen zu können. Sie kaufen also bei einer Epicerie ein und machen eine Art mündlichen Vertrag, in dem die Käufer versprechen, ihren Kredit zu bezahlen. Anschliessend wird in einem Notizbuch vermerkt, was sie kaufen und wie viel sie bezahlen müssen.

Falls ein Käufer nicht genug Geld hat, um seine Schulden zu bezahlen, wird er bestraft. Als Strafe bekommt er für den nächsten Tag keinen Kredit mehr von dem Verkäufer. Das ist schon eine bittere Erfahrung für ihn.

Die Selbständigen gehören auch dazu. Wenn man zum Beispiel Tischler, Metallarbeiter (die Fenster oder Verandas bauen) oder ähnliches ist, ist der Verdienst nicht stabil. Manchmal verdient man viel, manchmal gibt es keine Arbeit, besonders während der Regenzeit (zwischen November und April). Ihr Einkauf gestaltet sich also je nach Möglichkeit durch das Einkommen.

Zum Zweiten wären da die «normalen» Leute, die ein «normales Leben» haben – wohl so etwas wie der «Mittelstand». Das heisst, diese Leute verdienen etwas Geld wöchentlich, halbmonatlich oder monatlich. Sie machen Grosseinkauf auf dem Markt, immer dann, wenn sie ihr Gehalt, jeden Monat oder jede Woche, bekommen. Während dieser Zeit kümmert man sich zuerst um das Wichtigste: Man kauft einen Sack Reis von 25 kg oder 50 kg, der zwischen 60 000 und 120 000 Ariary kostet (ca. 13-26 EURO). Dann ist Schulgeld für die Kinder zu entrichten (mindestens 45 000 Ariary pro Monat/pro Kind = ca. 10 EURO), ebenso Miete (mindestens 100 000 Ariary (ca. 21 EURO) für ein einfaches Zimmer mit einer kleinen Küche und einer Gemeinschaftstoilette) und alle Lebensmittel und Pflegemittel, die man aufbewahren kann, wie Getreide, Öl, Salz, Seife, etc. Der Rest des Geldes, falls es noch einen gibt, ist für Kleider und zum Beispiel für die Gebühr für die Fahrt mit dem Taxi Brousse. Für alle Ausgaben, die darüber hinaus gehen, muss man zu Anfang des Schuljahres und der Regenzeit noch Gelder bei Verwandten oder der Kreditbank leihen.

In den hier beschriebenen Haushalten machen die Familienmitglieder ihren Einkauf selbst, entweder Vater oder Mutter.

Und schliesslich gibt es die reichen Leute, die entweder ihre eigene Firma haben, Politiker in der Regierung sind, Ranglistenoffiziere beim Militär oder ganz einfach Business-Leute. Sie kaufen ein, wenn sie Lust dazu haben. Den dringenden Einkauf macht die «Dame des Hauses» und eine Haushälterin macht den Rest.

Die Madagassen sagen immer: „Ny kibo tsy mba lamosina, ny tsinay tsy mba vatsy“, was auf Deutsch so viel bedeutet, wie «Der Bauch ist kein Rücken, der Magen ist kein Ort zum Speichern“.

Man sieht, beim Einkaufen hat jede Familie ihre eigene, kleine Politik, mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld umzugehen.

Oktober 2020, geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo

Meine Urlaubswoche

Meine Urlaubswoche
Auch hier in Madagaskar ist es üblich, dass Angestellte Urlaub haben. Ich arbeite bei der Reiseorganisation PRIORI in Antananarivo: einerseits im Büro und andererseits als Tour- und Trekkingguide in ganz Madagaskar.

Während der letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub. Dies war eine Gelegenheit, meiner Aufgabe als Sohn und auch als Vater nachzukommen.

Mein Vater arbeitet seit 1989 im Bahnhof von Antananarivo. Zu Beginn seiner Laufbahn bei der Bahn überprüfte er die Fahrgäste in den Zügen nach Tamatave, Antsirabe oder nach Ambatondrazaka. In dieser Zeit erhielten Familienmitglieder Sondertickets mit ermässigten Preisen, so dass die Reise aus der Hauptstadt heraus erschwinglicher wurde.
Mein Vater hatte also ursprünglich als Kontrolleur gearbeitet und dann in der Firma am Bahnhof in Antananarivo, die für die Instandsetzung von Lokomotiven zuständig ist, eine Ausbildung als Techniker absolviert und sich später als Metall-Fräser spezialisiert. Dann, nach einigen Weiterbildungen, stieg er zum Chef aller Techniker auf. In dieser Funktion arbeitet er bis heute.
Da die Arbeitsstelle meines Vaters in Antananarivo war, wohnen meine Eltern seit dieser Zeit in der madagassischen Hauptstadt. Nach 31 Jahren Arbeit in seiner Firma wird mein Vater in diesem Jahr in Rente gehen. Somit können meine Eltern nun in ihren Heimatort zurückziehen.
So bereitete ich in meiner ersten Urlaubswoche den Umzug meiner Eltern in ihre Heimat vor. Während der ganzen Woche, von morgens bis zum Abend, kümmerten wir uns dabei um das firmeneigene Haus, das sie all die Jahre bewohnten. Wir haben die Wände gestrichen, kleine Reparaturen gemacht und anschliessend alles sauber gemacht.

Im Haus in ihrem Heimatdorf wurden eine neue kleine Küche und eine Dusche eingebaut.
Am Samstag, den 3. Oktober 2020 sind meine Eltern dann von der Stadt aufs Land gezogen. Wir transportierten alle Möbel und alle ihre weiteren Sachen auf unseren Schultern bis zum Parkplatz, wo der Umzugswagen bereitstand. Später dann wurde alles vom Umzugswagen in ihr Haus gebracht. Das war schon eine recht schweisstreibende Arbeit für alle, aber die Hauptsache ist, dass alles gut gelaufen ist. Am darauffolgenden Sonntag haben wir alle zusammen gegessen. Die war die offizielle Begrüssung der Familie und ein „Willkommen“, denn sie sind lebendig nach Hause zurückgekehrt. Viele Familienmitglieder in Madagaskar ziehen weit von zu Hause weg, auf der Suche nach einem besseren Leben. Und dann ist es natürlich sehr traurig, wenn diese erst wieder in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie gestorben sind.
Für unsere Familie ist es also ein wirkliches Glück, dass meine Eltern, nach zwei Nierenoperationen und einem Unfall zwar, dennoch gesund heimgekehrt sind.

Die zweite Woche meines Urlaubs habe ich zu Hause mit meiner kleinen Familie verbracht. Wir haben gelacht, uns geärgert, etwas zusammen gespielt, zusammen gegessen. Die wichtigste Sache für mich ist, zu schauen, dass der kleine Camaël, der inzwischen 3,5 Monate alt ist und Mickaëlla, die im November 3 Jahre alt wird, gesund sind.

Der Corona-Virus ist hier nicht mehr so präsent wie vor zwei Monaten und so dürfen alle Schulen ihre Türen öffnen, aber man muss immer noch auf besondere Hygiene achten. Mickaëlla hat am letzten Montag, den 5. Oktober 2020 mit der Schule begonnen. Die kleine Familie war komplett und wir haben sie alle zur Schule begleitet. Schon Monate vorher haben wir ihre Schulmaterialien gesammelt. Die Schultasche hat die Form eines kleinen, roten Rennautos und sie hat auch eine spezielle Wasserflasche von meiner Kollegin aus dem Madagaskarhaus in Basel zum Schulanfang geschenkt bekommen. So war Mickaëlla wirklich froh, zur Schule zu gehen, ohne eine Träne.

Und ich war froh, ihren ersten Schultag miterleben zu dürfen, da ich ja Urlaub hatte. Für mich war es eine unbeschreibliche und reiche Erfahrung, denn während aller wichtigen Tage in ihrem Leben vorher, wie ihre Geburt oder ihre kirchliche Taufe, war ich aufgrund meiner Arbeit, immer abwesend. So habe ich diesen Tag nun wirklich genossen.
Schliesslich nutzte ich meine Urlaubszeit noch, um unser kleines Haus zu verschönern, obwohl es noch nicht ganz fertig ist. So habe ich das Innere des Hauses in 4 Tagen gestrichen.
Die Zeit läuft sehr, sehr schnell und daher möchte ich solche Gelegenheiten einfach nicht verpassen.

Oktober 2020, geschrieben von Michaël, Trekkingführer PRIORI und Mitarbeiter im Büro PRIORI in Antananarivo